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Angehende Revierjäger unterstützten Heckenpflege

Traunreut. Um die Hecken in einer intensiv landwirtschaftlich geprägten Kultur, wie in Teilen des nördlichen Landkreises Traunstein vorzufinden, zu erhalten, ist eine optimale Pflege unumgänglich. Der Landschaftspflegeverband (LPV) Traunstein setzt sich mit Landwirten und Jägern für den Erhalt der Hecken-Strukturen ein, organisiert und finanziert Projekte, wie die derzeitigen Pflegemaßnahmen zwischen Neugaden und Perading an der Gemeindegrenze zwischen der Stadt Traunreut und der Gemeinde Seeon-Seebruck.

15 Berufsschüler, die an der Berufsschule Traunstein III zu Revierjägern ausgebildet werden, halfen bei der Heckenpflege des Landschaftspflegeverbandes in Neugaden mit. (Foto: Rasch)

Azubis aus ganz Deutschland halfen mit

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Das laufende Projekt, das heuer abgeschlossen wird, hat jetzt Unterstützung von 15 Berufsschülern erfahren, die an der Staatlichen Berufsschule Traunstein III ihre Ausbildung zum Revierjäger absolvieren. Die Azubis aus ganz Deutschland halfen an einem Vormittag bei der Pflege der Hecke mit, die in den 1980er Jahren von Jägern und Bund Naturschutz gepflanzt worden war. Nach Angaben des LPV-Geschäftsführers Jürgen Sandner bilde die Berufsschule erst seit diesem Schuljahr den Ausbildungsberuf »Revierjäger« an.

Für den Einsatz gab es nicht nur lobende Worte von Martin Mayer von der Kreisgruppe Traunstein des Bayerischen Jagdverbands, sondern auch ein Mittagessen in der Stube des Grundstückseigentümers und Hegeringleiters Andreas Holzner und ein Brotzeitbrettl als Erinnerungsgeschenk. Wie Sandner gegenüber dem Traunsteiner Tagblatt einräumte, sei die 140 Meter lange und bis zu 25 Meter breite Hecke in den vergangenen fünf Jahren abschnittsweise »auf den Stock« gesetzt worden. Das bedeutet, dass jedes Jahr auf etwa einem Fünftel der Hecke alle Sträucher und Bäume bodennah abgeschnitten wurden. Nur ein paar größere Bäume bleiben dabei als sogenannte Überhälter stehen.

Brutplatz für viele heimische Vögel

Eine Hecke erfülle ihren Nutzen optimal, wenn sie »unten dicht und oben licht ist«, erklärt der Fachmann. Das abschnittsweise Vorgehen stelle sicher, dass die Hecke nie ganz kahl sei, sondern stets ein Gehölzaufwuchs in verschiedener Höhe da sei und somit der Lebensraum für Wildtiere nie vollständig eingeschränkt sei.

Denn viele heimische Vögel, wie die Goldammer oder Neuntöter, nutzten und brauchten die Hecke als Brutplatz. Darüber hinaus bremsten Hecken die Verdunstung durch Wind und der Wasserhaushalt werde positiv beeinflusst. Zudem werde die Erosion des Bodens durch die geringere Windgeschwindigkeit reduziert. Der LPV, der dafür eine Förderung über die Heckenpflegeprämie des KULAP (Kulturlandschaftsprogramm des Bayerischen Staatsministerium für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten) erhält, werden in diesem Winter weitere Hecken in Engelsberg, Kienberg und Grabenstätt sowie in Trostberg pflegen. ga