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Der Andrang beim Impfbus am Samstagvormittag in Traunstein war riesig. Das Foto zeigt nur einen kleinen Ausschnitt der langen Warteschlange, in der über Hundert Menschen anstanden. (Foto: Reiter)

Andrang in den Impfzentren der Landkreise und am Impfbus massiv gestiegen

»Der Andrang in den Impfzentren ist massiv gestiegen und hält ungebrochen an«, berichtet der Leiter für Öffentliche Sicherheit, Ordnung und Katastrophenschutz des Landratsamts Traunstein, Florian Appelt. Das zeigte sich am vergangenen Wochenende nicht nur in den Impfzentren, sondern auch an der langen Warteschlange am Impfbus in Traunstein. Über Hundert Menschen standen am Samstagvormittag an, um sich dort impfen zu lassen. Da war Geduld gefragt.


»Wir sind um jeden froh, der sich für eine Impfung entscheidet«, betonte Appelt, der für die Impf- und Testzentren zuständige Sachgebietsleiter. Ähnlich wie in Traunstein war es am Freitag auch in Reit im Winkl. Den ganzen Tag über kamen viele Menschen zum Impfbus am Festsaal. Sie nutzten die Gelegenheit, sich ohne Terminvereinbarung die Erst-, Zweit- oder Drittimpfung gegen Corona geben zu lassen.

»Wir werden förmlich überrannt«, sagt Klaus Fischbacher, Verwaltungsleiter des Impfzentrums in Altenmarkt, im Gespräch mit dem Traunsteiner Tagblatt. Es ist Samstagmittag, das Wetter ist nasskalt und ungemütlich. Statt daheim im Warmen zu sitzen, stehen die Menschen geduldig in der Schlange am Impfzentrum in Altenmarkt an und warten, bis sie an der Reihe sind. Der Andrang ist seit ein paar Tagen groß.

Die meisten der Wartenden haben schon eine Mappe mit ihren Unterlagen in der Hand. Das bedeutet, dass sie bereits mindestens eine Impfung hinter sich haben. »Das halbe Jahr seit meiner zweiten Impfung ist um, jetzt hol' ich mir die dritte«, sagt Marianne Müller. Die Chiemingerin war letzte Woche schon beim Impfbus des Landkreises, dort dauerte es ihr aber zu lange, bis sie drangekommen wäre. In Altenmarkt dagegen seien alle »sehr freundlich und flott«.

Das stimmt, die Schlange wird während des Gesprächs mit ihr zusehends kürzer. Für die 76-Jährige war es von vorneherein klar, dass sie sich impfen lässt: »Man kann seine Zweifel daran haben, aber ohne Impfung ist es noch schlechter. Ich schütze nicht nur mich damit.« Richtig findet sie auch, dass jetzt oft 2G gilt.

Ziemlich skeptisch schaut ein Paar in der Warteschlange drein und der Mann gibt zu, dass er eigentlich generell gegen das Impfen ist. »Aber in der Arbeit ist es halt ab Montag schlecht, wenn man nicht geimpft ist«, erklärt Valerian Groß. Er ist von Burgkirchen nach Altenmarkt gefahren, »weil man hier keinen Termin braucht«. Und das soll auch so bleiben, wie Klaus Fischbacher betont. Im Impfzentrum in Altenmarkt sind jetzt wieder alle vier Impfstationen besetzt, das komplette Personal ist im Einsatz, um dem Andrang Herr zu werden.

