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Amüsanter »Ehestreik« begeisterte Publikum

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Die Zweisamkeit von Pepi (Rosa Hylak) und ihrem Mann Lenz (Toni Wimmer) scheint perfekt, wäre da nicht die Eifersucht, die im Dorf um sich greift, als eine kokette Bedienung beim Bärenwirt einsteht. Wie verrückt die Männerwelt darauf reagiert und was die Frauen dagegen unternehmen, zeigt das Lustspiel »Der Ehestreik«. (Foto: Volk)

Nußdorf. Mit tosendem Applaus würdigte das Publikum die gelungene Premiere des Lustspiels »Der Ehestreik«, das die Theatergruppe des Trachtenvereins im Bürger- und Vereinsheim präsentierte. Die Zuschauer erlebten vergnügliche Stunden, bei denen die Lachmuskeln in wohltuende Schwingung versetzt wurden.


Beim Schmied scheint die Welt in bester Ordnung. Jung und Alt leben friedlich und in Harmonie zusammen. Das junge Ehepaar Pepi (Rosa Hylak) und Lenz (Toni Wimmer) ist ein Herz und eine Seele und die »Austragler« Annamierl (Anni Gnadl) und Bartl (Anderl Osenstätter) helfen in Haushalt und in der Werkstatt am Schmiedfeuer mit, so gut sie können. Diese traute Familienbande wird jedoch empfindlich gestört, als bekannt wird, das sich beim Bärenwirt unmoralisches Treiben abspielen soll. Dort verdrehe eine neue, fesche Kellnerin, frivole Lieder singend, den Männern den Kopf, sodass diese ihr Bier nun viel lieber im Wirtshaus als in der heimischen Stube trinken. Für die gottesfürchtige Bürgermeisterin (Christine Czogalla) ist dieses Frauenzimmer eine ernste Bedrohung der ehelichen Treue im Ort.

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Die Aufgeregtheit der Geschlechter gipfelt darin, dass die eifersüchtigen Frauen im Dorf bei einer Krisensitzung beschließen, ihren Männern die Wirtshausfreuden kräftig zu verderben und ihrem Drang im wahrsten Wortsinn einen Riegel vorzuschieben. Wurzel (Hilde Zimmermann), die Zeigerin (Hanni Höllthaler), die Wimpfingerin (Helga Wimmer) und die Bayerin (Regina Graf) zeigen Widerstand und sperren ihre Männer – trotz der mahnenden Worte des Herrn Pfarrers (Franz Schützinger), der den Mann als Haupt des Weibes und ihnen untertan ansieht – aus den Schlafkammern aus. Das bedeutet Verweigerung und Ehestreik. Annamierl und Pepi zeigen sich solidarisch und auch sie verbannen ihre Ehemänner zum Schlafen auf die harten Bänke in der Stube.

Bartl und sein Sohn Lenz sind aufgebracht, ebenso wie der Schubert (Stefan Huber), der Göppler (Martin Zimmermann), der Bayer (Sepp Schauer) und der Wimpfinger (Christian Czogalla). Und sie sind sich einig, das rigorose Vorgehen ihrer Frauen nicht ohne Gegenwehr hinzunehmen. Der Dorffrieden und das angegriffene Eheglück scheinen jedoch endgültig in die Brüche zu gehen, als Lenz auf der Fensterbank des ehelichen Schlafzimmers die Pfeife des Dorf-Gigolos findet. Er glaubt damit den Beweis von Pepis Untreue entdeckt zu haben.

Doch das Corpus Delicti stammt nicht von einem vermeintlichen Liebhaber seiner Frau, die hat die resolute Wurzel liegen lassen, als sie sich am Höhepunkt der Protestbewegung vollkommen emanzipiert und zur Tabakpfeife ihres Mannes gegriffen hat. Das tat ihr jedoch gar nicht gut und in höchster Not entleerte sie ihren Mageninhalt über die Fensterbank im Schlafzimmer hinweg. Die lustige Komödie nimmt letztlich ein gutes Ende, die Verwirrungen klären sich und die Eifersüchteleien weichen liebevoller Zuneigung.

Das Ensemble der Nußdorfer Trachtlerbühne beschenkte das begeisterte Publikum mit routinierter schauspielerischer Leistung, toller Situationskomik und pfiffigen Dialogen. Zum Erfolg des Lustspiels von Julius Pohl trug vor allem Spielleiter Andi Haberlander bei. Im Souffleurkasten war Johanna Schauer präsent, aber kaum beschäftigt. Das schmucke Bühnenbild schufen Josef Schauer und Toni Wimmer; für Maske und passende Frisuren sorgte Helga Braml.

Wer den »Ehestreik« und damit ungetrübte Theaterfreuden nicht versäumen möchte, hat dazu noch vier Mal Gelegenheit. Das Lustspiel wird am heutigen Freitag um 20 Uhr und am Sonntag um 18 Uhr im Bürger- und Vereinsheim Nußdorf gespielt. Zudem öffnet sich der Vorhang nochmals am Freitag, 9. Mai und Samstag, 10. Mai, jeweils um 20 Uhr. Kartenreservierung ist möglich bei Cornelia Schauer, Telefon 08669/819815. Restkarten gibt es an der Abendkasse. pv

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