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An der Kehrmaschine scheiden sich die Geister

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So etwas wünscht sich der Waginger Bauhof: eine Kehrmaschine für die Straßen, Kostenpunkt rund 140 000 Euro. Der Gemeinderat konnte sich aber noch zu keiner Entscheidung durchringen, der Punkt wurde zurückgestellt. (Foto: Marktgemeinde Waging)

Waging am See – Soll sich der Bauhof eine Kehrmaschine – Kostenpunkt etwa 140 000 Euro – anschaffen dürfen oder nicht? Diese Fragestellung erforderte in der jüngsten Sitzung des Waginger Gemeinderats Diskussionsbedarf von fast einer halben Stunde. Und dann war immer noch nichts entschieden: Der Punkt wurde zur Klärung noch fraglicher Aspekte zurückgestellt. Als kleiner Ausgleich wurde dann ohne weiteren Gesprächsbedarf die Anschaffung eines Thermobehälters für 16 640 Euro beschlossen. Darin kann Asphalt länger heiß gehalten werden, wodurch die Masse auch über längere Zeit verarbeitet werden kann.


Im Haushalt sind die 140 000 Euro für eine Kehrmaschine vorsorglich schon einmal eingestellt worden – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Gemeinderat, der sich damit aber schwertat. Martin Dandl war der erste, der vorschlug, die Anschaffung doch aufgrund der »angespannten Finanzlage« der Gemeinde um wenigstens ein Jahr zu verschieben. Konrad Heigermoser ging noch weiter und meinte, der Bauhof solle auch weiterhin, wie bisher immer geschehen, sich eine Kehrmaschine ausleihen.

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Andreas Barmbichler warf einen Kompromissvorschlag in die Debatte ein: Man könnte doch nur die Kehrvorrichtung allein kaufen, die dann an eines der vorhandenen Fahrzeuge angebaut werden könnte. Daran schloss sich ein kurzes spekulatives Hin und Her an – ob das so ohne Weiteres ginge, ob das einschließlich einer Ansaugvorrichtung möglich sei.

Spätestens zu dem Zeitpunkt wurde allmählich klar, dass ein paar zusätzliche Informationen der Debatte, die zunehmend vager wurde, nicht schaden würden. Hedwig Witzleben gab zu überlegen, ob man die Kehrmaschine nicht von der Verwaltungsgemeinschaft aus kaufen könne: Damit könnten sie alle drei Gemeinden nutzen und man könnte sie natürlich auch darüber hinaus vermieten. Georg Huber dagegen würde weiterhin die Anmiet-Variante bevorzugen. Klar für einen Ankauf waren Willi Reiter und Hias Schneider, die das öffentliche Erscheinungsbild von Waging und die häufige Notwendigkeit des Kehrens hervorhoben.

Zweiter Bürgermeister Christian Reiter fasste schließlich seinen Eindruck zusammen: Es gebe wohl noch »einiges zu prüfen«, meinte er. Von daher sollte man die Entscheidung verschieben und dann auch Bauhofleiter Richard Fischbacher zur Sitzung einladen. Dabei sollte nachgefragt werden, inwieweit ein solches Fahrzeug auch für weitere Dienste genutzt werden könnte – etwa zum Blumengießen, wie es Beppo Hofmann noch in das Gespräch einbrachte.

Ein Problem bei der bisherigen Situation liegt wohl, wie Reiter informiert hatte, daran, dass es zu bestimmten Zeiten – etwa im Frühjahr, wenn es gilt, all den Splitt von den Straßen zu entfernen – einen Engpass bei den Verleihern gibt, weil alle Gemeinden mehr oder weniger gleichzeitig das Gerät ausleihen möchten. Außerdem ließen sich mit der Kehrmaschine zeitaufwändige Handarbeiten, die derzeit notwendig sind, vermeiden. Und man könnte damit auch dem Bewuchs an den Straßenrändern zu Leibe rücken, da ja die Anwendung von chemischen Mitteln nicht mehr erlaubt ist. Insgesamt würde eine Kehrmaschine die Arbeitsvorgänge am Bauhof erleichtern.

Letztlich war der Gemeinderat dann auch damit einverstanden, den Punkt zu verschieben. Die Rede war davon, dies in der kommenden Gemeinderatssitzung abschließend zu behandeln. Diese findet allerdings bereits kommenden Donnerstag statt, und der Punkt steht dabei nicht auf der Tagesordnung. So könnte sich die Anschaffung noch etwas hinziehen. he