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Angedachte Fläche ist 17 000 Quadratmeter groß

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Hier auf dieser Wiese will die auf Gut Sossau ansässige Grabenstätter Firma Serva Transport Systems eine Fertigungshalle errichten. Im Hintergrund ist aus südöstlicher Richtung das Gewerbegebiet Oberwinkl mit dem Tankzentrum Chiemsee zu sehen. (Foto: Müller)

Grabenstätt – Der Grabenstätter Gemeinderat gab grünes Licht für die Änderung des gemeindlichen Flächennutzungsplans im Bereich des südlich der Autobahn gelegenen Gewerbegebiets Oberwinkl. Dort will das Start-Up-Unternehmen Serva Transport Systems ihren Betrieb erweitern. Außerdem ging es um die Erschließungsmaßnahme an der Högelbergstraße in Erlstätt.


Zielsetzung der 20. Flächennutzungsplanänderung sei es, den Änderungsbereich im gemeindlichen Flächennutzungsplan als gewerbliche Baufläche darzustellen, so Bürgermeister Georg Schützinger. Bislang sei der 1,7 Hektar große Änderungsbereich dem baurechtlichen Außenbereich zugewiesen und dieser werde als landwirtschaftliche Fläche dargestellt. Deren Besitzer Josef Meltl möchte das auf seinem nahen Gut Sossau ansässige und von ihm geförderte Unternehmen Serva Transport Systems GmbH (Meltl-Gruppe), das sich auf Park-Roboter spezialisiert hat, erweitern und die Fertigung möglichst bald ins nahe gelegene Gewerbegebiet auslagern. Die angedachte Fläche ist mit 17 000 Quadratmetern doppelt so groß wie die Grundstücksflächen des benachbarten Fastfood-Restaurants McDonald´s und des Tankzentrums Chiemgau zusammen.

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»Unmut und Verärgerung«

Hinsichtlich der anstehenden Erschließungsmaßnahme Högelbergstraße in Erlstätt gebe es bei den Anliegern »Unmut und Verärgerung über die Informationspolitik«, gab Gerhard Wirnshofer (Bürgergruppe) zu bedenken. Nach dem ersten Infoabend sei den Betroffenen offenbar eine zweite Infoveranstaltung in Aussicht gestellt worden, doch dazu sei es nie gekommen, beklagte sich Wirnshofer und schob hinterher: »Wenn die Anwohner sich schon zu 90 Prozent an den Kosten einer solchen Erschließungsmaßnahme beteiligen sollen, dann ist es eigentlich selbstverständlich, dass man auch zu 100 Prozent informiert wird.« Für den ein oder anderen sei das finanziell vielleicht auch nicht so leicht zu stemmen, mutmaßte er.

Bürgermeister Georg Schützinger zeigte sich überrascht und erinnerte daran, dass die Planung, die auch Grundlage der Ausschreibung gewesen sei, einst im Gemeinderat einstimmig abgesegnet worden sei und man in der besagten Info-Veranstaltung den Anwohnern »alles detailliert dargelegt und erläutert« habe.

»Dass das gemacht werden muss, steht nicht zur Debatte«

Bis dato habe man das immer so gehandhabt, pflichtete ihm der gemeindliche Kämmerer Peter Drechsler bei. Für Nachfragen sei er den Bürgern immer zur Verfügung gestanden. »Städtebauförderung ist nicht Straßenerschließung, ist nicht Straßenausbau und keine Straßenreparatur. Mit Städtebaufördermitteln wird diese Straße nicht gefördert, da es sich nicht um städtebauliche Missstände im Ortskern handelt«, beantworte Schützinger eine Frage von 2. Bürgermeister Robert Muggenhamer (Bürgergruppe), der darauf verwiesen hatte, dass es einige Bürger nicht verstehen würden, »warum die Raiffeisenstraße 50:50 abgerechnet worden ist«. In diesem Fall handele es sich nicht um eine erstmalige Erschließung, so Schützinger. Die angesprochene Maßnahme aus dem Jahr 1992 war deshalb als Straßenausbau abzurechnen. Einig war man sich in einem anderen Punkt: »Dass die Högelbergstraße in einem absolut sanierungsbedürftigen Zustand ist und das gemacht werden muss, steht überhaupt nicht zur Debatte«, stellte Wirnshofer klar. Baubeginn ist am kommenden Montag. mmü