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Alle müssen an einem Strang ziehen

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Der freie WLAN-Zugang am Traunreuter Rathaus, der auf Anregung der CIMA Beratungs- und Management GmbH basiert, ist bereits freigeschaltet. Josef Guggemos, der seit März für die CIMA in Traunreut tätig ist, überzeugte sich bereits davon. (Foto: Rasch)

Traunreut – »Traunreut braucht sich hinter anderen Städten überhaupt nicht zu verstecken.« Zu diesem Ergebnis ist der neue Beratungsmanager der CIMA, Josef Guggemos, gekommen, der seit März in Traunreut für das Beratungs- und Managementunternehmen tätig ist. Der 49-Jährige, der als City- und Regionalmanager eine über 20-jährige Erfahrung mitbringt, hat Elisabeth Lotter abgelöst, die seinen Aussagen zufolge einem anderen Projekt der CIMA zugeteilt worden sei. Guggemos arbeitet nun mit Achim Gebhardt an dem im Januar 2014 gestarteten Fahrplan weiter, um die Stadtentwicklung von Traunreut strategisch nach vorne zu bringen.


Das Team wurde zwei Jahre wöchentlich für 16 Stunden verpflichtet. Aus seiner Sicht konnten trotz der begrenzten Wochenstunden in den vergangenen 15 Monaten bereits positive Weichenstellungen vorgenommen werden. Guggemos betont aber: »Wir sind keine Zauberer.« Er weist darauf hin, dass durch eine Vollzeitberatung mehr erreicht werden könnte. Konkretes Beispiel der ersten Weichenstellungen ist der kostenlose Internetanschluss, der auf Anregung der CIMA schon umgesetzt wurde. Der sogenannte WLAN-Zugang am Rathaus ist bereits freigeschaltet und wurde von Guggemos auch bereits getestet. Nach Angaben der Stadtverwaltung ist die Anlage im Rathaus unterm Dach »versteckt« und strahlt nach unten aus. Die Nutzer können ab sofort vor dem Rathaus 15 Minuten lang kostenlos im Internet surfen. Weitere Anlagen sollen am k1-Vorplatz, bei der Bushaltestelle an der Katholischen Kirche sowie im Franz-Haberlander-Freibad installiert werden.

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Wie berichtet, wurde im Zuge der Stadtentwicklung gemeinsam mit der Stadt und den beteiligten Planern eine Konzeption ausgearbeitet, die auch mit Unterstützung der öffentlichen Hand nach vorne gebracht werden soll. Kernpunkte der Arbeit sind Gespräche mit der ARGE-Werbegemeinschaft, der Wirtschaft sowie den Grundstücks- und Hauseigentümern. Letztere hätten sich in den Gesprächen sehr aufgeschlossen gezeigt und seien auch bereit, was zu tun, sagte Guggemos. Allerdings seien nicht alle Immobilienbesitzer bereit, kleinere Flächen als eine große Fläche auszuweisen, um diese für den Einzelhandel interessant zu machen.

Angesprochen auf das Trauna-Center an der Kantstraße, das seit Jahren vor sich hin dümpelt, sagte er, er könnte sich vorstellen, die Passage als eine Art Dienstleistungszentrum auszubauen. Der Einzelhandel werde sich in diesem Objekt schwer tun, vermutet Guggemos. Deshalb wäre es in seinen Augen sinnvoll, dort beispielsweise auch die städtische Bücherei unterzubringen, die auch in die Dienstleistungsschiene einzuordnen sei. Gleichzeitig würden damit am Rathausplatz, wo sich die Bücherei im Moment befindet, wieder Flächen frei und für den Einzelhandel interessant. Weiter sagte er den Traunsteiner Tagblatt, dass er auch dem Wochenmarkt unter die Lupe genommen habe. Der Markt an den Samstagen verfüge zwar über ein breites Angebot, es fehle aber an einer Gesamtheit des Marktes. Auch hier sowie für viele andere Projekte gelte es, alte Zöpfe abzuschneiden und die Stadt für die Bürger und die Besucher interessant zu machen. »Die Stadt muss den Leuten Traunreut wieder schmackhaft machen«, betont Guggemos. Dazu müssten aber alle an einem Strang ziehen, auch die Dauernörgler, die alles schlecht reden. Als sehr positiv bezeichnete er auch die laufenden Gespräche mit der ARGE, die neben der Industrie und dem Gewerbe ein wichtiges Instrument darstelle. »Die Gespräche mit der Werbegemeinschaft nehmen sehr gute Züge an und im Bereich der professionellen Werbung hat sich schon einiges zum Positiven entwickelt«. Ein beredter Beweis sei der letzte verkaufsoffene Sonntag gewesen, der viele Besucher nach Traunreut gelockt habe. Gleichwohl regt Guggemos aber auch an, sich als Stadt in der Gesamtheit durch ein professionelles Management nach außen hin noch mehr zu positionieren. »Aktuelle Öffentlichkeitsarbeit ist ein wichtiges Instrument.« Guggemos ist davon überzeugt, dass die Stadt die anstehenden Aufgaben zeitnah bewältigen könne, wenn diese mit Nachdruck verfolgt werden. Traunreut sollte von sich sagen können: »Bei uns ist immer verkaufsoffener Sonntag.«

Zusammenfassend stellte er fest: Traunreut brauche sich nicht nur wegen ihrer Top-Arbeitgeber hinter anderen Kommunen zu verstecken. Die Stadt könne mit weiteren Pfunden, wie dem k1 und dem Museum »Maximum« punkten. ga