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Alte Traktoren auf nostalgischer Fahrt

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Viel Gefühl mussten die Teilnehmer beim Kammerer Schleppertreffen haben, um mit ihrem Gefährt die Wippe in die Waagrechte zu bringen. Der Schnellste schaffte dies in 51 Sekunden.

Traunstein. Mit hämmernden Dieselmotoren, die im weiten Umkreis zu hören waren, traf ein alter Traktor nach dem anderen in Kammer ein. Schließlich standen 217 – davon 48 Hanomags und 169 Traktoren anderer Fabrikate – auf der Kellerwiese beim Gasthaus zur Post.


Zum ersten Mal fand ein solches Treffen alter Landmaschinen 2000 in Kammer statt. Die Bulldogfreunde Kammer-Rettenbach unter Regie von Manfred Brückner und die Männer der Freiwilligen Feuerwehr Kammer, die mit ihren Frauen die Bewirtung übernahmen, organisierten das 7. Hanomag-Schleppertreffen am Christi Himmelfahrtstag, zu dem auch die Besitzer anderer Fabrikate willkommen waren.

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Höhepunkt war wie immer eine Fahrt von Kammer nach Rettenbach und zurück. Von der Wiese aus starteten die Traktoren – vorneweg Organisator Manfred Brückner – in Richtung Kammer auf der Kreisstraße TS 1. Der Korso machte nicht nur den Fahrern Freude, sondern mindestens ebenso den Kindern, die als Beifahrer auf den Traktoren Platz nehmen durften und den vielen Schaulustigen am Straßenrand.

Den Grund, warum es in Kammer so viele Traktoren dieser Marke gibt, erklärt Manfred Brückner: Sein Schwiegervater, der Maschinenhändler Sebastian Mittermeier, belieferte die Bauern aus der Gegend mit Hanomags, die bis 1970 in Hannover gebaut wurden. Bis zur Schließung der Hanomag-Werke wurden in Kammer an die 500 Stück verkauft, schätzt Brückner.

Die Freunde der nostalgischen Traktoren nahmen oft lange Wege in Kauf, um an dem Treffen teilnehmen zu können. Das ist umso beachtlicher, als die Höchstgeschwindigkeit eines normalen Traktors bei zwischen 6 und 30 km/h liegt. Josef Schreiber, der Teilnehmer mit der weitesten Anreise, kam mit einem Hanomag R 45 (Baujahr 1952) aus dem 45 km entfernten St. Pantaleon in Oberösterreich. Auf die Frage des Traunsteiner Tagblatts , wie lange die Mitglieder des Grenzland Oldtimer Clubs aus St. Pantaleon mit ihren Traktoren bis nach Kammer brauchten, meinten sie: »Wir sind Vollgas gefahren und waren in zweieinhalb Stunden da.« Ferdinand Baranowski aus Schechen bei Rosenheim bekam auch für die weiteste Anfahrt mit einem Fremdfabrikat einen Pokal.

Der älteste Traktor war ein Kramer K 18 M des Baujahres 1936 von Alfons Helminger aus Taching. Der älteste Hanomag (R 20, Baujahr 1941) ist im Besitz von Fabian und Christoph Lebacher aus Fridolfing.

Bei einer Geschicklichkeitsprüfung sollten die Traktorfahrer in möglichst kurzer Zeit mit ihrem Gefährt auf einer Holzwippe in der Waage sein. Hier siegte mit 51 Sekunden Robert Dorfleitner aus Chieming. Einen Pokal überreichte Manfred Brückner auch den Bulldog-Freunden mit den meisten Teilnehmern. »Die Ziag O« aus St. Georgen/Stein waren mit 24 Traktoren gekommen.

Für die musikalische Unterhaltung sorgten die »3 lustigen 4« aus Kammer. Sie unterhielten die Gäste, die noch lange beim Fachsimpeln zusammensaßen. Die meisten nahmen mit dem Vorsatz Abschied, beim nächsten Mal wieder dabei zu sein.

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