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Alles für das Haus der Begegnung in die Wege geleitet

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Das Haus der Begegnung wird neun barrierefreie Seniorenwohnungen, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für zehn Bewohner, Gemeinschaftsräume, das örtliche Sozialbüro und eine Arztpraxis unter einem Dach vereinen.

Kirchanschöring – Nach langer Planungsphase kann es endlich losgehen: Denn nun erteilte der Kirchanschöringer Gemeinderat auch der endgültigen Version des Bauplans zum Neubau des Hauses der Begegnung, das am Georg-Rinser-Weg entstehen wird, das Einvernehmen. Damit endet das zähe Ringen um eine Anlage, die in vorbildlicher Weise neun barrierefreie Seniorenwohnungen, eine ambulant betreute Wohngemeinschaft für zehn Bewohner, Gemeinschaftsräume, das örtliche Sozialbüro und eine Arztpraxis unter einem Dach vereinen wird.


Die Mandatsträger zeigten sich jetzt mit dem Bauplan zufrieden und bewilligten die überarbeiteten Pläne; eingereicht und vorgestellt hatte diese Projektentwickler und Planer Stefan Mayer von Cara Vita in Prien. Offizieller Bauherr ist das eigens für diesen Zweck gegründete kommunale Wohnbauunternehmen, das eine 100-prozentige Tochtergesellschaft der Gemeinde Kirchanschöring ist, die letztlich für das Haus der Begegnung haftet.

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Soziale Dorfmitte an zentraler Stelle

Mayer hat für Kirchanschöring eine maßgeschneiderte Einrichtung ausgearbeitet, die durch ihre Struktur dafür sorgt, dass sie an zentraler Stelle eine soziale Dorfmitte bildet. Prinzipiell soll das Haus mit seinen zwei Stockwerken und der durchdachten Grundrisslösung in seiner Nutzung flexibel sein.

Das ambitionierte Gestaltungskonzept sieht vor, im Erdgeschoß pflegebedürftige Menschen aller Pflegestufen Tag und Nacht zu betreuen. Die Räume sind adäquat ausgestattet. Im ersten Stock sollen barrierefreie Wohnungen unterschiedlicher Größe für das sogenannte Service-Wohnen entstehen. Dabei handelt es sich um einen erweiterten Begriff des Betreuten Wohnens für Menschen im letzten Lebensabschnitt, die ihren Alltag weiterhin selbst bestimmt gestalten wollen, aber in all jenen Punkten Hilfe im Alltag beanspruchen können, wo sie diese benötigen.

Sind Wohnungen in den Appartements frei, könnten sie zu Hausgemeinschaften umgewidmet werden und umgekehrt. Beide Wohnformen haben zusätzliche Räume, die sie gemeinschaftlich nutzen. Dahinter steckt die Idee, dass sich zwar jeder zurückziehen kann, aber keiner vereinsamen soll.

Zu diesen Gemeinschaftsräumen kommt ein weiterer öffentlich zugänglicher Raum im Erdgeschoß, der allen Bewohnern hilft, mit den Bürgern in Kontakt zu bleiben, um nicht den Anschluss ans gemeindliche Leben zu verlieren. Dieser Raum kann je nach Bedarf in kürzester Zeit in zwei kleinere Räume geteilt werden. Somit bietet er Platz beispielsweise für das »Café Miteinand« und für Veranstaltungen unterschiedlicher Art. Er wird auch als Treffpunkt für ehrenamtlich Tätige und als Besuchszimmer dienen.

Sozialbüro als Zentrum der Gesamtanlage

Im Zentrum der modellhaften Gesamtanlage steht das örtliche Sozialbüro, das ebenfalls im Erdgeschoß sein neues Domizil aufschlagen wird. Die Gemeinde Kirchanschöring betrachtet ihr Sozialbüro nämlich als relevante Schnittstelle zwischen dem Haus der Begegnung, der Gemeinde und den Bürgern, die das soziale und gemeinschaftliche Miteinander garantiert.

Wie der Name Haus der Begegnung schon ausdrückt, steht die Begegnung und das Kommunizieren von behinderten und nicht behinderten Menschen, von Jung und Alt, quer durch alle Schichten und Kulturen im Mittelpunkt des Geschehens.

Zum Erhalt der allgemeinmedizinischen Versorgung soll auch eine Arztpraxis im Erdgeschoß einziehen. Die Arztpraxis ist über einen eigenen Zugang erreichbar. Über die beiden anderen Hauszugänge erreicht man die übrigen Räume. Da alles barrierefrei sein soll, darf der Lift nicht fehlen. Zudem lässt man das Haus zum Teil unterkellern. Ein örtlicher Versorger liefert die Fernwärme zum Heizen und für das Warmwasser. Überdies entstehen im Außenbereich Freiflächen, überdachte Stellplätze und Behindertenparkplätze.

Einen Teil des täglichen Strombedarfs beziehe man aus der Photovoltaikanlage auf dem Dach, teilte Bürgermeister Hans-Jörg Birner mit. Er erklärte auch, dass die Nachfrage nach den Mietwohnungen groß sei. Er glaubt, dass auch das Interesse an der betreuten Wohnform zügig anlaufen wird. Mit der Fertigstellung des Hauses der Begegnung ist Ende 2017 zu rechnen.

Der präsentierte Bauplan weicht geringfügig von dem vor einiger Zeit aufgestellten und rechtsgültigen Bebauungsplan »Haus der Begegnung« in einigen Punkten ab. An der Westseite des östlichen Gebäudetrakts werden die Baugrenzen durch den Vorbau im Erdgeschoß geringfügig überschritten. »Ein Vortreten von Gebäudeteilen in geringfügigem Ausmaß kann gemäß der Baunutzungsverordnung zugelassen werden,« sagte Birner, ehe das Gremium die dafür erforderliche Befreiung von den Bestimmungen erteilte.

Informationsveranstaltung am 22. November

Für durchaus vertretbar befand der Rat auch die geänderte Gestaltung von Dachüberständen an Garagen und Nebengebäuden. Obwohl laut Stellplatzberechnung nur 14 Plätze nötig seien, schaffe man jetzt aber 16. Mit den Befreiungen genehmigte der Gemeinderat auch die endgültige Version des Bauplans für das Haus der Begegnung, das bislang wohl ein singulärer Edelstein in der Gegend ist.

Die Gemeinde wird das Gesamtkonzept am Dienstag, 22. November, bei einer Informationsveranstaltung der interessierten Öffentlichkeit detailliert vorstellen. ca