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Altenheim und Zentrum unter einem Dach

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Der künftige gemeinsame Eingangsbereich des Altenheims St. Irmengard und des Caritas-Zentrums Traunstein. (Foto: Oberkandler)

Traunstein – Das neue Caritas-Altenheim St. Irmengard an der Herzog-Wilhelm-Straße in Traunstein soll im Dezember in Betrieb genommen werden.


Auf dem 8000 Quadratmeter großen Kirchengrundstück entsteht ein Gebäude, das nicht nur 90 Bewohnern Plätze im Altenheim bietet, sondern unter dessen Dach auch das Caritas-Zentrum Traunstein mit seinem vielfältigen Angebot eine neue Bleibe findet. Rund 16 Millionen Euro kostet der Neubau, wie die Pressesprecherin des Caritas-Diözesanverbands München-Freising, Adelheid Utters-Adam, bei einem Pressetermin berichtete.

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Die Geschäftsführerin für Altenheime im Caritas-Verband, Doris Schneider, ergänzte, mit dem Neubau habe man den Rahmen geschaffen, um modere Konzepte der Altenbetreuung verwirklichen zu können. Oberstes Ziel sei eine »konsequente Bewohnerorientierung«, eine Betreuung auf Augenhöhe. Konkret heißt das, dass im neuen Haus, das unmittelbar neben dem alten errichtet wurde, ein sogenanntes Wohngruppen-Konzept verwirklicht wird.

Wohnzimmer mit Küche für je 15 Personen

Nach wie vor hat zwar jeder Bewohner sein eigenes Zimmer; statt großer Speisesäle und Gemeinschaftsräume gibt es für die jeweils 15 Personen zählenden Gruppen jedoch Wohnzimmer mit Wohnküche und große Balkone. Wer will, kann sich in der Gruppe einbringen, zum Beispiel beim Kochen helfen oder auch mal einen Kuchen backen. Das ist derzeit in der großen Gemeinschaftsküche nicht möglich.

Erstmals hat die Caritas dieses Wohngruppen-Konzept 2012 im Heim Sankt Gisela in Gräfelfing bei München eingeführt. Es habe sich zu einem Vorzeigeprojekt entwickelt, denn die Bewohner »können Elemente der hauswirtschaftlichen Versorgung mitgestalten«, wie es Doris Schneider formulierte. Das Leben in solchen Wohngruppen sei deutlich abwechslungsreicher, die Menschen seien aktiver. Nach wie vor bleibt es aber jedem zu jeder Zeit überlassen, sich in sein Zimmer zurückzuziehen.

Mit freudiger Anspannung sieht die Leiterin des Traunsteiner Altenheims, Bernadette Friedrich, dem Umzug und der anschließenden neuen Struktur im Haus entgegen. Sie ist davon überzeugt, dass das Konzept hier genauso gut funktionieren wird wie in den anderen Caritas-Altenheimen in Oberbayern. An 28 Standorten im Regierungsbezirk hat die Caritas Heime, 26 davon sind bewohnt, an zweien wird gerade gebaut. »Die Nachfrage nach Altenheimplätzen in Traunstein ist sehr groß«, berichtet Bernadette Friedrich.

Der Kreisgeschäftsführer der Caritas, Franz Burghartswieser, freut sich ebenfalls darauf, dass Altenheim und Caritas-Zentrum künftig unter einem Dach sein werden. Im Zentrum werden unter anderem ambulante Beratungsdienste und Angebote im Rahmen eines Beratungs-, Pflege- und Therapieverbunds angeboten.

Bei einem Rundgang auf der Baustelle verwies der Caritas-Geschäftsführer auf die künftige gemeinsame Pforte und die große, lichtdurchflutete Cafeteria direkt daneben. Die werde von Menschen betrieben, die im Rahmen eines Zuverdienstprojekts der Caritas betreut werden. Es sind Personen, die auf dem sogenannten ersten Arbeitsmarkt so gut wie keine Chance haben, die hier aber eine sinnvolle Beschäftigung finden. An die Cafeteria grenzt die Kapelle an, in der zweimal pro Woche ein Gottesdienst abgehalten werden soll.

Caritas-Zentrum: Umzug vielleicht erst im Januar

Ob auch das Caritas-Zentrum noch im Dezember seine neuen Räume beziehen wird, steht noch nicht fest. »Es könnte auch Januar werden«, vermutet Burghartswieser. Das gelte auch für die Erziehungsberatungsstelle und die Tagesstätte, die derzeit an der Maxstraße beziehungsweise an der Jahnstraße untergebracht sind.

Das alte Heim mit seinen 80 Plätzen soll im kommenden Jahr abgerissen werden. Dazu, wie die Diözese den Grund verwerten wird, konnte Doris Schneider nichts sagen. Die Vermutung liegt jedoch nahe, dass in diesem zentralen und bevorzugten Siedlungsbereich Traunsteins eine Wohnbebauung angestrebt wird.

Manche Bewohner sehen dem Umzug sicher mit gemischten Gefühlen entgegen. Viele freuen sich aber schon auf ihr neues Zuhause und das Leben in Wohngruppen, in denen sie den Alltag aktiver mitgestalten können als bisher. -K.O.-