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Alpenraum ist »eine Schatzkammer«

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Der Sprecher der Grünen im Bundestag, Anton Hofreiter, diskutierte mit den Besuchern in Übersee über Erneuerbare Energien, Tierschutz und den Schutz des Alpenraums. (Foto: vom Dorp)

Übersee – Groß war das Interesse am Besuch von Anton Hofreiter, Sprecher der Grünen im Bundestag. Kreisvorstandssprecherin Helga Mandl konnte rund 100 Besucher im Wirtshaus D'Feldwies begrüßen, darunter auch »grüne Prominenz« aus München und der gesamten Region.


Mit der weltpolitischen Lage und einem ganzen Bogen an Krisen, »die uns immer mehr überfordern«, begann der 46-jährige promovierte Biologe seine Rede. Große Sorge macht dem Grünen-Politiker auch der Alpenraum, den er durch seine Artenvielfalt als »wahre Schatzkammer« bezeichnete. »Mit dem täglichen Aussterben von Pflanzen und Tieren sowie der Ausbeutung der Natur zerstören wir das Netzwerk des Lebens, das uns trägt«. Strikt wandte er sich in diesem Zusammenhang gegen den Bau weiterer Schneekanonen.

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Diskussion zu Windkraft

In der Diskussion hatte Hofreiter die unterschiedlichsten Anliegen zu beantworten. Die Frage nach einer größeren Gewichtung der Wasserkraft bei den Erneuerbaren Energien hielt er nur lokal von Bedeutung. Wichtiger ist nach seinem Dafürhalten der Ausbau von Windkraft und Sonne, die er beide als Hauptenergiebringer der Zukunft einstuft. So hatte sich beispielsweise Fotovoltaik – entgegen früherer Prognosen – als wahrer Renner entpuppt. In Kombination mit der Windkraft stehe man hier vor einer weltweit sensationellen Erfolgsgeschichte, betonte Hofreiter.

Die Frage nach dem Ausbau der Windenergie in Bayern bewertete Hofreiter angesichts der sogenannten »10-H-Regel« als illusorisch. Demnach muss der Abstand eines Windrads von Wohnungen mindestens zehn Mal so weit sein, wie die Anlage hoch ist. Bei einem Standard-Windrad von 200 Metern Höhe wären das zwei Kilometer. Diese Regelung, Hofreiter nannte sie »totaler Quatsch«, beschränke die mögliche Ausbaufläche für die Windkraft in Bayern faktisch auf 0,05 Prozent der Landesfläche.

In Sachen »nicht artgerechte Tierhaltung in Bayern« schilderte er den Kampf der Grünen um große Finanzspritzen für den Tierschutz, um die Voraussetzungen für artgerechte Ställe zu schaffen.

Eine klare Antwort hatte er auf die Frage, wie Deutschland sich in der aktuell schwierigen Situation gegenüber der Türkei verhalten soll. »Wir sollten nicht vor Erdogan buckeln. Andererseits sollten wir aber auch unbedingt den Dialog wegen der vorhandenen demokratischen Kräfte in der Türkei aufrecht erhalten.« bvd

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