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Ammoniakalarm im Schwimmbad Traunstein

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Zwei Verletzte, die nach dem Austritt von Ammoniak aus einer Leitung im Traunsteiner Schwimmbad vermisst wurden, musste die Feuerwehr aus der mit dem giftigen Gas völlig vernebelten Halle retten. Zum Glück war's nur eine Übung. (Foto: FDL/Langreiter)

Traunstein. »Leck in einer Ammoniakanlage beim Schwimmbad Traunstein« – so lautete der Einsatzbefehl für die Feuerwehr am Montag gegen 19.30 Uhr.


Die Feuerwehren Traunstein, Hochberg und Trostberg wurden mit rund 60 Leuten und etwa zehn Fahrzeugen zum Traunsteiner Schwimmbad gerufen. Die dortige Ammoniakanlage war der Übungsannahme nach bei Wartungsarbeiten beschädigt worden. Aufgrund eines technischen Defekts war in der Folge Ammoniak ausgetreten, zwei Menschen wurden vermisst, so lautete das Übungszenario.

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Kurz nachdem die ersten Fahrzeuge am Übungsobjekt eintrafen, ging es auch schon Schlag auf Schlag. Atemschutzgeräte wurden angelegt, Schläuche ausgerollt und Leitern in Stellung gebracht. Da Ammoniak ausgetreten war, mussten einige Feuerwehrler Chemieschutzanzüge tragen, um sich vor dem Gefahrstoff zu schützen.

Die Feuerwehrler mussten in der dicht von Ammoniaknebel verrauchten Halle Schieber zuschieben, um den weiteren Austritt des Gases zu stoppen. Um das Gas unschädlich zu machen, wurde es mit Wasser niedergeschlagen. »Das verdünnt sich dann durch das Wasser und wird so niedergeschlagen«, berichtete der Stellvertretende Kommandant der Traunsteiner Feuerwehr, Werner Huber, auf Anfrage des Traunsteiner Tagblatts. Er hatte auch die Einsatzleitung inne.

Nicht einfach gestaltete sich die Suche nach den beiden Verletzten. Alleine acht Feuerwehrleute waren mit der herausfordernden Suche beschäftigt. Im Anschluss an die Übung wurde mit allen Beteiligten der Einsatzverlauf durchgesprochen. Innerhalb der Feuerwehr habe man nur Kleinigkeiten gefunden, die man noch verbessern könnte, »sonst hat alles wunderbar hingehauen, auch die Zusammenarbeit mit dem Betriebsleiter«, zeigte sich Huber voll des Lobes. »Im Ernstfall wären da viel mehr Leute im Einsatz, da wäre der halbe Landkreis da.«

»Das ist schon ein relevantes Thema«, sagt dazu auch Feuerwehr-Pressesprecher Peter Volk. »Wir hatten im letzten Jahr einen Einsatz in der Eishalle in Ruhpolding, wo Ammoniak ausgetreten war.« Das hochgiftige Gas werde – neben der Erzeugung von Düngemitteln – auch als Kühlmittel für Eisflächen eingesetzt. Bei Bauarbeiten in der Eishalle Ruhpolding war versehentlich eine Ammoniakleitung beschädigt worden, so Volk. Ammoniak wirkt vor allem in Verbindung mit Feuchtigkeit stark ätzend auf die Schleimhäute. In hohen Konzentrationen eingeatmet, kann es sowohl die Atemwege als auch die Augen stark schädigen und schlimmstenfalls sogar zum Tod führen.