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Alzbrücke: Studenten arbeiteten Alternativtrasse aus

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In der Sitzung des Gemeinderats wurde über eine neue Brückentrasse in Seebruck diskutiert, die auf einer Studie basiert, mit der das Straßenbauamt Traunstein Studenten der TU-München beauftragt hat. Die Alternativtrasse von der sogenannten Reimer-Kurve (Foto) zum Ortsteil Graben würde aber ein Grundstück durchschneiden, auf dem bereits Bauvorhaben geplant sind. (Foto: Rasch)

Seeon-Seebruck – In die Diskussion um den Neubau der Alzbrücke in Seebruck, die im Ausbauplan für Staatsstraßen und -brücken in der ersten Dringlichkeit eingestuft ist, kommt jetzt Bewegung. Studenten der Technischen Universität (TU) München haben im Auftrag des Staatlichen Bauamts Traunstein Alternativtrassen vom Ortsbereich Graben bis zur sogenannten Reimer-Kurve ins Auge gefasst. Diese Alternativen sollten auch nach Auffassung der Regierung von Oberbayern in die Diskussion eines Brückenneubaus mit einfließen.


Die Alternative sieht vor, die bestehende Brücke als Fuß- und Radweg umzubauen. Der motorisierte Verkehr würde durch einen neuen Brückenbau weiter flussabwärts umgeleitet und so aus dem Ortskern weitgehend herausgehalten. Der Verlauf der Staatsstraße 2095 würde dann von der Rosenheimer Straße aus nicht mehr entlang der Ludwig-Thoma-Straße führen, sondern ein kurzes Stück in östlicher und schließlich südöstlicher Richtung über die Alz. Im Bereich der Haushofer Straße würde die neue Trasse dann rechtsseitig der Alz wieder an die bestehende Staatsstraße anschließen.

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Verbesserung für die Ortsmitte

Der Verkehr würde dadurch zwar nicht weniger, es wäre aber eine Verbesserung für den zentralen Ortsbereich, sagte Bürgermeister Bernd Ruth in der jüngsten Sitzung des Gemeinderats. »Es ist unsere oberste Pflicht, alles zu tun, um eine Verbesserung herbeizuführen.« Wiederholt betonte er auch, dass eine Umgehung von Seebruck, über die seit 30 Jahren diskutiert werde, aus den bekannten Gründen auch in den nächsten Jahrzehnten unwahrscheinlich sei. Eine Umgehung sei in der Prioritätenliste des Staatsstraßenausbaus in den nächsten Perioden bis 2050 nicht enthalten, so Ruth.

Deshalb sollte man jetzt die Studie der TU-Studenten in die Diskussion einfließen lassen, um wenigstens den zentralen Ortsbereich von Seebruck vom Durchgangsverkehr zu entlasten. Sollte die Alternativtrasse realisiert werden, könnte dies aber für die Gemeinde Folgen haben. Die Trasse würde ein rund 7000 Quadratmeter großes Grundstück durchschneiden, auf dem ein Einfamilienhaus sowie ein Zwei- und ein Dreifamilienhaus errichtet werden soll. Die Bauanträge liegen bereits in der Verwaltung vor und sollen in der Gemeinderatssitzung am Montag nächster Woche behandelt werden.

Die beiden Grundstücksbesitzer, Petra Mayer von der PS-Bauträger Robert Schroll GmbH und Marion Frank, die das Bauland für teures Geld erworben haben, signalisierten bereits, rechtliche Schritte einzuleiten und gegebenenfalls auf Schadensersatz zu klagen, sollte das Vorhaben umgesetzt werden. In einem an die Gemeinde und die Gemeinderäte gerichteten Schreiben eines Anwaltsbüros, das eine Miteigentümerin vertritt, – es liegt auch dem Traunsteiner Tagblatt vor – wird unter anderem auf den wirtschaftlichen Schaden verwiesen, den die Grundstückseigentümerin, die über ein voll erschlossenes Grundstück im Geltungsbereich eines rechtskräftigen Bebauungsplans verfügt, nunmehr mangels Bebaubarkeit nicht oder mit sehr großem Verlust verwerten könnte.

Im Gespräch mit unserer Zeitung sagte Petra Mayer, die Gemeinde habe ihr signalisiert, dass sie problemlos bauen könnte. Nach Aussagen von Bürgermeister Ruth habe sich aber der Kauf des Grundstücks mit der Präsentation der TU-Studie überschnitten. Aufgrund der aktuellen Sachlage wird der Gemeinderat aller Wahrscheinlichkeit nach die Bauanträge ablehnen.

Wie wiederholt berichtet, spricht sich das Staatliche Bauamt Traunstein als zuständige Behörde für eine »einfache« Variante aus. Die neue Brücke soll an dem angestammten Platz mit südlich ausgerichtetem Geh- und Radweg errichtet werden. Der Gemeinderat hingegen plädierte bisher dafür, die Bestandsbrücke als Geh- und Radweg zurückzubauen und für den Verkehr nördlich eine neue Brücke zu bauen. Durch die nun ins Gespräch gekommene Alternativtrasse der TU-Studenten haben Vertreter der Gemeinde und des Gemeinderats ein Gespräch mit der Regierung von Oberbayern geführt.

Umfangreiche Untersuchungen nötig

Wie Gemeinderat Rudi Mayer (FW), der neben Michael Regnauer (CSU) bei dem Gespräch mit dabei war, erklärte, sei der Gemeinde bei diesem Gespräch geraten worden, das Vorhaben als städtebauliche Sanierungsmaßnahme zu behandeln. Das bedeutet, dass das betreffende Teilgebiet als Sanierungsgebiet ausgewiesen werden muss. Um in dieses Förderprogramm aufgenommen zu werden, bedarf es aber umfangreicher Untersuchungen, die bis zu einem Jahr dauern können. Unter anderem sind dabei Nachweise einer Beeinträchtigung des Landschaftsschutzgebiets in Form einer FFH-Verträglichkeitsprüfung zu führen.

Wie realistisch die Chance einzuschätzen ist, in das Förderprogramm aufgenommen zu werden, sei zum jetzigen Zeitpunkt nicht absehbar, hieß es auf Anfrage von Gemeinderat Martin Bartlweber (FW). Andreas Dorn (FW) sprach sich nach wie vor für eine Umgehung aus. »Alles andere ist Flickschusterei«, sagte er. Letztendlich vertrat aber das Gremium einhellig die Meinung, man sollte auf den Zug aufspringen und die Vorplanung durch ein professionelles Planungsbüro durchziehen. »Wir machen einen großen Fehler, wenn wir nicht auf den Zug aufspringen«, mahnte Josef Hölzl (FW).

Auch die CSU-Räte Sepp Daxenberger und Michael Regnauer vertraten die Ansicht, die Chance zu nutzen. »Wenn wir noch lange warten, wird uns das Straßenbauamt was bauen, ohne dass die Gemeinde mitreden kann«, so Daxenberger. Nach Ansicht Regnauers habe ein städtebauliches Konzept auch den Vorteil, dass dabei was realisiert werden könnte, das auch für das Dorf das Beste sei. Es wurde einstimmig beschlossen, einen Antrag zu stellen, noch 2015 in das Städtebauförderprogramm aufgenommen zu werden. ga