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Andreas Altmann verteidigte seinen Titel

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Lukas Neumayer beim sogenannten »Wheelflip«. Er gewann die Klasse bis 105 Kilo. (Foto: Mergenthal)

Ruhpolding – Einen 17-Tonner ziehen, einen 130-Kilo-Stamm mehrmals stemmen oder einen 350 Kilo schweren Reifen achtmal kippen, alles innerhalb des Zeitlimits von 75 Sekunden: Unvorstellbares vollbrachten 13 Athleten bei der Deutschen Strongman-Meisterschaft 2016 in der Chiemgau-Arena in Ruhpolding. Andreas Altmann aus der Oberpfalz konnte am Ende als Erster nach Heinz Ollesch, dem Abo-Sieger von 1994 bis 2004 sowie von 2006, seinen Titel »Stärkster Mann Deutschlands« verteidigen. Die Klasse bis 105 Kilo gewann Lukas Neumayer.


Etwa 500 Besucher wollten sich dieses Spektakel nicht entgehen lassen. Auf Pickups wurden die meist extrem schwergewichtigen Muskelpakete in die »Kampfarena« im Biathlon-Zieleinlauf gebracht. Darunter waren auch drei Bayern: Reinhard Maier aus Roßbach im Landkreis Rottal-Inn, Lukas Neumayer aus Schechen und Andreas Altmann aus Furth im Wald. Andreas Starzer aus Teisendorf und Anton Kusnezov aus Traunstein konnten verletzungsbedingt nicht antreten und waren als Kampfrichter beziehungsweise Helfer aktiv.

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Eine Frau gab das Kommando

Ruhpoldings Bürgermeister Claus Pichler zeigte sich »perplex«, welch schwere Gegenstände die Kraftprotze bewegen konnten und fand es »interessant«, dass alle auf das Kommando einer Frau, nämlich Sprecherin Martina Ollesch, ziehen, schieben oder stemmen. Er wünschte den Teilnehmern, dass sie über sich hinaus wachsen und dass bei diesem »Gehen an die Grenzen« nichts passiert.

Andreas Altmann hatte starke Konkurrenz, wie Dennis Kohlruss aus Rastatt in Baden-Württemberg, der gleich die erste Disziplin, einen Lastwagen 20 Meter weit zu ziehen, gewann, oder Raffael Gordzielik aus Hessen, der beim Baumstamm-Stemmen die Nase vorn hatte. »Es waar ned schlecht, wenn i’s nomoi wern dad«, gab er sich gelassen im Hinblick auf den angestrebten Titel, nach der für ihn siegreichen »Yoke-Race«, dem Tragen von zwei Toilettenhäuschen mit einem Gesamtgewicht von 360 Kilo über 25 Meter, wobei sie nur zwei Mal abgesetzt werden dürfen.

Allerdings kämen jetzt zwei Disziplinen, die für seine Unterarme, wo er eine Verletzung gehabt habe, nicht so gut seien, schob Altmann nach. Er meinte die »Autoschubkarre«, wo 310 Kilo zu schieben waren, und das Baumstamm-Stemmen, wo er jeweils immerhin Zweiter wurde. Beruflich Baustahlbieger, reizt Altmann der »Vergleich mit den anderen Athleten«. Er ist ein richtiger Wettkampftyp und dann, wenn es drauf ankommt, immer um 10 bis 20 Prozent besser als im Training. Das Härteste an seiner Sportart für den 130-Kilo-Mann ist nicht das Training, »sondern die Ernährung: Ich kann nicht so viel essen«. Wer 150 oder 170 Kilo auf die Waage bringt, tut sich bei Disziplinen wie dem Lkw-Ziehen, wo Andi diesmal nur fünfter wurde, einfach leichter.

Anfeuerungsrufe beflügelten die Athleten, bis dem einen oder anderen der Kopf hochrot anlief und die Muskeln anschwollen. Es blieb spannend bis zum Schluss. Am Ende entschied der »Wheelflip« aufgrund von Punktgleichheit auf den Plätzen eins und zwei sowie drei und vier über die endgültige Platzierung.

Auch Lukas Neumayer, der beim Baumstamm kapitulieren musste, weil er immer einen Schwindel bekam, sobald er den Stamm auf Halshöhe hatte und über Kopf stemmen wollte, durfte mit dem Reifen zeigen, was er kann: Er wurde hier Sechster. Ihm gefällt an dieser Sportart, etwas zu können, was andere nicht können. Da er bisher die Rangliste bis 105 Kilo anführte, er das Ruhpoldinger Ergebnis streichen konnte und der einzige nicht verletzte Mitbewerber Christian Thiele keine Konkurrenz war, konnte ihm den Meistertitel in der 105-Kilo-Klasse keiner mehr streitig machen. In der Gesamtwertung wurde der Schechener Neunter.

Organisatoren und Helfer waren am Ende zufrieden

Die Plätze zwei und drei gingen an Raffael Gordzielik und Dennis Kohlruss. Reinhard Maier konnte in seinem ersten Jahr in der Bundesliga mit Platz sechs zufrieden sein. Zufrieden waren auch die Organisatoren Heinz Ollesch aus Kolbermoor und Thomas Lechner aus Traunstein mit ihren etwa 20 Helfern: Die Stimmung passte und alles ist glatt gelaufen. vm

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