Alle drei Bürgermeister im Visier

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Trachtenvorstand Sepp Pfisterer (rechts) gratulierte »Pater Augustinus« alias Stefan Jakob zur gelungenen Fastenrede. (Foto: vom Dorp)

Übersee. Das zwölfte Starkbierfest des Überseer Trachtenvereins »D' Buchwäldler« war ein Höhepunkt im Veranstaltungskalender. Nahezu 200 Gäste genossen im voll besetzten Trachtenheim das frisch gezapfte »Augustiner Maximator« sowie die Fastenrede von »Pater« Stefan Jakob.


Trachtenvorstand Sepp Pfisterer begrüßte die glänzend aufgelegten Gäste, allen voran Bürgermeister Marc Nitschke sowie seine Stellvertreter Ludwig Ertl und Alois Huber. Ein besonderer Gruß galt der »Blechmusi« mit Vorstand Thomas Strohmayer, die stimmungsvoll durch den Abend führte.

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Fass war mit zwei Schlägen angezapft

Heuer ohne Spritzer zapfte der Gemeindechef mit zwei Schlägen das Holzfassl an. Er kam zusammen mit Pfisterer und dessen Stellvertreter Herbert Strauch als einer der ersten in den Genuss des süffigen Bieres. Der Höhepunkt des Abends war die Fastenrede von »Pater Augustinus« alias Stefan Jakob. Der Münchener Anwalt hat erst seit wenigen Jahren sein Domizil in Übersee, ist aber – wie seine »Predigt« zeigte – bereits bestens mit den örtlichen Gegebenheiten vertraut. Mit seinem Humor hatte er schnell das Publikum auf seiner Seite.

Jakobs Verbalattacken galten zunächst einmal den Problemen der »großen« Politik, die er aber für Bayern als »nicht übertragbar« einstufte. So würden hier keine Pferde zu Nahrungszwecken geschlachtet, »weil man mit ihnen den Nachbarn zeigen kann, was man hat«. Auch in puncto »Frauenquote« sei hier alles bestens. Zur Freude des Publikums gingen seine beiden Beispiele zu diesem Thema dann aber doch nach hinten los. Natürlich waren auch die verpulverten Millionen beim Stuttgarter Bahnhof und beim Berliner Flughafen für den »Pater« süffisante Zielscheiben.

Durchaus »konstruktive« Vorschläge hatte er für die Überseer im Gepäck. So regte er eine Radlunterführung unter die ehemalige Bahnschranke, eine Liftanlage am Kirchenaltar für »den vom Herrgott nicht gerade als Riesen geschaffenen« neuen Pfarrer Makanga und eine Maibaum-Finanzierung durch den Schnapsverkauf vom Dortmunder Weihnachtsmarkt an.

»Lob« vom Redner erntete Pfisterer für seine Wasserstandsbeobachtungen an der Ache. Nur böse Zungen würden behaupten, dass er sich dort, besonders zu Zeiten des Reggae Festes, um das Einhalten der Keuschheit kümmere. Am Ende gerieten dann alle drei Überseer Bürgermeister in das verbale Schussfeld des »Paters«. Besonders das Jagd-Hobby von Alois Huber hatte es ihm angetan, und so unterstellte er ihm einen heizbaren, beweglichen und mit Internet versehenen Jagerstand. Den Zweiten Bürgermeister, Landschaftsgärtner Ludwig Ertl, sah der Redner im Falle einer CSU-Wahlniederlage schon als künftigen Arbeitgeber von MdL Klaus Steiner. Auf Grund seiner vielen Erfahrungen bei »Spatenstichen«.

Bessere Finanzausstattung gewünscht

Zur Höchstform lief der Prediger dann beim Derblecken von Bürgermeister Nitschke auf, »dem feschen, jungen und ohne Rücksicht auf seine Leber zu allen Tag- und Nachteinsätzen bereiten Tausendsassa vom Kirchweg«. Ohne ihn wäre in Übersee in den vergangenen Jahren zwar nicht so viel bewegt worden, für größere Ambitionen müsse er aber wohl noch mehr die Ellenbogen ausfahren, so Jakob.

Abschließend wünschte er dem Überseer Trachtenverein im nächsten Jahr eine bessere Finanzausstattung, damit sie nicht wieder auf einen so lausigen Fastenredner zurückgreifen müssten. Da war das begeisterte Publikum ganz anderer Meinung. bvd

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