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Anwohner ziehen bei Umgestaltung nicht mit

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Der Platz am Württemberger Hof im Nord-Osten von Traunreut soll neu gestaltet werden. Nachdem sich die Grundstücksbesitzer aber an den Kosten für das 345 000 Euro teure Gestaltungskonzept nicht beteiligen wollen, werden wohl nur Einzelmaßnahmen durchgeführt werden. (Foto: Rasch)

Traunreut – Die Bedenken, dass die Grundstücksbesitzer und Hausgemeinschaften am Württemberger Hof bei der Umgestaltung des Platzes und dessen Umfeld nicht mitziehen werden, haben sich jetzt bestätigt. Ausschlaggebend ist die Kostenbeteiligung. Darum hat sich der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung darauf verständigt, auf ein Gestaltungskonzept zu verzichten und nur Einzelmaßnahmen durchzuführen.


In mehreren Gesprächen hatten es die Wohnungseigentümer abgelehnt, sich anteilsmäßig an dem 345 000 Euro teuren Gestaltungskonzept zu beteiligen. Etwa 56 Prozent der betroffenen Fläche befindet sich in Privatbesitz, der Rest in städtischer Hand. »Von allen rundumliegenden Anliegern liegt eine Ablehnung vor«, erklärte Bürgermeister Klaus Ritter. Deshalb machte die Verwaltung den Vorschlag, nur auf den städtischen Flächen kleinere Maßnahmen durchzuführen.

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Stolpergefahren sollen weg, Bäume neu hinzukommen

So sollen die Stolpergefahren im Pflasterbereich beseitigt, eine Linde im sogenannten »Linden-Quadrat« sowie ein weiterer Baum im Pflanzbeet gepflanzt werden. Geplant ist außerdem, auch den Bereich des ehemaligen Brunnens zu bepflanzen. Die Kosten der Gesamtmaßnahmen, die im kommenden Frühjahr umgesetzt werden sollen, liegen bei 16 000 Euro. Eine Behindertenrampe im Zentrum des Grundstücks, wie von den Anliegern gewünscht, soll nicht gebaut werden. Nach Ansicht von Stadtbaumeister Thomas Gätzschmann sei eine solche nicht erforderlich, zumal es eine Alternativroute für Menschen mit Gehbehinderung gebe.

Die Ausschussmitglieder waren sich einig, die Haltung der Grundstückseigentümer zu akzeptieren. Josef Winkler (Bürgerliste) fand es allerdings »schade«, dass das Konzept bei den Anliegern auf wenig Gegenliebe gestoßen sei. »Das Geld hätte sich in der Wertsteigerung der Immobilien niedergeschlagen«, ist sich Winkler sicher. Außerdem wollte er wissen, wie viel Geld bereits für die Planung ausgegeben worden sei. Nach Angaben der Verwaltung bewegen sich die Honorarkosten des Architekten inklusive des Aufwands der Besprechungen mit den Anliegern zwischen 10 000 und 12 000 Euro.

Bernhard Seitlinger (CSU) schlug vor, das Prozedere künftig zu ändern und den Anwohnern zuvor mitzuteilen, was sie prozentual zu zahlen haben. Dann hätte sich in seinen Augen die Frage »schnell erledigt«. Ritter hingegen betonte, dass man nicht darum herumkomme, zunächst etwas vorzustellen, was natürlich auch mit Kosten verbunden sei. »Ohne Planung wäre da gar nix gegangen.« Auch Gätzschmann unterstützte das Prozedere: »Das war absolut der richtige Weg.«

Helga Zembsch (Grüne) machte den Vorschlag, bei vergleichbaren Maßnahmen dem Planer eine Summe X vorzugeben. »Es darf nur so viel kosten, damit auch die Eigentümer mitgehen.« Hans Peter Dangschat (CSU) und Konrad Unterstein (FW) plädierten dafür, einen Schlussstrich zu ziehen. »Wenn wir schon signalisiert bekommen, dass die Anlieger nicht mitziehen wollen, dann sollten wir nur bei unseren Aufgaben bleiben«, schlug Unterstein vor.

Dangschat unterstützte ebenfalls die Akzeptanz der Anlieger. Seine Aussage, dass das Gestaltungskonzept ohnehin zu überzogen sei, teilte der Bürgermeister jedoch nicht. Der Planer sei sehr seriös an das Vorhaben herangegangen und habe dabei die bestehende Kultur aufrechterhalten. Das Gremium war sich letztendlich einig, dem Stadtrat, der sich mit dieser Thematik in seiner Sitzung am Montag, 26. September, um 16 Uhr befassen wird, nur Einzelmaßnahmen durch die Stadt zu empfehlen.

Der Platz ist in die Jahre gekommen

Der Württemberger Hof im Nord-Osten von Traunreut galt einst als angesehener Hotel- und Gaststättenbetrieb. Beim Bau des Gebäudes 1968 durch eine Bauträgergesellschaft war auch ein ansprechender Platz als Ruhepol für die Gäste und Treffpunkt der Bewohner angelegt worden. Da der Platz inzwischen in die Jahre gekommen ist, wird seit Jahren über eine bauliche Verbesserung diskutiert.

2014 waren im städtischen Haushalt 20 000 Euro für erste Planungen und Vermessungsarbeiten eingestellt und das Planungsbüro Schöbel-Rutschmann mit einer Untersuchung der Möglichkeiten und einer Umplanung des Platzes beauftragt worden. Dabei stellte sich jedoch heraus, dass eine Umgestaltung ohne die Einbeziehung der unmittelbar angrenzenden Flächen anderer Eigentümer wenig Sinn machen würde. ga