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Anwohner am Klinikum beklagen Parkdruck

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Das ist die Baustelle für das neue, privat betriebene Parkhaus beim Klinikum Traunstein. Die Aushubarbeiten für das Tiefgeschoß sind im Gange und die ersten Fundamente für die Stahlbetonträger sind bereits gesetzt. Alle Spundwände an der Westseite der Baustelle sind eingebracht worden.

Traunstein – Die Anwohner im Umfeld des Kreisklinikums Traunstein klagen über den zunehmenden Parkdruck auf ihren Straßen.


Der Grund für die unbefriedigende Situation ist der, dass wegen der Bauarbeiten für das neue Parkhaus vor dem Krankenhaus derzeit weniger Parkplätze für die Mitarbeiter zur Verfügung stehen. In der ersten Traunsteiner Bürgerversammlung schilderte Georg Griesbeck die seiner Ansicht nach unhaltbaren Zustände und machte Vorschläge, wie man sie verbessern könnte.

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Verantwortlich für die zugeparkten Straßen sind ausgerechnet die Bauarbeiten für das neue Parkhaus an der Wolkersdorfer Straße, für das im September Spatenstich war und das Ende dieses Jahres in Betrieb genommen werden soll. Viele der rund 2000 Klinikmitarbeiter konnten bisher auf diesem Gelände parken und brauchten nur die Wolkersdorfer Straße zu überqueren, um ihre Arbeitsstelle zu erreichen – ein Fußweg von nicht einmal zwei Minuten.

Parkplätze sechs bis sieben Gehminuten entfernt

Wegen der durch die Bauarbeiten entstehenden Parkplatznot haben Landkreis und Klinikum frühzeitig reagiert. Sie haben stadtauswärts an der Wolkersdorfer Straße ein etwa 6000 Quadratmeter großes Grundstück gepachtet und als provisorischen Parkplatz für die Mitarbeiter herrichten lassen. Dort stehen gut 220 Parkplätze zur Verfügung, berichtete Kliniksprecher Ralf Reuter auf Anfrage unserer Zeitung. Seit August können die Beschäftigten des Klinikums dort ihr Auto abstellen und zu Fuß in sechs bis sieben Minuten das Krankenhaus erreichen. Stichproben in den letzten Tagen haben ergeben, dass immer genügend freie Plätze zur Verfügung stehen.

Die Mitarbeiter werden von der Klinikleitung immer wieder auf die Nutzung des Ausweichparkplatzes hingewiesen und gebeten, nicht die unmittelbare Umgebung der Nachbarschaft rund um das Klinikum zu parken, betont Reuter. »Mit Beginn des Frühjahrs erwarten wir auch eine gewisse Entspannung der Parkplatzsituation, da etliche Mitarbeiter auch wieder mit dem Fahrrad zur Arbeit fahren werden.«

Bisherige Maßnahmen brachten nicht viel

Manchen Beschäftigten scheint der kurze Fußweg vom Parkplatz zur Arbeit zu weit. Sie stellen ihre Autos an den Fahrbahnrändern der Wohnstraßen ab, blockieren zeitweise Einfahrten und Straßeneinmündungen. Georg Griesbeck, ein Anlieger der Theresienstraße, berichtete in der Bürgerversammlung, das einseitige Parkverbot sowohl an der Theresienstraße als auch an der Straße Am Guntramshügel, werde massiv missachtet. Im November sei deswegen ein Sattelzug festgesteckt, konnte weder vorwärts noch zurück. Nach Stunden sei es mit Hilfe der Polizei gelungen, das Fahrzeug wieder flott zu machen. Kurz darauf wurden Schilder angebracht und auch die städtischen Parküberwacher seien eifrig im Einsatz gewesen. Geändert habe sich aber nicht viel.

Griesbeck verwies auf das Beispiel der unmittelbar neben dem Klinikum verlaufenden Schierghoferstraße, auf der ein absolutes Halteverbot außer auf eigens dafür markierten Flächen bestehe. Ein solches habe er bei der Stadt auch für die vom besonders hohen Parkdruck betroffenen Straßen auf der anderen Seite des Krankenhauses beantragt. Das Amt für öffentliche Ordnung habe jedoch eine solche Markierung abgelehnt. »Warum geht das bei uns nicht? Mit ein bisschen Wohlwollen sollte man Lösungen finden«, sagte Griesbeck. In der Bürgerversammlung bat er um eine Antwort des Oberbürgermeisters, denn »die von der Verwaltung kenne ich schon«.

Vertreter der Stadt räumten ein, dass die Situation nicht befriedigend sei. Das liege vor allem daran, dass die Klinikmitarbeiter den Ersatzparkplatz anfangs nur zögernd angenommen haben. Auch Oberbürgermeister Christian Kegel zeigte Verständnis für Griesbecks Anliegen, verwies jedoch auf Leiter des Amts für öffentliche Ordnung, Manfred Bulka. Dieser erklärte: »Je mehr wir markieren, desto mehr beruft sich der, der das wollte, auf Zentimeterfragen.« Die Stadt könne es nicht leisten, jede Straße mit solchen Markierungen zu versehen.

Neues Parkhaus hat über 600 Stellplätze

So werden die Anwohner des Klinikums wohl noch eine Weile mit der unbefriedigenden Situation leben müssen – auch wenn die Arbeiten für das neue Parkhaus mit 694 Stellplätzen plangemäß voranschreiten, wie Kliniksprecher Ralf Reuter betont. Die Aushubarbeiten für das Tiefgeschoß sind gerade im Gange und die ersten Fundamente für die Stahlbetonträger sind bereits gesetzt. Sämtliche Spundwände an der Westseite der Baustelle sind eingebracht worden. Ein Großteil der Stahl- und Stahlbetonfertigteile ist bereits im Werk der ausführenden Firma Goldbeck aus Bielefeld fertig produziert worden. Diese Teile werden je nach Baufortschritt mit Tiefladern angeliefert und aufgestellt. Die ersten Treppenhäuser werden bereits montiert.

Patienten und Besucher werden in dem privat betriebenen, neuen Parkhaus ihre Autos nicht kostenlos abstellen können. Die Parkgebühren des privaten Betreibers werden sich an den in Traunstein üblichen Gebührensätzen orientieren. Und auch die Klinikmitarbeiter werden Gebühren für das Abstellen ihrer Fahrzeuge entrichten müssen. Ob es dann nicht wieder einige vorziehen werden, einen kostenlosen »Laternenparkplatz« in der Umgebung zu suchen, wird sich zeigen. -K.O.-