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"Angekommen!?" – so gelingt Integration

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»Angekommen!?« lautet der Titel eines Kunstprojekts, in dessen Rahmen zwei CHG-Schülerinnen mit zwei geflüchteten Brüdern deren Gefühle auf Leinwand festgehalten haben. Unser Bild zeigt (von links) Seidou, Senta Strähhuber und Sarah Krüger.

Traunstein – Wenn junge Menschen mit unterschiedlichem kulturellem Hintergrund einander begegnen und sich gemeinsam kreativ betätigen, ist ein großer Schritt in Richtung einer gelingenden Integration getan. Einen solchen Prozess initiierte das Kunstprojekt »angekommen!?«, das verschiedene Bildungsträger der Stadt Traunstein unterstützten.

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Inwieweit sind junge, zugewanderte Menschen tatsächlich bei uns angekommen? Dieser Frage gingen einheimische und zugewanderte Jugendliche im Rahmen des Projekts nach, indem sie Fotografien zu den Empfindungen der jungen Menschen erstellten. Angestoßen wurde das Projekt von Ursula Lay, Landesvorsitzende Rektorin der Katholischen Erziehergemeinschaft, und unterstützt vom Kunstverein Traunstein, berichtet dessen Vorsitzender, Herbert Stahl.

Durch die Beteiligung der Schule der Phantasie, der Wirtschaftsschule Dr. Kalscheuer, Kohlbrenner- Hauptschule und des Chiemgau-Gymnasiums entstanden über 400 Fotos, die als Video-Installation in der Alten Wache im Rathaus präsentiert wurden. Das Bayerische Familienministerium, die Stiftung Werte-Bündnis Bayern und die Erzdiözese München und Freising förderten das Projekt finanziell. »Nachdem die Ausstellung in der Alten Wache nun beendet ist, wird sie noch im Frühjahr im Bayerischen Sozialministerium gezeigt«, freut sich Herbert Stahl.

Für das Chiemgau-Gymnasium beschäftigten sich Senta Strähhuber und Sarah Krüger – begleitet von den Kunstlehrern Beate Plankar und Jeffrey Veit – mit den Brüdern Adamou und Seidou. Beide leben in einer Einrichtung der Diakonie.

»Mit dem Titel 'angekommen!?' konnten wir zunächst gar nichts anfangen«, gesteht Sarah Krüger. In Gesprächen ergaben sich jedoch viele Erkenntnisse. Wer nach einer langen Flucht in Deutschland angekommen ist, bringt viele Erfahrungen aus der Heimat mit. »Niemand flieht ohne triftigen Grund.« Mit der Flucht verbinden sich Hoffnungen auf Frieden, Freiheit, Menschenrechte und neue Freundschaften, aber auch Risiken. Während der Flucht rückt der Tod erschreckend nah.

Doch auch, wenn man endlich in Deutschland angekommen ist, ist nicht alles gut. Werde ich anerkannt oder droht Abschiebung? Darf ich arbeiten oder wird mir das verwehrt? Viele dieser Gedanken brachten die Vier in einem Acrylgemälde zum Ausdruck: Die Deutschlandkarte, ein Elefant als Symbol für die Heimat und Begriffe wie Menschenrecht, Frieden, Freiheit, Freundschaft, Leben, Zukunft und Geduld in verschiedenen Sprachen.

»Wenn man in Deutschland angekommen ist, braucht man sehr, sehr viel Geduld«, weiß Seidou – um das Anerkennungsverfahren durchzustehen, wichtige Dokumente zu erhalten, eine Schule besuchen und eine Ausbildung beginnen zu dürfen. An zentraler Stelle im Gemälde ist ein Pfeil mit der Aufschrift »Umleitung (Richtung Tod)« als Hinweis auf die Lebensgefahr während der Flucht. Zudem findet sich die eindeutige Positionierung: »Im Namen Gottes darf nicht getötet werden!«.

Die Auseinandersetzung mit dem Thema hat die vier jungen Menschen einander näher gebracht. Gemeinsam lachen sie über skurrile Momente während des Arbeitens – etwa die Erleichterung einer Mutter, dass die Begriffe auf dem Gemälde nicht Ausdruck einer depressiven Phase ihrer Tochter sind, sondern Teil eines Kunstprojekts. Ihre Eindrücke hat Senta Strähhuber auf Instagram veröffentlicht.

Nach der Ausstellung im Sozialministerium soll das Gemälde von sozialen Einrichtungen und Schulen ausgeliehen werden können. Interessenten können sich an die Traunsteiner Jugendwohngruppe der Diakonie, Telefon 0861/47 00, Antje Little, wenden. fb