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Alois Zeilinger macht nach 40 Jahren Schluss

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Mit einer Ehrenurkunde verabschiedete der Vorsitzende Alois Zeilinger (links) Wasserwart Schorsch Jobst. Zeilinger selbst hörte als Vorsitzender ebenfalls auf.

Traunstein. Nach 40 Jahren als Vorsitzender des Wasserbeschaffungsverbands (WBV) Axdorf-Einham-Neuling-Staudach legte Alois Zeilinger die Geschäfte in jüngere Hände. In der Jahreshauptversammlung im Haslacher Feuerwehrhaus wählten die Mitglieder Alois Rieß zu seinem Nachfolger.


Es wurde mehr Wasser gepumpt

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Da auch der Zweite Vorsitzende und Schriftführer Günter Weinmann nach 25 Jahren nicht mehr weitermachen wollte, musste auch für ihn ein Nachfolger gefunden werden. Seinen Posten übernimmt Martina Zeilinger. Schorsch Jobst, der zwei Jahrzehnte Wasserwart war, suchte ebenfalls einen Nachfolger, den die Versammlung mit Florian Rausch auch fand. Für Josef Kalsperger wurde Alexander Krojer als Beisitzer gewählt. Die einzigen Konstanten blieben Kassier Vlado Zeilinger, Beisitzer Martin Geserer sowie die Kassenprüfer Max Hogger und Werner Pröbstl.

In seinem letzten Geschäftsbericht legte Zeilinger die Zahlen für den Zeitraum vom 1. Juni 2012 bis 31. Mai 2013 vor. Demnach wurden rund 48 800 Kubikmeter Wasser gepumpt. Das waren im Vergleich zum vergangenen Jahr, als 48 320 Kubikmeter gepumpt wurden, rund 500 Kubikmeter mehr. Im Bereich Axdorf-Einham wurden 25 400 Kubikmeter verkauft. Spielwang verkaufte 12 400 Kubikmeter. »Somit bleibt ein Verlust von circa 11 000 Kubikmeter. Das ist sehr hoch«, erklärte Zeilinger. Als Ursache gab er mehrere Rohrbrüche in Spielwang an. 2012/2013 wurden 24 387 kw/h Strom verbraucht. Im Zeitraum davor wurden wegen der geringeren gepumpten Menge 250 kW/h weniger verbraucht. Der Strompreis sei jedoch von 24,4 Cent im Vorjahr auf 25,9 Cent je kW/h gestiegen, erklärte der Vorsitzende.

»Wir haben Schulden und die gehören abgebaut«, mit diesen Worten begründete Zeilinger die Anhebung des Wasserpreises. Wobei er auch betonte, dass die Vorstandschaft immer schaue, dass der Verband gut herauskomme. Die Grundgebühr wird künftig 60 Euro be-tragen und der Kubikmeter Wasser 75 Cent kosten. Im Vergleich zu anderen Unternehmen sei der WBV Axdorf-Einham-Neuling-Staudach noch günstig dran, so Zeilinger. »In drei Jahren sind die Schulden abgebaut«, zeigte er sich zuversichtlich.

Mittlerweile sei es gelungen, die Wasserversorgung aus der EU-Konzessionsrichtlinie herauszunehmen, erklärte Oberbürgermeister Manfred Kösterke. Es habe Länder gegeben, die die Vergabe transparenter machen wollten. Es sei eigentlich eine Initiative mit dem positiven Ziel gewesen, »Mauscheleien« bei der Vergabe von Wasserrechten zu verhindern, sagte er. Was dann aber als Vorlage herausgekommen sei, hätte die Wasserversorgungssysteme sehr stark beeinflusst. Traunstein hätte beispielsweise Gebiete eigens ausschreiben müssen. Deshalb hätten sich die Stadt und der Landkreis Traunstein mit Unterstützung der Bevölkerung dafür eingesetzt, dass die Wasserversorgung aus der Konzessionsrichtlinie herauskomme. »Wir wollen, dass die Wasserversorgung und vor allem die Leitungsnetze in kommunaler oder öffentlich-rechtlicher Hand bleiben«, betonte er.

Kösterke ehrte Zeilinger und Jobst

Im Namen der Stadt ehrte Kösterke den »Wasser-Schorsch« Jobst mit einer Landsknechtgruppe für seine rund 20 Jahre lange, ehrenamtliche Tätigkeit als Wasserwart des WBV. Als Vorsitzender des WBV habe sich Zeilinger 40 Jahre ehrenamtlich in wichtiger Position für die Daseinsvorsorge für den Menschen eingesetzt, lobte Kösterke. Ihn zeichnete der Oberbürgermeister mit einer Lindl-Figur aus. Vonseiten des WBV wurden die ausgeschiedenen Vorstandsmitglieder Zeilinger, Weinmann, Jobst und Kalsperger mit Ehrenurkunden in Anerkennung ihrer Verdienste für den Wasserbeschaffungsverband verabschiedet. Bjr