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Anbau mit Abstrichen

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An der Rückseite der Ludwig-Thoma-Grundschule soll ein Erweiterungsbau für die Ganztagsbetreuung entstehen – laut Vorentwurf für gut 2 Millionen Euro.

Traunstein. 2,8 Millionen Euro wird die Stadt Traunstein in den nächsten Jahren in die Ludwig-Thoma-Grundschule in Traunstein investieren. Der Stadtrat stimmte in seiner jüngsten Sitzung bei drei Gegenstimmen der Grünen der Vorentwurfsplanung zu. »Das ist viel Geld, aber für unsere Kinder und deshalb sinnvoll investiert«, betonte Oberbürgermeister Christian Kegel.


Geplant ist ein Anbau an der Rückseite des Schulgebäudes für die Ganztagsbetreuung mit vier Klassenzimmern im ersten Stock und darunter einer Küche mit Speiseraum. Laut Architekturbüro Färbinger Rossmy betragen die Kosten geschätzt 2,04 Millionen Euro. Dazu kommen zusätzlich knapp 800 000 Euro für die Sanierung der Sanitäreinrichtungen, Wasser- und Abwasserleitungen im alten Schulgebäude. Das Planungsbüro Stadler hatte große Defizite festgestellt, als es die Grundlagen für den Anbau ermittelte. Die Stadt rechnet mit staatlichen Fördermitteln, kann bislang die Höhe aber nicht beziffern.

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Entgegen ersten Plänen wird die Küche aus Kostengründen nicht voll ausgestattet. Dafür wären weitere Umbauten für Aufenthalts- und Umkleideraum sowie eigenem WC für das Personal nötig. Also wird zunächst eine »Austeilküche« eingerichtet, die jedoch modular erweitert werden kann. Auch wird kein zweiter Haupteingang auf der Ostseite geplant.

Ernst Haider (UW) drängte darauf, trotz aller Einsparungen die Möglichkeit eines Osteingangs nicht für alle Zeiten zu verbauen. Mit einem zweiten Eingang würde man das Verkehrsaufkommen zu den Bring- und Holzeiten entzerren.

Traudl Wiesholler-Niederlöhner (SPD) sprach sich für eine Vollküche aus. Anderenfalls müsste die Stadt bald wieder nachrüsten, befürchtet sie. Dem stimmten auch Ursula Lay (UW) und Ingrid Bödeker (SPD) zu. OB Kegel entgegnete, nicht jede Schule habe eine Vollküche. Angesichts der finanziellen Zwänge sei eine Küche, die man modulartig erweitern könne, die beste Variante.

Wilfried Schott (Grüne) bezeichnete es als problematisch, zwei Millionen Euro für vier Klassenzimmer auszugeben. Die Grünen hatten sich in einer früheren Sitzung für einen kleineren Anbau mit zwei Klassenzimmern ausgesprochen. Ursula Lay hakte nach: Traunstein brüste sich als Schulstadt, an der eigenen Schule würde aber gespart.

Als »Not-Not-Lösung« bezeichnete Christa Fuchs (CSU) einen weiteren Beschluss des Stadtrates: für 80 000 Euro wird bei der Schule in Kammer ein Container aufgestellt, um die Kindertagesstätte um einen Gruppenraum zu erweitern. Alle anderen Varianten, Räume anzumieten bzw. an die Schule bzw. den Kindergarten anzubauen, ließen sich nicht verwirklichen, zumal die Zeit drängt und der Raum schon im September benötigt wird. Fuchs und Thomas Stadler (Grüne) drängten auf eine langfristige Lösung. ka