weather-image
20°

Almbauern und Pfadfinder schwenden gemeinsam

2.3
2.3
Bildtext einblenden
Almbauern und Alt-Pfadfinder beim gemeinsamen Schwenden. Unser Bild zeigt von links Dr. Sepp Heringer von den Pfadfindern aus Laufen und Franz Schneider, Vorstand der Almbauerngemeinschaft auf der Röthelmoosalm.

Ruhpolding – Die Almbauern der Röthelmoosalmgemeinschaft freuen sich über die tatkräftige Unterstützung beim Schwenden des steilen Südhangs oberhalb des Dandlkasers auf der Röthelmoosalm. Bis zu neun Senioren der Pfadfinder-Gilden aus Laufen und Rosenheim um den verdienten Alt-Pfadfinder Dr. Sepp Heringer aus Laufen sind drei Tage lang im steilen Gelände mit Motorsense, Astschere, Rechen und Heugabeln unterwegs, um Brombeeren und Fichtenanflug zu entfernen und auf große Haufen aufzuschichten.


Denn diese Pflanzen werden vom Weidevieh, das diesen Steilhang erst im Laufe des Sommers abgrast, gemieden und würden – ließe man sie wachsen – früher oder später die Lichtweidefläche überwuchern. In den nährstoffarmen Magerrasen des Naturschutzgebiets wachsen aber zahlreiche seltene und schützenswerte Gräser und Kräuter, die offene, besonnte Verhältnisse benötigen.

Anzeige

Franz Schneider, Vorstand der Almbauerngemeinschaft auf der Röthelmoosalm, hat deswegen im Sommer beim Landschaftspflegeverband Traunstein (LPV) um Unterstützung gebeten. Der LPV hat Almbauern und Alt-Pfadfinder zusammengebracht und die Aktion organisiert. Denn ein wichtiges Anliegen des LPV ist es, die Almbauern bei ihrer oft anstrengenden Arbeit zum Erhalt der Kulturlandschaft zu unterstützen. Damit leistet er auch einen Beitrag zum Schutz der von der Nutzung durch den Menschen abhängigen Lebensräume mit ihrer Vielzahl an Pflanzen- und Tierarten. Besonders die Röthelmoosalm, die vollständig im FFH- und EU-Vogelschutzgebiet-Gebiet liegt, beherbergt viele unterschiedliche Lebensräume vom Hochmoor bis zum Kalkmagerrasen und zeichnet sich deswegen durch eine hohe Biodiversität aus.

Die Alt-Pfadfinder erhalten für ihre landschaftspflegerische Tätigkeit vom LPV eine Aufwandsentschädigung. Ermöglicht wird dieses Engagement durch die finanzielle Unterstützung der Schlossbrauerei Stein, die den LPV heuer bereits im siebten Jahr mit einer Spende unterstützt, dieses Jahr mit 5000 Euro. Der Betrag wurde vollständig in der Regionalwährung Chiemgauer ausbezahlt.

Der LPV verwendet das Geld auch für sein Streuobstprojekt, in dessen Rahmen zweimal im Jahr Pflanzaktionen von Hochstamm-Obstbäumen stattfinden und alte Obstbäume einen Auslichtungsschnitt erhalten. Die Alt-Pfadfinder beteiligten sich an der Aktion nach der Devise ihres Gründers Baden-Powell, »…die Welt ein wenig besser zu verlassen, als man sie vorgefunden hat«. Konkret war es die Liebe zur Heimat und auch jene zur fernen Welt in Bangladesh. Seit Jahren unterstützen sie in diesem armen und katastrophengeplagten Land die ländliche Entwicklung durch Schulbau, Garten- und Baumschulförderung sowie Solar-Handwerkerausbildung. So kann das Aktions-Honorar eine Wirkung entfalten, die in Zeiten beginnender Völkerwanderung Hoffnung gibt als »Tropfen auf den heißen Stein«, der auch Beginn eines »Landregens kann sein«. fb