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Altes Schulhaus, Dorfplatz und Dorfladen

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Grabenstätt – Zweieinhalb Stunden lang diskutierte die Bürgergruppe mit den Bürgern im Gasthof Fliegl in Erlstätt. Es ging vor allem um die zukünftige Nutzung des alten Schulhauses in Erlstätt, einen dort angedachten Dorfplatz, einen neuen Dorfladen sowie Maßnahmen zur Verkehrsberuhigung.


Da das Ordinariat die Kirchenverwaltung gebeten habe, die einst angestellten Pfarrhaus-Neubaupläne aus finanziellen Gründen zurückzustellen und stattdessen zu prüfen, auch die Pfarrverwaltung im alten Schulhaus unterzubringen, müsse man nun schauen, ob die Verhandlungen zwischen der Pfarrei und der Gemeinde als Vermieter zu einem Ergebnis führen, sagte 2. Bürgermeister und Kirchenpfleger Robert Muggenhamer.

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Mit Blick auf den am alten Schulhaus angedachten Dorfplatz machte Muggenhamer deutlich, dass es sich um den »einzigen öffentlichen Grund« handle, der dafür infrage komme. Seiner Meinung nach hätten einige Ortsvereine durchaus Bedarf, »im alten Schulhaus ihre Sachen unterzubringen«, sagte der Vorstand der Erlstätter Feuerwehr, Herbert Klauser. Die Vereine müssten klare Vorstellungen vorbringen, was sie bisher nicht getan hätten, so Muggenhamer.

Es geht voran, aber man muss am Ball bleiben

Der damalige Ortsvereinssprecher Paul Kohlbeck erwiderte, dass bereits 2009 in einer Sitzung solche Überlegungen angestellt worden seien. Mit Blick auf die künftige Nutzung des alten Schulhauses werde man »ein ordentliches Konzept entwickeln, mit dem alle zufrieden sind«, sagte Bürgergruppen-Sprecher Gerhard Wirnshofer. Er habe das Gefühl, dass es endlich vorangehe, man müsse aber am Ball bleiben.

Bevor man die Sanierung angehe, »müssen wir wissen, was wir wollen«, forderte Sepp König. Die anstehende Dorfsanierung im Rahmen der Städtebauförderung und die Schulhaus-Sanierung »gehören in einem zusammengefasst«, so ein Besucher. In puncto Dorfsanierung geht Wirnshofer davon aus, dass man 2015 mit der Planung beginne. Zunächst müssten aber die laufenden Sanierungsmaßnahmen in Grabenstätt abgeschlossen werden.

Anschließend kam Gerhard Wirnshofer auf die Verkehrsschau zu sprechen. Es sei eine gute Entscheidung gewesen, dass bei den Verkehrsschauen seit diesem Jahr auch zwei Bauausschussmitglieder dabei sein dürfen. Mit der bereits in Auftrag gegebenen Beleuchtung am Zebrastreifen in der Ortsmitte könnten die Autofahrer die Fußgänger bei Dunkelheit früher erkennen. Ampel oder Blinklicht seien hier für die Behörden keine Optionen gewesen, so Wirnshofer.

Auch die Ausweisung einer 30-km/h-Zone in der Sonnen- und Eßpanstraße sei auf der Verkehrsschau beschlossen worden. Bewährt hätten sich die mobilen Geschwindigkeitsdisplays und der Verkehrsspiegel an der Einmündung der Hochgernstraße in die stark befahrene Traunsteiner Straße. In puncto Barrierefreiheit gebe es erheblichen Nachholbedarf, kritisierte Paul Kohlbeck den schlechten Zustand der Gehwege.

Großes Einvernehmen bestehe darin, dass in Tettenmoos dringend eine 80-km/h-Beschränkung und wenn möglich auch ein Überholverbot kommen müssten. Man sei immer nur vertröstet oder »vor vollendete Tatsachen gestellt« worden, fasste die verärgerte Anwohnerin Christiane Mayer die vergangenen zwei Jahre zusammen. Was den Kreisverkehr südlich von Erlstätt und die geplanten Radwege zwischen Tettenmoos und Erlstätt beziehungsweise nach Vachendorf anbelange, sei man »auf einem guten Weg«, ließ die Bürgergruppe verlauten. Auch die für Chieming angedachte Umgehungsstraße »ist für uns von großem Interesse«, sagte Gerhard Wirnshofer. Erlstätt und Marwang dürften nämlich in Zukunft auf keinen Fall mehr Verkehr abbekommen.

»Schritt für Schritt weitermachen«

Dass die Info-Veranstaltung der Bürgergruppe so gut angenommen wurde, lag auch am unlängst angestoßenen Dorfladen-Projekt. »Wir müssen jetzt erst einmal Schritt für Schritt weitermachen. Das Ganze geht nicht von heute auf morgen, sollte aber auch nicht zwei Jahre dauern«, meinte Wirnshofer und versprach, dass sich der Arbeitskreis, der sich dem Thema angenommen habe, auch mit Blick auf die Finanzierung »nichts schönreden« werde. Die wirtschaftliche Machbarkeitsstudie, die Paul Kohlbeck erstellte habe, stimme vorsichtig optimistisch, verriet der Bürgergruppensprecher.

Bei der Auftaktveranstaltung habe sich gezeigt, dass im Dorf großes Interesse an diesem ambitionierten Projekt bestehe und das sei die wichtigste Voraussetzung, um den Weg gemeinsam weiterzugehen. Wenn man einen neuen Dorfladen eröffne, dann müssten die Bürger dort aber auch einkaufen, sonst funktioniere das wieder nicht, warnte Klaus Mitterer. Unabhängig davon, für welches Geschäftsmodell man sich entscheide, werde ein Nahversorgungsladen nur laufen, wenn man auf Regionalität, Frische und Kundenfreundlichkeit setzte, so Wirnshofer. Nach der Besichtigung von diversen Dorfläden in der Region gelte es nun, unter anderem folgende Punkte zu überdenken: Geschäftsmodell, Standort, Angestellte, Finanzierung, Bürgerbeteiligung, Zuschüsse, Stehcafé und Öffnungszeiten. Auch ein Umfragebogen sei bereits erstellt worden. mmü