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Angeklagter räumt Schuld ein

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Der Angeklagte (Mitte) mit seinen Anwälten Harald Baumgärtl (links) und Frank Starke.

Traunstein – Mit einem Schuldeingeständnis des Angeklagten hat der Prozess um den verheerenden Brand mit sechs Toten und 20 Verletzten in Schneizlreuth begonnen. »Ich hätte dort niemanden übernachten lassen dürfen«, sagte der 47-Jährige am Montag vor dem Landgericht Traunstein. Er entschuldigte sich bei den Hinterbliebenen der Toten sowie bei den Verletzten und bat sie, »die Entschuldigung auch anzunehmen«.


Die Staatsanwaltschaft wirft dem 47-Jährigen fahrlässige Tötung und fahrlässige Körperverletzung vor. Der gelernte Koch habe seine Gäste ohne Genehmigung in einem einstigen Bauernhof beherbergt, so der Vorwurf. Er soll für den Tod von sechs Männern verantwortlich sein. Die Opfer im Alter zwischen 30 und 42 Jahren waren in der Nacht zum 23. Mai 2015 in dem Inferno erstickt. Das Feuer war in einem Wäscheschrank ausgebrochen.

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In einer gut 20-minütigen Erklärung vor der Großen Strafkammer deutete der Angeklagte ein Mitverschulden der Behörden an: »Ich bin schon der Meinung, dass die Behörden genau Bescheid wussten, dass ich im Pfarrerbauernhof Gäste übernachten ließ.« So habe die Elektroinstallation in dem umgebauten Anwesen vom früheren Bürgermeister Schneizlreuths gestammt.

Auch sprach der Event-Manager von mehreren Sabotageakten. Im Jahr 2008 seien Kletterhaken von Gästen angesägt worden. In der Brandnacht habe es zudem Einbruchsspuren in einem Nachbargebäude gegeben. Die beiden Verteidiger des einstigen Bundeswehrsoldaten mit traumatischen Kriegserfahrungen in Somalia gehen von vorsätzlicher oder fahrlässiger Brandstiftung in dem Bauernhof aus.

In der Brandnacht hatten 54 Gäste in dem Gebäude geschlafen, das der auf Firmen-Events spezialisierte Unternehmer 1994 gepachtet hatte. 47 von ihnen waren Mitarbeiter der Baufirma Lindner aus Arnstorf in Niederbayern, die aus Anlass des 50-jährigen Bestehens in den Alpen ein Abenteuerwochenende verbrachten. Auch alle sechs Todesopfer gehörten dem Unternehmen an.

(Einen ausführlichen Artikel zum Prozessauftakt lesen Sie in unserer morgigen Ausgabe.) dpa