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Alles auf eine Karte gesetzt

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Viel zu lachen gab es bei der Komödie »Der Kartlbauer« im Traunreuter k1. (Foto: Heel)

Traunreut – Viel zu lachen gab es im Traunreuter k1, wo das Chiemgauer Volkstheater vor rund 450 Zuschauern die Komödie »Der Kartlbauer« aufführte. So finden sich die Besucher in der Wohnstube des Kirchbauer-Hofs wieder, wo Anna, die Schwester des Bauern Martin, gerade das sonntägliche Mittagessen zubereitet.


Nicht gerade in bester Laune, da Martin wieder einmal im Wirtshaus sitzt und Karten spielt. Und dabei kein Halten mehr kennt, seit ihn seine Freundin verlassen hat. Doch was soll Anna machen? Zumal sie ihren verstorbenen Eltern versprochen hat, solange auf dem Hof zu bleiben, bis Martin eine Frau (fürs Leben) gefunden hat.

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Knecht Gustl, der heimlich in Anna verliebt ist, redet Martin zwar ins Gewissen, doch vergebens. Martin wehrt alle Vorwürfe ab und verweist Gustl, der zugleich sein bester Freund ist, in seine Schranken. Wie schlimm es aber wirklich um Martin steht, stellt sich erst beim Besuch der klatschsüchtigen Pfarrersköchin Zenzi heraus. Die kreuzt nämlich in Begleitung des Großbauern Bachmeier auf, der freudestrahlend verkündet, dass Martin gegen ihn ein Spiel gewagt und dabei verloren habe. Und jetzt verpflichtet sei, seine »stockblöde« Tochter Afra zu heiraten. Anna und Gustl sind entsetzt, aber da Spielschulden Ehrenschulden sind, fügt sich Martin in sein Schicksal.

Doch als kurz darauf die hübsche Christl als Aushilfe auf den Hof kommt und Martins Herz erobert, fordert Martin den durchtriebenen Großbauern zu einem neuen Spiel heraus, um sein Glück zurückzugewinnen. Er setzt alles auf eine Karte, und macht dadurch alles nur noch schlimmer! Bis ein Gespräch unter den Frauen für eine unvorhergesehene Wendung sorgt...

Von Mona Freiberg, die zugleich die Rolle der Pfarrersköchin Zenzi innehatte, so flott wie kurzweilig inszeniert, bot diese Komödie aus der Feder von Ralph Wallner alles, was man sich von einem unterhaltsamen Theaterabend erwartet: turbulente Szenen, witzige Dialoge, treffsichere Pointen.

Sehr überzeugend waren aber auch die Darsteller, allen voran Mona Mai, die als Afra die schwierigste, aber auch dankbarste Rolle hatte. Eine Figur, die leicht in eine billige Lachnummer hätte abgleiten können, hier aber trotz ihrer Naivität und schrulligen Erscheinung die Zuschauer eher rührte.

Gut gefielen auch Kristina Helfrich und Nicola Pendelin, die als Anna und Christl mit Schwung und starker Präsenz agierten, und die Zenzi war natürlich eine Paraderolle für Mona Freiberg. Bei den Herren brachte Tom Mandl den labilen Charakter seiner Figur Martin sehr gut rüber, Max Held begeisterte als pfiffiger Knecht Gustl, und als durchtriebener Großbauer hatte Rupert Pointvogl ein paar glänzende Auftritte. Kurzum, ein höchst vergnüglicher Abend, entsprechend kräftig fiel der Applaus aus. sw