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Alle angemeldeten Kinder haben ab Herbst einen Platz

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Derzeit sieht es so aus, als ob alle Traunsteiner Kinder, die angemeldet sind, ab Herbst einen Platz in der Krippe oder einem Kindergarten haben – wenn auch nicht unbedingt in der gewünschten Einrichtung. Reserven für Zuzüge hat die Stadt zwar nicht, aber durchaus noch Möglichkeiten, weitere Plätze zu schaffen, etwa größere Gruppen oder eine gemischte Gruppe.

Traunstein – Die gute Nachricht: Die Kinderbetreuungseinrichtungen in Traunstein werden zum kommenden Kindergartenjahr 2016/17 alle gut ausgelastet sein. Alle angemeldeten Kinder werden einen Platz in einer Krippe oder einem Kindergarten erhalten. Die schlechte Nachricht: Nicht alle Kinder haben einen Platz in der gewünschten Einrichtung erhalten. Und Reserven für Zuzüge gibt es nicht.


Um notfalls rechtzeitig reagieren zu können, fragt die Stadt Traunstein gemeinsam mit den freien Trägern der Kindertagesstätten bereits im März den Bedarf für das kommende Kindergartenjahr ab. Gab es bei den Krippen (die die Ein- bis Dreijährigen betreuen) nach den Anmeldewochen noch 23 freie Plätze, fehlten für die über Dreijährigen 38 Plätze. Das sorgte bei manchen Eltern für Verunsicherung.

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Dreijährige können auch in eine Krippe gehen

Auf Nachfrage des Traunsteiner Tagblatts betonte Pressesprecherin Carola Westermeier, dass grundsätzlich jedes Kind, das das erste Lebensjahr vollendet hat, einen Anspruch habe auf »frühkindliche Förderung in einer Tageseinrichtung«. Aus dem Gesetz könne man also nicht den Anspruch auf einen Kindergartenplatz für Dreijährige ableiten, sondern nur auf einen Platz in einer Tageseinrichtung. Das kann auch eine Krippe sein.

Wird ein Kind zum Beispiel im März drei Jahre alt, gehört es zu Beginn des Kindergartenjahres noch in eine Krippe. Dort ist eine wesentlich individuellere Betreuung möglich, da in einer Gruppe höchstens 15 Kinder sein dürfen bei drei Betreuerinnen. Genau deshalb kostet aber die Betreuung in der Krippe oft auch mehr als doppelt so viel wie im Kindergarten.

Dass die Stadt den Bedarf schon so bald ermittelt, hat allerdings den Nachteil, dass sich bis September noch manches ändern kann, etwa durch Zuzüge oder Wegzüge oder wenn beispielsweise nach einer Trennung oder einem Todesfall ein Elternteil plötzlich alleinerziehend ist. »Wer schon im März weiß, dass er im Herbst einen Platz für sein Kind braucht, zum Beispiel, weil die Elternzeit zu Ende geht, meldet den Bedarf am besten bereits in den Anmeldewochen an«, sagt Carola Westermeier. Dabei würden zahlreiche Daten abgefragt, darunter auch Informationen zur Berufstätigkeit.

Zuzüge, mehr Geburten und Schulrückstellungen

Die Anmeldungen hätten deutlich mehr Bedarf im Vergleich zum Vorjahr gezeigt, so Westermeier weiter. Das liege vor allem an der Schaffung von Wohngebieten, am anhaltenden Zuzug von Familien nach Traunstein, an leicht erhöhten Geburtenzahlen und etwas mehr Schulrückstellungen sowie am Zuzug von zehn Asylbewerberkindern.

Zum Stichtag 1. April gab es 86 freie Plätze für Ein- bis Dreijährige zu vergeben. Abzüglich der 63 angemeldeten Kinder blieben 23 freie Plätze. Bei den Kindergärten gab es 149 freie Plätze zu vergeben. Angemeldet wurden 187 Kinder. Damit fehlten rechnerisch 38 Plätze. »Aber unter den 187 Anmeldungen für einen Kindergartenplatz sind 25 Kinder, die altersmäßig in die Krippe gehören«, so Westermeier. Außerdem liegen Anmeldungen für Kinder auswärtiger Gemeinden vor (14 für Krippe, 16 für Kindergarten). Für diese Kinder sei grundsätzlich die jeweilige Heimatgemeinde zuständig.

Die freien Plätze wurden nach dem Alter der Kinder als vorrangiges Kriterium vergeben. »Aus Kapazitätsgründen konnten aber nicht immer Plätze in der Wunscheinrichtung angeboten werden«, so Westermeier. Einige Eltern zogen daraufhin ihre Anmeldungen zurück, blieben jedoch auf der Warteliste. Den Eltern der 25 Kinder unter drei Jahre wurden Krippenplätze angeboten. Auch hier hätten manche die Anmeldung zurückgezogen, so Westermeier. Kinder, die im Laufe des Kindergartenjahrs drei Jahre alt werden, bleiben in Traunstein in der Regel bis zum folgenden Kindergartenjahr in der Krippe – »laut Gesetz besteht ein Anspruch auf einen Betreuungsplatz in einer Tageseinrichtung, nicht explizit in einem Kindergarten«, betont Westermeier.

Alle Krippen und Kindergärten in der Stadt werden also ab Herbst fast voll belegt sein. Und auch, wenn nicht alle Kinder einen Platz in der Wunscheinrichtung erhalten, erfülle die Stadt ihren gesetzlichen Auftrag, stellt Westermeier klar. Aber darüber hinaus habe die Stadt keine Platzreserven mehr, mit denen sie auf Nachmeldungen, Zuzüge oder weitere Asylbewerberkinder reagieren könnte, sagt Westermeier.

Größere Gruppen oder eine zusätzliche Gruppe möglich

Falls es weitere Anmeldungen gibt, könne die zum Beispiel die Gruppengröße auf 27 statt 25 Kinder ändern oder eine »altersgeöffnete« Gruppe für Krippen- und Kindergartenkinder mit 25 Plätzen schaffen. Wer sein Kind lieber zu einer Tagesmutter geben will, kann sich ans Landratsamt wenden. Dort können sozial schwache Familien auch einen Zuschuss oder gar die Kostenübernahme für Krippe und Kindergarten beantragen. Es gibt auch Zuschüsse für die Teilnahme am Mittagessen (über das Bildungs- und Teilhabepaket, zu beantragen bei der Wohngeldstelle im Landratsamt). coho