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»Alle Arten von Drogen« in Traunstein

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In Traunstein sind vergangenes Jahr Drogen aller Art – von Cannabis bis Kokain (unser Bild) – gefunden worden. Dabei gab es einen deutlichen Anstieg bei den Straftaten, die Polizeioberrat Rainer Wolf im Hauptausschuss aber schlüssig erklären konnte. Foto: autor

Traunstein – Polizeioberrat Rainer Wolf stellte im Hauptausschuss die Kriminalstatistik für die Große Kreisstadt Traunstein vor. Insgesamt gab es vergangenes Jahr 1527 Straftaten (2015: 1575). »Bei Körperverletzungen ist oft Alkohol im Spiel. Der enthemmt«, sagte der Dienstellenleiter der Polizeiinspektion Traunstein. Außerdem erklärte er den deutlichen Anstieg in Zusammenhang mit Drogendelikten um rund 50 Prozent. In Bezug auf die geplante Sicherheitswacht, die am Rande der Sitzung angesprochen wurde, sagte er auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts: »Diese wird voraussichtlich zum 1. August starten.«


Aufgrund von Urlaub und Ferienzeit sei es hier zu einer leichten Verzögerung gekommen, sagte Rainer Wolf. In Ausbildung seien derzeit acht Leute aus Traunstein und Umgebung. – Geplant war eigentlich, dass die Sicherheitswacht zum 1. Juli startet. Nun soll sie voraussichtlich ab dem 1. August im Einsatz sein, »spätestens aber zum 1. September«, informierte der Dienstellenleiter der Polizeiinspektion Traunstein. Nach seiner Vorstellung der Kriminalstatistik für die Große Kreisstadt hatte dritte Bürgermeister Traudl Wiesholler-Niederlöhner gefragt, ob es nicht möglich wäre, dass die Polizei öfter ans Traunufer schaue. »Dort feiern jetzt wieder die Schüler. Das ist immer ein ziemlicher Lärm und danach ein Saustall.« Es gebe regelmäßig Beschwerden der Nachbarn, vor allem an der Kammerer Straße.

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»Wir bemühen uns, diese Termine wahrzunehmen«, sagte Polizeioberrat Rainer Wolf. Doch meistens sei es so, dass alles ruhig und friedlich sei, »wenn die Polizei kommt«. Er könne sich jedoch durchaus vorstellen, dass die Sicherheitswacht künftig regelmäßig an die Traun geschickt werde.

Im Zusammenhang mit der Kriminalstatistik betonte er, dass es sich im südlichen Oberbayern sehr gut leben lasse. »Da gibt es ganz andere Regionen in Deutschland.« Die Aufklärungsquote bei den insgesamt 1527 Straftaten liege mit 67,3 Prozent im Bayernschnitt. Insgesamt seien 817 Tatverdächtige ermittelt worden, 616 Männer und 201 Frauen. »Die meisten Delikte betrafen Diebstahl, Körperverletzung und Fälschung/Betrug.«

Bei Ladendiebstählen (132) liege die Aufklärungsquote bei 96,2 Prozent. »Das lohnt sich also nicht«, betonte Rainer Wolf. Schlechter sehe es allerdings aus, wenn es um gestohlene Fahrräder gehe. Hier liege die Aufklärungsquote nämlich nur bei 4,5 Prozent. »Ich kann also nur an alle appellieren, die Fahrräder gescheit abzusperren und am besten bei der Polizei registrieren zu lassen.« Vergangenes Jahr wurden in Traunstein 44 Fahrräder gestohlen (2015: 47).

Selten erwischt werden auch Einbrecher. Von 24 Wohnungseinbrüchen (2015: 21) im vergangenen Jahr konnten nur fünf Prozent aufgeklärt werden.

Bei Körperverletzungen sei oft Alkohol im Spiel und die Taten würden in der Regel zu späterer Stunde begangen, sagte der Polizeioberrat. Insgesamt gab es vergangenes Jahr 234 Fälle von Körperverletzung, davon 53 Fälle von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung.

Deutlich angestiegen ist die Zahl der Rauschgiftdelikte. Vergangenes Jahr wurden 113 Fälle bekannt, das Jahr davor 58. Dabei seien alle Arten von Drogen von Cannabis bis Heroin festgestellt worden, informierte der Inspektionsleiter. Den deutlichen Anstieg der Straftaten erklärte er so: »2015 hatten wir weniger Zeit, da waren wir mit G-7-Gipfel und der Flüchtlingswelle sehr beschäftigt.« Vergangenes Jahr habe man wieder mehr kontrolliert und somit auch mehr Fälle aufgedeckt. KR

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