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Amphibien gehen auf Wanderschaft

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Mit den ersten warmen Tagen beginnen im Landkreis Traunstein wieder die Amphibienwanderungen zu den Laichplätzen. Der Bund Naturschutz appelliert daher an Autofahrer, vorsichtig zu fahren.

Auch wenn noch ein paar kalte Tage bevorstehen, wird die Frühjahrswanderung der Frösche, Kröten und Molche bald beginnen. Die Amphibien machen sich dann vor allem bei Regen auf ihren oft beschwerlichen Weg zu ihren Laichgewässern.


Weil sie auf ihrem Weg dorthin Straßen überqueren müssen, appellieren die Untere Naturschutzbehörde im Landratsamt Traunstein, der Kreisbauhof und der Bund Naturschutz (BN) im Landkreis wie in jedem Jahr alle Autofahrer, besonders in der Dämmerung vorsichtig zu fahren.

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Auch Tiere, die »zwischen die Räder« genommen werden, sterben schon ab 30 km/h wegen der starken Luftdruckunterschiede unter dem Fahrzeug. Ein wirkungsvoller Schutz ist deshalb die vom Landratsamt angeordnete Beschilderung. Landrat Siegfried Walch: »Der Schutz der Amphibien ist uns sehr wichtig. Die Tiere sollen ihr Ziel sicher erreichen. Auch auf diese Weise leisten wir einen wichtigen Beitrag, die biologische Vielfalt unserer heimischen Natur zu erhalten.«

Was zum Beispiel das rund 380 Kilometer lange Kreisstraßennetz betrifft, arbeiten Kreisbauhof, Untere Naturschutzbehörde und viele ehrenamtliche Helfer auch heuer wieder Hand in Hand. Tausende Meter Schutzzaun müssen errichtet werden, um die Wanderwege der Amphibien umzuleiten und sie aufsammeln zu können.

Der Kreisbauhof verteilt das Material für die Schutzzäune an die Brennpunkte der Amphibienwanderung. Dort kümmern sich dann viele Helfer um den Aufbau, beispielsweise an der Kreisstraße 14 bei Seeon. Die längeren Schutzzäune wie an der Kreisstraße 34 bei Marquartstein werden von Mitarbeitern des Kreisbauhofs aufgestellt. Im Verlauf der Wanderung müssen dann einige hundert Meter Schutzzaun versetzt werden, um die von den Laichplätzen zurückkehrenden Amphibien bei der erneuten Überquerung der Straßen abzusichern. Wenn die Wanderungen vorbei sind, werden die Schutzzäune abgebaut und wieder im Kreisbauhof eingelagert.

Neben den mobilen Schutzzäunen unterhält der Kreisbauhof an mehreren Stellen feste Amphibiendurchlässe. Der bekannteste liegt an der Kreisstraße 5 beim Weiler Klaus zwischen Bergen und Staudach-Egerndach. Diese »Unterführungen für Amphibien« werden das ganze Jahr über kontrolliert.

Auch an den Bundes- und Staatsstraßen werden mobile Amphibienzäune aufgestellt. Ehrenamtliche Helfer sammeln die Amphibien entlang der Zäune ab und bringen sie sicher zu den Laichplätzen.

Besondere Vorsicht ist an der Bundesstraße 305 zwischen Ruhpolding und Reit im Winkl geboten. Hier wandern die Tiere in manchen Nächten zu Tausenden über die Fahrbahn, wodurch die Straße kaum mehr befahrbar ist. In solchen Fällen wird sie aus Gründen des Tierschutzes und der Verkehrssicherheit nachts gesperrt. Zudem bittet die Untere Naturschutzbehörde darum, Kellerschächte auf Amphibien zu kontrollieren und gegebenenfalls die Tiere wieder in die Freiheit zu entlassen.

»Bis Ende April muss man auf vielen unserer Straßen mit den Amphibien rechnen oder mit Menschen, die zu deren Schutz in den Morgen- und Abendstunden unterwegs sind«, so Beate Rutkowski, Vorsitzende der BN-Kreisgruppe Traunstein. Im Kreisgebiet befinden sich demnach Amphibienschutzzäune zum Beispiel bei Traunreut-Gigling, Marquartstein-Freiweidach, Kirchanschöring-Reichersdorf und Vachendorf-Langenspach.

Sollten Bürger in den kommenden Wochen weitere ungeschützte Amphibienwanderschwerpunkte entdecken, bittet der BN um Rückmeldung unter Telefon 0861/12 297. fb