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Alle Höhlenbesucher unverletzt aus dem Lamprechtsofen gerettet


St. Martin bei Lofer – Gegen 15.30 Uhr hatten die Salzburger und Freilassinger Höhlenretter alle 26 vom Wasser eingeschlossenen Höhlenbesucher, darunter sechs Kinder, unverletzt ins Freie gebracht. Die bei einem Kontrollgang im Eingangsbereich von den plötzlich steigenden Wassermassen mitgerissene Pächterin der Schauhöhle war als Einzige kurzzeitig in Gefahr, kam aber ebenfalls mit dem Schrecken davon und konnte sich selbst ans Tageslicht retten.

„Unsere acht Männer waren als erste Einsatzgruppe mit Sack und Pack an der Höhle. Dadurch waren zwei von uns auch im vier Mann starken Vortrupp mit als erste in Neopren-Anzügen bei den vom Hochwasser Eingeschlossenen. Sechs weitere Freilassinger waren in Bereitschaft. Nach einigen Stunden entspannte sich durch den sinkenden Wasserstand die Situation soweit, dass die Höhle ohne Gefahr verlassen werden konnte. Unsere Heizdecken, heißen Getränke sowie die die psychologische Betreuung wurden von den frierenden Urlaubern in der Höhle dankbar angenommen, wobei vor allem die Haribo-Fledermäuse bei den Kindern sehr gefragt waren“, berichtet der Freilassinger Höhlenrettungschef Peter Hogger.

Die Besucher waren stundenlang eingeschlossen, als durch Starkregen eingedrungenes Wasser den Bach im Eingangsstollen innerhalb weniger Minuten anschwellen ließ und ihnen den Rückweg versperrte. Kurz nach 15 Uhr war das Wasser so weit zurückgegangen, dass die Höhlenrettung mit der Rettung der 26 Eingeschlossenen - vorwiegend Touristen aus dem Ausland - beginnen konnte. Alle Besucher konnten die Höhle schließlich gut gelaunt nach fast sechs Stunden auf eigenen Beinen und unverletzt verlassen. Erkundungstrupps der Höhlenrettung hatten zuvor die Höhle noch einmal untersucht und festgestellt, dass das Wasser rascher als erhofft gesunken war.

Die Gruppe - zufällig zusammengewürfelte Familien oder Einzelpersonen - hatte die ganze Zeit über Kontakt zur Außenwelt. In der Höhle befindet sich ein Telefon, das mit der Hütte, die zum Naturdenkmal gehört, verbunden ist. „Es gab alle zehn Minuten Kontakt. Es wurde nachgefragt, ob noch alles in Ordnung ist“, sagte der Pinzgauer Katastrophenschutzreferent Hannes Schernthaner. Im Inneren befand sich außerdem ein Notfallpaket mit Decken, Wasser, Müsliriegeln und Taschenlampen. Ein paar der Eingeschlossenen hatten zwar nasse Füße, laut Schernthaner war aber niemand in Gefahr.

Ab den Mittagsstunden ging dann das Wasser schon wieder zurück, und die Helfer bereiteten sich allmählich auf den Einsatz vor. In der Hütte vor der Höhle wurde ein Raum aufgeheizt, damit sich nach der Rettung die Menschen gleich aufwärmen können. Dann schickte die Höhlenrettung einen Vortrupp mit vier Helfern ins Innere. Ein Notarzt untersuchte die Betroffenen und konnte Entwarnung geben. Die Stimmung der 20 Erwachsenen und sechs Kinder war gut; das Eintreffen der ersten Helfer nahmen sie mit großer Erleichterung auf. Die Höhlenretter versorgten sie mit Tee und Wärmepaketen, die das Warten bis zur Bergung etwas erleichtern sollten. Anschließend konnten die Urlauber ins Freie begleitet werden. Um 15.17 Uhr erschienen die ersten vier Besucher im Freien; keine Viertelstunde später waren alle Eingeschlossenen wieder unter freiem Himmel.

„Wir haben ihnen gleich den aufgeheizten Raum angeboten, aber eigentlich wollten alle sofort in ihr Quartier, vielleicht einmal warm duschen“, so Schernthaner. Der Einsatz, an dem insgesamt rund 30 Helfer aus dem Salzburger und Berchtesgadener Land beteiligt waren, war somit zu Ende. Wären für Nachmittag neuerliche Regenfälle prognostiziert worden, hätte die Rettungsaktion nach Angaben des Katastrophenreferenten schon früher begonnen. „Die Wetterdienststelle hat vorhergesagt, dass es trocken bleibt. So haben wir gewartet, bis das Wasser weit zurückgegangen ist. So sind die Leute nur mehr bis zu den Knöcheln nass geworden.“

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