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Anlieger wehren sich weiterhin gegen Ausweisung

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Der Kapellenweg ist bislang nur einseitig bebaut. Im Zuge der Neuausweisung von sieben Parzellen wird erstmals auch die Straße erschlossen. (Foto: T. Eder)

Grassau – Sieben Bauplätze werden südlich des Kapellenwegs neu ausgewiesen. Das hatte der ehemalige Marktgemeinderat im Februar 2014 bereits beschlossen. Bis vor wenigen Wochen konnten aber die Ausgleichflächenkonzepte der drei Antragsteller nicht vorgelegt werden und so ruhte das Änderungsverfahren, informierte Bürgermeister Rudi Jantke in der jüngsten Marktgemeinderatssitzung.


Der Kapellenweg ist bisher nur in nördlicher Richtung bebaut. Damit schließt der bebaute Bereich mit dem Weg ab. Geplant ist nun eine Bebauung südlich des Wegs mit sieben Bauplätzen. Die Anlieger gegenüber wehren sich gegen die Neuausweisung, drei von ihnen hatten schriftlich ihren Einspruch eingereicht. Alle drei beziehen sich, so Jantke, auf die Aussagen ihres Maklers, dass sich die Grundstücke am Kapellenweg in unverbaubarer Lage befinden.

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Anlieger befürchten Wertminderung

Diese Aussage sei auch durch die Grundsatzbeschlüsse von 1991 und 2003 belegt, wonach Neuausweisungen nur für den örtlichen Bedarf erfolgen sollten und sich die bauliche Entwicklung vorrangig auf die Gebiete nördlich der Bundesstraße zu konzentrieren habe, erklärten die Anlieger. Hier würden im südlichen Bereich von Grassau Grundstücksflächen ausgewiesen. Die Anlieger befürchteten nun eine Wertminderung ihrer Anwesen.

Laut Jantke sagte jedoch der Grundsatzbeschluss von 1991 nur aus, dass künftige Neuausweisungen sich auf den örtlichen Bedarf konzentrieren sollen. Vier der sieben Grundstücke würden nach dem Einheimischen-Modell ausgewiesen. Auch der Grundsatzbeschluss von 2003 zur baulichen Entwicklung der Gemeinde besage nicht, so Jantke, dass eine weitere Baulandausweisung am Kapellenweg ausgeschlossen sei. Die offene Bauweise und die großen Grundstücke beeinträchtigten weder die Belichtung noch den Blick in die Berge. Zudem bestehe nach dem Baugesetzbuch auch kein Anspruch auf unverbaubare Lage.

Jankte erinnerte daran, dass auch untersucht wurde, ob sich für die Antragsteller nicht eine andere Baufläche finden lasse. Mögliche Alternativen würden ohne Erfolg geprüft. Ungewöhnlich sei hier zudem, dass ein Baugebiet mit einer Straße abschließe. Jantke berichtete, dass der Kapellenweg bislang auch nie richtig erschlossen wurde und dies im Zuge der Bebauung nachgeholt werde.

Herausrücken in unbebauten Bereich

Ob es sich hier um eine ordentliche Abrundung handle, sei für ihn »grenzwertig«, meinte Hans Genghammer (FW). Er sehe die Ausweisung als ein Herausrücken in den unbebauten Bereich. Jantke betonte, dass er die Anlieger verstehe und wohl keiner begeistert sei, wenn eine weitere Baureihe entstehe. Hier seien aber die Abstände zwischen der jetzigen Bebauung und der neuen so groß, dass keine Beeinträchtigung hinsichtlich Belichtung und Besonnung erfolge. Möglich sei, dass der freie Blick nach Piesenhausen eingeschränkt werde, nicht aber der Blick in die Berge, den die Gäste so schätzen.

Irmela Scheidle-Horkel (UGL) betonte, dass sie bereits bei der ersten Behandlung gegen die Ausweisung gewesen sei und an ihrem Entschluss festhalte. Ihrer Ansicht nach rutsche die Bebauung weiter heraus.

Bei einer Gegenstimme wurden die Einwendungen der Anlieger abgelehnt, zumal der Mindestabstand zwischen der vorhandenen und der geplanten Bebauung über 23 Meter betrage und auch die neuen Häuser nicht höher als 5,80 Meter würden. Einen Anspruch auf freie Sicht oder unverbaubare Lage gebe es nicht, betonte Jantke erneut.

Weitere Verrohrung des Angerbachs abgelehnt

Als weiteren Kompromiss neben der Reduzierung der Wandhöhen von 6 auf 5,80 Meter wertete Jantke die Höhenfestlegung der Häuser. Zunächst war vorgesehen, dass die Oberkante der Kellerdecke maximal 60 Zentimeter über Straßenniveau sein darf. Jetzt werde dies auf 40 Zentimeter reduziert.

Weiter erläuterte Jantke, dass 17 Behörden zur Stellungnahme angeschrieben wurden. Die Regierung wie auch das Wasserwirtschaftsamt lehnten eine weitere Verrohrung des Angerbachs, der an der Grenze zweier neuer Bauplätze fließt, ab. Eine Verrohrung würde den Zielen eines naturnahen Gewässerzustands widersprechen. Zudem fordert das Wasserwirtschaftsamt einen beidseitigen, von Bebauung freizuhaltenden, Uferstreifen.

Jantke schlug vor, den Uferstreifen von den vorgeschlagenen fünf auf drei Meter zu reduzieren und diesen Streifen auch als Zufahrt zu den hinterliegenden landwirtschaftlichen Flächen zu nutzen. Geschlossen stimmte das Gremium zu. tb