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Angeklagt wegen versuchten Totschlags: "Bei uns zu Hause machen wir das immer so"

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Landgericht Traunstein: 23-jähriger Äthiopier muss in die Psychiatrie – Frauen und Kinder sexuell belästigt
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Foto: David-Wolfgang Ebener/dpa-Archiv

Traunstein – Lebensgefährliche Verletzungen erlitt ein 33-Jähriger, als ihm mit schweren Steinen auf den Kopf geschlagen wurde. Wegen versuchten Totschlags muss sich deshalb ein 28 Jahre alter Flüchtling aus Eritrea derzeit vor dem Schwurgericht verantworten.

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Der Angeklagte saß mit mehreren Freunden am Abend des 20. Juni 2017 im Hof einer Flüchtlingsunterkunft in Teisendorf. Als sich das spätere Opfer, der 33-Jährige, dazugesellte, kam es zum Streit. Dieser seit stark betrunken gewesen und beleidigte den Angeklagten. Davon geht auch die Staatsanwaltschaft aus.

Die Situation eskalierte: Aus Angst – wie der 28-Jährige aussagte – habe er zu einem Ziegelstein gegriffen und mit diesem mehrmals auf den Kopf des Opfers eingeschlagen. "Bei uns zuhause machen wir das immer so", beantwortete der Angeklagte die Frage des Gerichts, ob man in dieser Situation gleich zu derart drastischen Mitteln greifen müsse.

Ein Fachmann sprach nach der Untersuchung des Schwerverletzten, der an jenem Abend in Lebensgefahr schwebte, von wuchtigen Schlägen, die ihm mit dem etwa 20 Zentimeter langen Stein zugefügt wurden.

Positive Eindrücke vermittelten zwei Zeugen vom Angeklagten. Sie beschrieben ihn als zuverlässigen und guten Schüler. Das Opfer soll bekannt dafür sein, stark zu trinken. Die Anklage gegen den 28-jährigen Eritreer lautet auf versuchten Totschlag sowie gefährliche Körperverletzung.

Das Opfer selbst erschien bei der Verhandlung am Dienstag nicht. Der 33-Jährige wurde in eine andere Unterkunft verlegt, soll aber bei einem nächsten Verhandlungstermin aussagen. Ein Urteil ist nicht vor März zu erwarten.

red