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An die 1000 Schützen in Waging

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Auch die Birkhahnschützen Eschetshub-Feichten waren zum Bezirksschützentag nach Waging gekommen. (Foto: H. Eder)

Waging am See – Waging stand ganz im Zeichen der Schützen beim 65. Oberbayerischen Bezirksschützentag. An die 1000 Teilnehmer zählte der bunte Festzug, der sich durch die Straßen des Ortes schlängelte und beim Kurhaus endete. Zuvor hatte Pfarrer Andreas Ager beim Gottesdienst in der überfüllten Pfarrkirche seine Freude darüber geäußert, dass die Schützen die Geselligkeit nicht nur in ihren Vereinen pflegen, sondern auch eine Gemeinschaft im Gebet und Glauben sein möchten.


Der Altarraum der Kirche war überfüllt mit den Fahnen der 30 oberbayerischen Gaue und der rund 35 Schützenvereine aus der Region, die alle zum 65. Oberbayerischen Bezirkstag nach Waging gekommen waren. Musikalisch gestaltet wurde die Messfeier vom Kirchenchor und einem Bläserensemble der Pfarrei unter Leitung von Alfons Schmuck. Anton Stutz, der Gauschützenmeister des Rupertigaus, trug die Lesung vor, auch die Fürbitten wurden von einem Schützen gesprochen.

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Pfarrer Ager begann seine Predigt mit einer lustigen Einlage: Er zog ein Faschingsgewehr heraus und drückte ab – mit dem Kommentar: »Dieses Gewehr funktioniert sogar, im Gegensatz zu den Bundeswehrwaffen.« Die Menschen, so der Pfarrer weiter, seien seit jeher fasziniert von Waffen – um damit an ihr Ziel zu kommen: auf der Jagd, im Turnier, im Schützensport; aber natürlich hätten die Waffen auch ihre dunkle Seite. Auch im übertragenen Sinn jedenfalls sei es von Vorteil, bewaffnet zu sein: So seien beispielsweise die Waffen einer Frau – damit brachte Pfarrer Ager die Besucher zum Schmunzeln – oft sehr wirksam, und auch ein entwaffnendes Lächeln könne oft Wunder wirken. Verschiedene Waffen, die den Heiligenfiguren in der Kirche beigegeben waren, deutete der Pfarrer um in »Waffen des Lichtes«: das Schwert als Symbol der Entschiedenheit, der schmerzhafte Pfeil als Symbol für Durchhaltevermögen und Widerstandskraft und schließlich das »soziale Schwert« des Kirchenpatrons St. Martin als Symbol für Mitmenschlichkeit und Teilen – etwa mit den Flüchtlingen, die aus Afrika ins Land kommen, zum Beispiel nach St. Leonhard. Letztlich sei auch das Gebet eine wunderbare Waffe: Schon manches sei »dabet’t« (»erbetet«) worden, und auch der Dank im Gebet sei wichtig. Letztlich sei es wichtig, dass die Waffen funktionieren, dass auch die Waffen des Glaubens oft ins Schwarze treffen.

Nach dem Gottesdienst stellten sich die Abordnungen der Gaue und der heimischen Schützenvereine im Waginger Ortszentrum auf und begannen mit ihrem Zug, jeweils angeführt von der Musik: Mit dabei waren die Musikkapellen Waging, Otting und Burgkirchen sowie die Blaskapelle Jung-Otting. An den Straßenrändern standen zahlreiche Besucher, die den Zug betrachteten und den Marschierern gelegentlich applaudierten. Insgesamt war es ein recht buntes, vielfältiges Bild, das sich unter strahlendem Sonnenschein im Ort bot; bunte Wimpel quer über den Straßen sorgten für zusätzliche Farbe – ebenso wie das Duo von der Kgl. Priv. Hauptschützengesellschaft München von 1406 in seinen farbenfrohen, mittelalterlichen Kostümen, die überall, wo sie vorbeikamen, für staunende Blicke sorgten. »Da geht einem das Herz auf, das ist echtes gelebtes oberbayerisches Brauchtum«, schwärmte danach der scheidende Bezirksschützenmeister Eberhard Schuhmann. Am Ufer des Sees wurde der Zug von Böllerschützen begrüßt, ehe sich die Teilnehmer zur Bezirksversammlung ins Kurhaus begaben. – Einen Bericht dazu lesen Sie im Sportteil unserer heutigen Ausgabe. he