weather-image
18°

Am Hotel zur Post wird weiter gebaut

2.9
2.9
Bildtext einblenden
Kein Hotel, sondern Eigentumswohnungen und eine Gaststätte mit Gastgarten sollen im Ortszentrum von Inzell entstehen. (Foto: Wegscheider)

Inzell – Der Neubau in Inzell schreitet voran: Investor Franz Scheurl berichtete in der jüngsten Gemeinderatssitzung vom Fortgang der Arbeiten am Hotel zur Post. Außerdem stellte er einen Antrag zur Tektur und Nutzungsänderung. Geplant ist die Umwandlung von Ferienwohnungen zu Eigentumswohnungen. Außerdem sollen Gewerbeflächen zu einer Gaststätte mit Gastgarten umgebaut werden und neue Gewerberäume im Erdgeschoß entstehen.


Nachbarschaftliche Einwände waren der Gemeinde nicht bekannt. Allerdings äußerte sich Grundstücksnachbar Dr. Stefan Engelsberger in der anschließenden Bürgerfragestunde zu den Gegebenheiten (siehe Kasten).

Anzeige

»Jetzt werden eben Wohnungen gebaut«

Franz Scheurl gab einen kurzen Rückblick über die Anfänge bis zum jetzigen Zeitpunkt: Sein erster Plan für den Neubau komme dem, was nun entstehe, ziemlich nahe. Er habe sich damals die Frage gestellt, ob Wohnungen mit Gewerbe und ein Café beim Wiederaufbau integriert werden sollten oder ob ein Hotel gebaut werden sollte. Letztlich habe er sich dann von »mehreren Seiten breitschlagen lassen«, ein Hotel zu errichten. Daraufhin sei es zu einer Klage wegen Lärmschutzmaßnahmen gekommen (wir berichteten).

Mit den Auflagen des Landratsamts sei es nicht möglich, das geplante Hotel und die Gaststätte zu betreiben, betonte Scheurl. Als Beispiele nannte er die Vorgabe, dass Parkplätze absperrbar sein und bis 22 Uhr belegt sein müssen. Die Parkgarage darf aus Lärmschutzgründen zwischen 22 und 6 Uhr nicht befahren werden. Lüftungen dürften nur bis 18 Uhr laufen, »summa summarum viele, nicht nachvollziehbare Auflagen, die schlichtweg nicht einzuhalten sind«, betonte Scheurl. »Jetzt werden eben Wohnungen gebaut.« Es habe ihn viele Nerven und Geld gekostet, doch nun sei der neue Plan fertig. Der Tekturplan liegt dem Landratsamt vor und wird in einer der nächsten Gemeinderatssitzungen behandelt.

Claudia Doppler (SPD) zeigte sich enttäuscht ob der neuen Planung. »Man hätte die Stunde nutzen müssen für den Neubau eines Hotels, gerade an einem Platz, der Leben in den Ort bringen kann.« Die Gemeinde Inzell sei ein Tourismusort, betonte sie. Claudia Doppler geht keineswegs konform mit den Plänen Scheurls.

Rudi Heitauer (CSU) wollte wissen, ob es auch ähnliche Auflagen bei anderen Gaststätten nebenan gebe. Davon ist Franz Scheurl nichts bekannt.

Annelie Gromoll (OBIC) sieht den großen Anteil an Wohnungen bedenklich. Ihrer Meinung nach sollten alle Möglichkeiten mit dem Landratsamt abgestimmt werden, eventuell ließe sich ein Tagescafé einrichten.

Michael Kötzinger (SPD) sieht Probleme aufkommen, wenn eine Gaststätte entsteht und oben drüber Wohnungen errichtet werden. »Das lässt sich kaum miteinander verbinden, denn Leute, die dort wohnen, wollen im Allgemeinen ihre Ruhe.«

»Wir brauchen uns für die Optik nicht zu schämen«

Franz Scheurl betonte, dass er für die Gemeinde etwas schaffen wolle, was nachhaltig sei. »Wir brauchen uns für die Optik nicht zu schämen und Inzell hat was Schönes«, so der Investor.

Annette Schneider (CSU) findet es schade, dass es diese vielen Auflagen gibt. Sollten Gastgarten und Tagescafé nicht genehmigt werden, so ist es ihrer Ansicht nach notwendig, sich nochmal gemeinsam Gedanken zu machen. Scheurl bekräftigte dies, denn mit dem Verzicht auf die Gästezimmer brauche er auch den gut erhaltenen Wellnessbereich nicht. Dieser müsse dann aus- und umgebaut werden zu Lagerräumen. »7,5 bis 8 Millionen Euro sind bereits investiert worden. Wir haben jetzt eine gute Lösung und es wird für den Ort eine schöne Sache«, so Scheurls abschließendes Fazit. hw