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Alles andere als ein vorteilhaftes Marktwetter

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Unter dem schönen Badewetter litt der Zustrom der Besucher beim Traunsteiner Augustmark auf dem Stadtplatz. (Foto: Buthke)

Traunstein – Eher schönes Badewetter als gutes Marktwetter herrschte am Sonntag in Traunstein: Dies bekamen auch die Fieranten des Traunsteiner Augustmarkts zu spüren. Bei hochsommerlichen Temperaturen, die auch noch durch das Pflaster des Stadtplatzes reflektiert wurden, war der Besucherstrom eher unterdurchschnittlich. Vermutlich zog es die meisten Leute in die Schwimmbäder oder an die Badeseen.


Aus diesem Grund standen viele Marktbeschicker teilweise einsam an ihren Marktständen und warteten vergeblich auf Kundschaft. Etwas besser sah es an den Marktständen zwischen der Stadtpfarrkirche St. Oswald und dem Rathaus aus, denn diese lagen weggehend im Schatten.

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Am vielfältigen Sortiment lag es nicht

Am vielfältigen Sortiment lag es bestimmt nicht, dass die Besucher nicht so zahlreich wie sonst kamen. Denn die rund 40 Fieranten hatten alles zu bieten, was von einem guten Jahrmarkt erwartet wird: In erster Linie alle möglichen Gegenstände, Produkte und Handelswaren für das tägliche Leben, denn in früheren Zeiten waren die Jahrmärkte unter anderem dazu da, dass sich die Landbevölkerung für Wochen und Monate mit Gegenständen des täglichen Bedarfs eindeckte, wie zum Beispiel Hüte, Schuhe, Strümpfe, Röcke, Blusen, Socken und Kinderbekleidung. Heute wird das Bekleidungssortiment durch modische Accessoires wie Schmuck, Uhren und Geldbörsen ergänzt. Nach wie vor gibt es Haushaltswaren wie Bretter, Besteck, Backformen, Pfannen usw. zu kaufen.

Auch für das leibliche Wohl war wie immer mit Käse-, Wurst- und Käsespezialitäten, Brotaufstrichen, Geselchtem, und Bauernbrot gesorgt. Selbstverständlich konnte man seinen Hunger auch an Ort und Stelle stillen. Ein reichhaltiges Brotzeitangebot sorgte dafür, dass die Jahrmarktbesucher nach einem umfangreichen Bummel über den Markt nicht hungrig nach Hause gehen mussten. Wer mehr auf der süßen Seite war, für den waren Honig, gebrannte Mandeln und Nüsse, Popcorn, Magenbrot, Zuckerwatte und Schokofrüchte im Angebot.

Heutzutage sind die Beschicker des Traunsteiner Augustmarkts natürlich nicht mehr nur auf die Landbevölkerung angewiesen, denn auch die Traunsteiner Stadtbevölkerung weiß, was sie an ihren Jahrmärkten hat. In der Urlaubszeit ist der Augustmarkt zudem eine Attraktion für Urlaubsgäste, die einen Jahrmarkt in ihrer Heimat überhaupt nicht mehr kennen, weil sie dort sozusagen »ausgestorben« sind. Sie wurden von den großen Kaufhäusern schlichtweg verdrängt. »Es wäre schön, wenn wir bei uns daheim auch so etwas hätten«, sagte deshalb ein Ehepaar aus Nordrhein-Westfalen fast schon wehmütig.

Bleibt also zu hoffen, dass die Bevölkerung der Stadt und des Landkreises Traunstein auch zukünftig ihren Jahrmärkten die Treue hält, denn erst wenn es sie mangels Nachfrage nicht mehr geben sollte, dann merkt sie vielleicht zu spät, dass ihr etwas abgeht. Es ist ja nicht immer so heiß, dass man eine Abkühlung im Schwimmbad einem Marktbummel vorzieht. Bjr

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