weather-image
28°

Anton Stefanutti packt an

2.2
2.2
Bildtext einblenden
Anton Stefanutti tritt bei der Kommunalwahl im März an, um Bürgermeister in Übersee zu werden. Unterstützt wird er von den Grünen, der SPD, der Bayernpartei und der neuen Gruppierung »Aktion Demokratie für Übersee«. (Foto: vom Dorp)

Übersee. Seit 24 Jahren sitzt Anton Stefanutti als Vertreter der »Grünen« im Gemeinderat von Übersee. Jetzt will der 63-jährige Lehrer im Vorruhestand Bürgermeister werden und tritt gegen den CSU-Amtsinhaber Marc Nitschke an. Stefanutti ist der gemeinsame Kandidat der »Grünen«, Bayernpartei (BP), SPD und der neuen Gruppierung »Aktion Demokratie für Übersee« (ADfÜ).


In der Aufstellungsversammlung wurde Stefanutti ohne Gegenstimme unter der Wahlleitung des ehemaligen Kreistagsmitglieds Ulli Genghammer von den zehn wahlberechtigten Mitgliedern und Gemeinderatskandidaten der »Grünen« zum Bürgermeisterkandidaten gewählt. Doch die Zustimmung für Stefanutti reicht weiter. In einem »Vier-Parteien-Treffen« im Vorfeld hatten sich auch die Vertreter von SPD, BP und ADfÜ – mangels eigener Kandidaten – für Stefanutti ausgesprochen.

Anzeige

Stefan Haneberg, »Motor« der ADfÜ und Sprecher der Bürgerinitiative »Chiemseeufer«, begründete diese Entscheidung mit dem mangelnden Vertrauen zu Amtsinhaber Nitschke und wehrte sich gegen die Bürgermeister-Vorwürfe, mit der Initiative zum Bürgerbegehren »die Gemeinde gespaltet zu haben«. Anderes Denken müsse erlaubt sein. Nach seinem Dafürhalten werde es bei der kommenden Wahl weniger um Wahlprogramme, als vielmehr um die Glaubwürdigkeit der Bürgermeisterkandidaten gehen. SPD-Vertreter Volker Eidner bewertete Stefanuttis Kandidatur als belebendes Element: »Dadurch bekommt die Wahl den Charakter eines Wettbewerbs.«

Stefanutti selbst führte vielfältige Gründe für seine Kandidatur an. Vor allem sei ihm die Handhabung der Gemeinderatsmehrheit beim Bürgerbegehren »gegen den Strich gegangen«. »Dass man mich daraufhin in den vergangenen sechs Monaten niederknüppeln wollte, hat den Ausschlag für meine Kandidatur gegeben.«

Seine Chancen bewertet Stefanutti, der sich als »konservativer Grüner« und weniger als »linker Grüner« charakterisierte, durchaus positiv. So sieht er rund ein Drittel der Bürger hinter sich, die seinerzeit mit dem Bürgerbegehren sympathisiert hatten. Stefanutti betonte, dass im Wahlkampf zwar jede Partei mit einem eigenen Wahlprogramm für sich selbst sprechen werde. Ihr gemeinsames Ziel aber eine Veränderung des politischen Klimas im Gemeinderat und eine Verbesserung der Kommunikation zwischen Bürgern und Gemeinderat durch mehr Transparenz und Offenheit sei.

Die erste gemeinsame Wahlveranstaltung ist für Freitag, 31. Januar, um 19.30 Uhr im Wirtshaus D´Feldwies angesetzt. Weitere folgen am Freitag, 14. Februar, mit Sepp Hohlweger zum Thema Tourismus, und am Donnerstag, 27. Februar, mit der »Grünen«-Landtagsabgeordneten Gisela Sengl. Die Schlussveranstaltung der Opposition ist am Dienstag, 11. März. Die Veranstaltungsorte stehen noch nicht fest.

Im Anschluss gab Stefanutti noch die Gemeinderats-Kandidatenliste der »Grünen« bekannt, die bereits Mitte Dezember in einer nicht öffentlichen Sitzung aufgestellt worden war. Es kandidieren: Anton Stefanutti, Margret Winnichner, Norbert Kubiak, Lisa Hillermeier, Petra Kreuz, David Schulze Naumburg, Sahra Thullner, Andreas Stefanutti. Waltraud Knaier-Thullner, Siegfried Schwarz, Renate Müller-Herrmann, Johann Kern, Andreas Hörfurter, Walter Müller, Carsten Voigt und Ilse Rummel-Dietrich. bvd