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Andreas Danzer will Landrat werden

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Als Landratskandidat der Freien Wähler tritt Andreas Danzer (rechts) bei der Kommunalwahl im März 2014 an: Der Vorsitzende der Kreistagsfraktion, Lothar Seissiger (Mitte), und der Stellvertretende Kreisvorsitzende Thomas Kamm gratulierten ihm. (Foto: Müller)

Traunstein. »Ich bin bereit, lassen Sie es mich unter Beweis stellen«, betonte der frisch gekürte Landratskandidat der Freien Wähler (FW), Andreas Danzer aus Grabenstätt, nach seiner Nominierung im Gasthaus Sailer Keller in Traunstein. Obwohl der Kreisverband in den vergangenen Wochen ein großes Geheimnis um die Nominierung seines Landratskandidaten gemacht hatte, war es letztendlich keine große Überraschung, dass die 65 anwesenden Mitglieder ihren 40-jährigen Vorsitzenden mit großer Mehrheit ins Rennen um die Nachfolge von Amtsinhaber Hermann Steinmaßl (CSU) schickten.


Horst Leinert zog Kandidatur zurück

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Auf Danzer fielen 62 Ja-Stimmen – bei zwei Nein-Stimmen und einer Enthaltung. Horst Leinert, der ursprünglich auch eine Kandidatur in Erwägung gezogen hatte, zog diese unmittelbar vor der Wahl mit der Begründung zurück: »Nachdem der Andreas Danzer das machen wird, habe ich kein Interesse mehr, das zu machen.« Der Tachinger Leinert, der vor wenigen Wochen aus der CSU ausgetreten war, verließ daraufhin das Rednerpult, klatschte Danzer ab und ging unter Applaus zu seinem Sitzplatz.

»Der Landrat hat eine sehr anspruchsvolle Funktion, 3000 Mitarbeiter und 350 Millionen Euro zu händeln, da braucht es jemanden, der das Zeug dazu hat und der das im Kreuz hat«, betonte der Stellvertretende Kreisvorsitzende und Siegsdorfer Bürgermeister Thomas Kamm, der den verhinderten »Hausherrn« Oberbürgermeister Manfred Kösterke vertrat. Mit Danzer verfüge man über einen jungen Kandidaten, der alle Voraussetzungen für dieses schwierige Amt mitbringe und auch die junge Generation für die Politik und insbesondere für kommunalpolitische Themen begeistern könne.

»Wir haben einen guten Kandidaten, der für seine politischen Ziele und Überzeugungen kämpft, dafür einsteht und noch dazu im Stande ist, Mehrheiten zu gewinnen«, resümierte der Fraktionsvorsitzende im Kreistag, Lothar Seissiger, und schob hinter: »Die Fraktion steht hinter her«. Er freue sich zudem sehr darüber, dass der Versammlung 23 der 25 Ortsverbände beiwohnten. Das sei schon »was Historisches«, merkte Seissiger an.

»Ich bin 40 Jahre alt und ich denke, dies ist das optimale Alter für den Landratsposten«, betonte der Grabenstätter Gemeinderat und Stellvertretende FWG-Ortsvorsitzende Danzer in seiner knapp 15-minütigen Rede. Da er Verwaltungsfachangestellter im mittleren Dienst im Landratsamt gelernt habe und im dortigen Prüfdienst auch als Innenrevisor und örtlicher Rechnungsprüfer tätig gewesen sei, kenne er die dortigen Abteilungen bestens. 1995 wechselte Danzer zur AOK Bayern, wo er heute als Verwaltungsangestellter im gehobenen Dienst arbeitet.

Als »wichtiges politisches Ziel« müsse die Kreisumlage stabil gehalten werden, damit der Handlungsspielraum für die Kommunen erhalten bleibe, forderte Danzer. Zudem gelte es den vorhandenen Schuldenberg kontinuierlich abzubauen. Schwerpunktthemen sind für ihn auch Bildung, Arbeitsmarkt, die Fusion der beiden Tourismusverbände Chiemgau und Chiemsee-Alpenland, eine Verkehrsanbindung zum Flughafen über den Schienenweg nach Mühldorf, Energiewende, Jugendhilfe, Hochwasserschutz und der Erhalt der Krankenhäuser und Kreisaltenheime.

Ehrenamtlich tätig gewesen sei er als Kassier beim Verband der Forstberechtigten, Stellvertretender Elternbeiratsvorsitzender an der Grundschule Grabenstätt und 20 Jahre in diversen Funktionen beim TSV Grabenstätt. Derzeit ist er auch Stellvertretender Schwerbehinderten-Vertreter der AOK Bayern in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land. Andreas Danzer ist verheiratet und hat zwei Kinder, 11 und 13 Jahre alt.

»Konsens mit Fraktion und anderen Parteien ist wichtig«

Mit den meisten Stimmen sei er 2008 in den Gemeinderat gewählt worden, blickte Danzer auf seine bisherige politische Karriere zurück. Gegen den amtierenden Bürgermeister Schützinger habe er aus dem Stand »ein sehr gutes Ergebnis von knapp 43 Prozent« erzielt. Seine politischen Ziele verfolge er stets abgestimmt und im Einklang mit der Fraktion, »aber auch der Konsens mit anderen Parteien ist mir wichtig«.

Bisher stehen zwei weitere Bewerber um den Landratsposten fest. Die CSU nominierte unlängst Siegfried Walch und die SPD den stellvertretenden Landrat Josef Konhäuser. Der 65-jährige Amtsinhaber Hermann Steinmaßl darf aufgrund der Altersgrenze nicht mehr kandidieren. mmü