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Analyse der Bundestagswahlen in der Region – Bärbel Kofler (SPD) bekommt etwas mehr Stimmen als 2009 – FDP stürzt ab

Peter Ramsauer hatte am Sonntagabend gut lachen: Der CSU-Politiker wurde als Direktkandidat für die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land mit 62,61 Prozent der Stimmen bestätigt.

Die Ergebnisse der Bundestagswahlen in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land folgen dem landesweiten Trend: Die CSU hat deutliche Gewinne erzielen können. Die SPD hat die FDP zudem wieder von Platz 2 verdrängt. Das ist allerdings kein Wunder: Denn die Liberalen verloren auch im Wahlkreis Traunstein deutlich an Boden. Die Wahlbeteiligung lag bei 68,61 Prozent. Die Ergebnisse aus allen 50 Städten und Gemeinden der beiden Landkreise haben wir in unserer gestrigen Ausgabe veröffentlicht.


Deutliche Steigerung im Vergleich zu 2009

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Im Vergleich zu den Wahlen vor vier Jahren holte der Stimmkreisabgeordnete Peter Ramsauer (CSU) wieder deutlich mehr Stimmen. 2009 waren es noch 54,6 Prozent, diesmal kam der Bundesverkehrsminister auf 62,61 Prozent – und damit erzielte er das zweitbeste Ergebnis in den 45 bayerischen Wahlkreisen. Auf den ersten Platz kam übrigens sein CSU-Kollege Stephan Mayer, der im Wahlkreis Altötting auf 65,77 Prozent kam.

Das beste Ergebnis erzielte Ramsauer in Pittenhart mit 71,72 Prozent, gefolgt von Palling 71,45 und Engelsberg 70,55. Am wenigsten Stimmen bekam er in Traunstein mit 57,57 Prozent. Im Berchtesgadener Land erzielte er sein bestes Ergebnis in Ramsau mit 74,23 Prozent. Am wenigsten bekam Ramsauer in Laufen mit 51,61 Prozent.

Auch SPD-Direktkandidatin Bärbel Kofler, die ebenfalls wieder im Bundestag vertreten sein wird, legte bei den Erststimmen im Vergleich zu 2009 wieder zu. Ihr Anteil stieg von 15,2 auf 17,56 Prozent. Sie kam in einigen Städten und Gemeinden auch wieder über 20 Prozent. Die meisten Stimmen sammelte sie in Trostberg mit 23,66 Prozent. In Altenmarkt erreichte sie 22,74 Prozent und in Grassau 22,42 Prozent. Die wenigsten Stimmen gab es für Kofler in Pittenhart (8,93 Prozent). Im Berchtesgadener Land kam sie in Freilassing mit 22,17 über die 20-Prozent-Marke. In Teisendorf stimmten nur 12,78 Prozent für Bärbel Kofler.

Bernhard Zimmer von den Grünen holte sein bestes Ergebnis in Bergen mit 11,79 Prozent. In Chieming kam er auf 11,77 Prozent und in Waging am See auf 11,22 Prozent. Den geringsten Zuspruch bekam Zimmer in Grassau mit 4,64 Prozent. In Piding holte er mit 14,19 Prozent sein bestes Ergebnis im Landkreis Berchtesgadener Land. Insgesamt kam Zimmer auf 8,56 Prozent der Stimmen.

Franz Lindlacher (Linke) landet auf Platz 4

Für die FDP gab es auch im Wahlkreis Traunstein ein Debakel. Sandra Sonntag kam auf 2,37 Prozent bei den Erststimmen. Die FDP wurde damit sogar von den Linken überholt. Franz Lindlacher holte sich mit 2,95 Prozent Platz 4. Wilhelm Winkler (ÖDP/2,42 Prozent) und Christoph Schmid (Piraten/2,16 Prozent) kamen ebenfalls noch über zwei Prozent. Tilo Schöne (Republikaner) blieb mit 1,37 Prozent darunter.

Bei den Zweitstimmen legte die CSU ebenfalls wieder deutlich zu und holte sich die absolute Mehrheit im Wahlkreis Traunstein mit 57,26 Prozent zurück. Das schlechte Ergebnis von vor vier Jahren mit 48,8 Prozent ist damit vergessen. Im Landkreis Traunstein bekamen die Christsozialen in den kleinen Landgemeinden Palling (65,90 Prozent) und Pittenhart (65,37 Prozent) die meisten Stimmen. Mit 48,87 Prozent für die CSU war Marquartstein die Kommune, in der die Partei ihr schlechtestes Ergebnis hatte. Im Berchtesgadener Land schnitt sie in Ramsau (66,91 Prozent) am besten ab. Die wenigsten Stimmen gab es in Laufen mit 49,98 Prozent.

AfD holt 3,25 Prozent

Auch bei den Zweitstimmen hat die SPD wieder Platz 2 eingenommen – und zwar mit 14,88 Prozent. In Trostberg hätte die Partei beinahe die 20-Prozent-Marke geknackt und kam dort auf 19,39 Prozent. Ähnlich lautete das Ergebnis in Freilassing, dort stimmten 19,33 Prozent der Wähler für die SPD. Nur in drei Gemeinden blieb die SPD einstellig – und zwar in Pittenhart mit 7,88, in Petting mit 8,97 Prozent und in Engelsberg mit 9,98 Prozent.

Für die Grünen wurden 8,79 Prozent der Zweitstimmen abgegeben. Vor vier Jahren waren es noch 11,6 Prozent. Im Landkreis Traunstein lag Surberg (13,03 Prozent) vorne und im Landkreis Berchtesgadener Land Laufen mit 11,57 Prozent. Die wenigsten Stimmen gab es in Grassau (5,72 Prozent) und in Ramsau (6,38 Prozent).

Die FDP erzielte 2009 noch ein Ergebnis von 12,9 Prozent. Bei dieser Wahl stimmten gerade einmal 4,38 Prozent der Wähler für die Liberalen. Damit blieb die Partei in jeder Gemeinde oder Stadt einstellig. Das beste Ergebnis erzielte sie in Seeon-Seebruck mit 5,91 Prozent. Im Berchtesgadener Land war die FDP-Hochburg die Gemeinde Bayerisch Gmain mit 7,84 Prozent.

Von den kleinen Parteien konnte die Alternative für Deutschland (AfD) im Wahlkreis Traunstein 3,25 Prozent der Stimmen erringen. Die Partei der Euro-Kritiker blieb damit im Wahlkreis Traunstein aber etwas unter dem bayernweiten Ergebnis von 4,3 Prozent.

Die Linke landete bei 2,99 Prozent und die Freien Wähler bei 2,01 Prozent. Die Piraten bekamen 1,51 Prozent und die ÖDP erreichte 1,31 Prozent. Die Bayernpartei erhielt 1,28 Prozent der Stimmen. Alle anderen Parteien kamen nicht über ein Prozent hinaus. SB