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Als Mensch die Menschwerdung wagen

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Pater Gabriel Budau beim Segensgebet am Ende der Christmette in der Nußdorfer Pfarrkirche. (Foto: Volk)

Nußdorf – »Es gibt soviel Dunkelheit in der Welt, wir erleben und erfahren von Leid und Schrecken, dass in uns jegliche Hoffnung schwindet. In solchen Stunden brauchen wir Menschen einen Gott – einen Gott der Mensch geworden ist.« Pfarrer Gabriel Budau forderte in seiner Predigt bei der Christmette in der Nußdorfer Pfarrkirche St. Laurentius dazu auf, sich über den menschgewordenen Gott zu freuen. »Gott ist Mensch geworden, er ist unser Erlöser, deshalb ist Weihnachten ein Freudenfest und ein Fest der Familie.«


Das Hochfest der Geburt Christi begann mit dem feierlichen Einzug, bei dem Ministrantin Caroline eine Figur des Jesuskindes zum Altar tragen und in die Krippe legen durfte. Nach der Frohbotschaft nach Lukas, beklagte Pater Gabriel in seiner Ansprache, dass das Wesentliche an Weihnachten angesichts des Lichterglanzes in Straßen und Häusern zur romantisch verklärten Nebensache werde. Jesus sei nicht auf die Welt gekommen damit Friede, Freude, Eierkuchen herrsche. Vielmehr müsse die Geburt des Menschensohns Folgen im Handeln und Gestalten – im Leben eines jeden Einzelnen haben. Ebenso wie Maria und Josef keinen Platz in der Herberge fanden, gebe es auch heute viele Menschen für die kein Platz sei: Minderjährige, die auf der Straße leben, Menschen in Todesangst, die sich Hals über Kopf auf die Flucht begeben, die zwielichtigen Schleppern in die Hände fallen und sich in Nussschalen auf eine lebensgefährliche Überfahrt begeben, weil sie wissen, dass sich in ihrer Heimat nichts ändern lässt. »Menschen, die vor Krieg, Terror und Gewalt flüchten und Frieden und Zuflucht für ihre Familien suchen sind uns unbequem«, beklagte Budau. Er sei stolz auf alle in der Gemeinde, die sich Flüchtlingen und Migranten annehmen, die sich in guter Nachbarschaft füreinander einsetzen, die Nöte sehen und für Andere da sind. Und er freue sich, dass durch Spenden und mit Aktionen, zum Beispiel mit den Sternsingern, Organisationen unterstützt werden, die in den Nöten der Welt für Gestrandete und Vergessene Hilfe leisten, die tatkräftig und mitfühlend für Mitmenschen da sind. »Werden wir zu Menschen, die die Menschwerdung wagen«, appellierte Pfarrer Budau an die Gottesdienstbesucher. Dazu wünschte der die Kraft und den Mut des menschgewordenen Gottes.

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Am Ende der Christmette spendete Pater Gabriel den Weihnachtssegen. Im Anschluß wurde »Stille Nacht« und anschließend vor dem Gotteshaus und mit Begleitung der Musikkapelle Nußdorf »O du Fröhliche« gesungen. Am Ausgang wünschte der Seelsorger jedem Gottesdienstbesucher ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. pv.

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