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Am Wochenende ist wieder zählen angesagt

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Eine Stunde sollen sich Naturinteressierte Zeit nehmen, um am Pfingstwochenende Vögel zu zählen, zum Beispiel auch Amseln. (Foto: M. Bosch)

Am Pfingstwochenende ist wieder zählen angesagt: Der Landesbund für Vogelschutz (LBV) veranstaltet zum 12. Mal die »Stunde der Gartenvögel Plus«. Naturinteressierte sind von Freitag bis Sonntag dazu aufgerufen, eine Stunde lang alle Vögel in ihrem Garten, auf dem Balkon oder in einem Park zu zählen und für eine Auswertung zu melden. Zusätzlich fragt der LBV nach der Häufigkeit von weiteren Tierarten.


»Ein steriler und wartungsfreier Garten hat aus Naturschutzsicht nicht den geringsten Wert, denn die Bedeutung von Gärten liegt in ihrer Vielfalt an heimischen Pflanzen und Strukturen wie Totholz, Steinmauern und wilden Ecken«, erklärt Martina Gehret vom LBV. Bei der Stunde der Gartenvögel Plus will der LBV deshalb neben den beobachteten Vögeln auch wissen, wie häufig bestimmte Tierarten noch im Garten vorkommen. Dieses Jahr fragen die Naturschützer deshalb nach Hornisse, Zauneidechse und Erdkröte. »Denn dort, wo diese Arten noch leben, sind sie ein Hinweis darauf, dass es in den Gärten und deren direkter Umgebung noch Lebensräume für sie und viele andere Tiere gibt«, sagt Gehret.

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Besonders interessant wird die Frage nach der Häufigkeit von Zauneidechse und Erdkröte, haben Bürgerforscher diese doch bereits 2014 erstmals erhoben. Damals wurden bayernweit erstmals 16 Gebiete erfasst, in denen bisher kein Vorkommen der Zauneidechse dokumentiert war. Nun kann der LBV die Daten miteinander vergleichen, um mögliche Veränderungen zu interpretieren. Bereits zum dritten Mal werden bei der Mitmachaktion auch die bayerischen Schwalbennester erfasst. »Da diese bereits im Vorjahr zurückgingen, gehen wir davon aus, dass sich die dramatische Situation für die Schwalben noch weiter verschlimmern wird«, so Gehret.

Erstmals fragt der LBV auch nach einem Haustier. Die Naturschützer möchten herausfinden, wie häufig Katzen in den Gärten vorkommen und, ob das Vorkommen einen Einfluss auf die Artenvielfalt hat. Zahlen belegen, dass in knapp 20 Prozent aller Haushalte in Deutschland Katzen leben. Gartenbewohner, die wie Eidechsen oder Zaunkönige besonders nah am Boden leben oder nisten, aber auch unerfahrene Jungvögel werden leicht zur Beute von Hauskatzen.

Mitmachen an der Aktion ist einfach und man muss dazu auch kein Vogelkenner sein: Man setzt sich vom Freitag bis Sonntag eine Stunde lang in den Garten, Balkon oder Park und zählt in diesem Zeitraum alle Vögel, die zu beobachten sind. Benötigt werden dazu lediglich ein Block mit Stift und eine Stunde Zeit. Die Daten können direkt online in ein Formular eingegeben, per Post abgeschickt oder über Fax zum LBV gesandt werden. Für Laien unter den Teilnehmern bietet der LBV zusätzlich Steckbriefe mit den 30 häufigsten Gartenvögeln auf seiner Internetseite an.

Die Ergebnisse von Deutschlands engagierten »Bürgerwissenschaftlern« liefern dann einen Aufschluss über die Entwicklung der heimischen Vogelwelt sowie den Lebensraum Garten. fb