Ihre Booster-Impfung holte sich am Samstag Birgit Zimmermann aus Waging ab. Die 32-Jährige wurde im Juni mit Johnson & Johnson geimpft. »Mir geht es nicht nur um meinen Schutz«, sagt sie. Vielmehr müsse man mithelfen zu verhindern, dass die Intensivstationen überfüllt sind. »Dazu will ich meinen Beitrag leisten und auch, um meine Familie zu schützen.«

Eine Traunreuterin sagt ganz klar: »Ich hab' keinen Bock, eingesperrt zu sein.« Ebenfalls aus Traunreut kam Laura Curescu nach Altenmarkt. Sie ist genesen und holt sich jetzt ihre Impfung ab. Für ihre Entscheidung seien zu 90 Prozent die neuen, verschärften Auflagen ausschlaggebend. Aber sie denke auch an alle anderen Menschen: »Corona hört nicht auf, ohne dass eine gewisse Zahl geimpft ist. Jeder Einzelne ist da wichtig.« Immer nur gegen etwas zu sein, helfe schließlich auch nichts. Da sie ihre erste Impfung erhält, ist sie wahnsinnig aufgeregt und meint zum Abschied: »Drücken Sie mir die Daumen.« Gleich hinter ihr in der Schlange steht ein Vater mit seiner 12-jährigen Tochter. Er ist schon geimpft und nun soll auch die Jugendliche den Impfschutz erhalten, weil »wir gerne Sport machen, zum Beispiel Skifahren, und nicht den ganzen Winter eingesperrt sein wollen«, wie der Vater betont.

Die Öffnungszeiten der Impfstationen im Landkreis Traunstein wurden aktuell erweitert: Ab dem heutigen Montag, 15. November, sind beide Standorte täglich von 12 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Die Impfstandorte werden zudem weiterhin durch den Impfbus des Landkreises Traunstein unterstützt.Der Landkreis Traunstein hält seit Mitte Dezember letzten Jahres an der Trostberger Straße 10 in Altenmarkt und seit März dieses Jahres an der Jahnstraße 38 in Traunstein je ein Impfzentrum vor. Außerdem ist seit Mitte Januar ein Impfbus unterwegs, der organisatorisch an die Impfzentren angebunden ist. »Wir waren nie weg und sind weiterhin für die Bürgerinnen und Bürger da«, betont Florian Appelt. Damit möchte er klarstellen, dass die Impfzentren in Bayern und somit auch im Landkreis Traunstein nie geschlossen waren.

Anfang Oktober wurden die Kapazitäten aufgrund der geringen Nachfrage zwischenzeitlich zwar etwas reduziert, mittlerweile werde aber wieder auf Volllast gefahren, wie der Sachgebietsleiter betont. Ab dem heutigen Montag sind die Impfzentren von Montag bis Samstag jeweils von 12 Uhr bis 20 Uhr geöffnet. Und dies ganz ohne Terminvereinbarung. Das Gleiche gilt für den Impfbus. Was das Impfpersonal betrifft, ist Florian Appelt zuversichtlich. »Gott sei Dank haben wir seit Beginn der Impfungen einen großen Personalpool entwickelt, auf den wir auch jetzt wieder zurückgreifen können. So können wir aktuell pro Tag bis zu 1000 Impfungen durchführen.«

Das Impfzentrum im Berchtesgadener Land hat die Kapazitäten in Ainring so erweitert, dass pro Tag 600 Impfungen durchgeführt werden können. Zudem verfügt das Impfzentrum über ausreichend Impfstoff, um die Nachfrage nach Auffrischungsimpfungen problemlos decken zu können, wie das Landratsamt mitteilte. Zwischenzeitig hätten auch die IT-Probleme gelöst werden können, sodass ein reibungsloser Ablauf möglich sei.

Das Impfzentrum in Ainring war in den vergangenen Tagen von massiven technischen Problemen im Bereich des Internetanbieters betroffen. Diese führten immer wieder zu Unterbrechungen im laufenden Impfbetrieb. In der Folge kam es zu außergewöhnlich langen Wartezeiten.

Um längere Wartezeiten zu vermeiden, wird eine Terminreservierung unter www.impfzentren.bayern oder unter Telefon 08654/588 39 40 (Montag bis Freitag von 8.30 Uhr bis 17 Uhr) empfohlen.

KR/mix/ga/sh

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