weather-image
21°

Alle 18 Abschlussschüler schafften den »Quali«

4.4
4.4
Bildtext einblenden
Bei der Schulentlassfeier wurden die Schüler mit den besten Abschlusszeugnissen – Maurice Kirsch (von links), Thomas Steinbacher und Simon Aberger – besonders geehrt. Ihnen gratulierten Klassenlehrerin Christina Stockhammer, Schulrektor Otto Manzenberger und Schulbeiratsvorsitzende Sandra Sonntag. (Foto: Flug)

Unterwössen. Und zuletzt ein Ausrufezeichen, das staunen lässt: Alle 18 Schüler der neunten Klasse der Mittelschule Unterwössen haben den Qualifizierenden Mittelschulabschluss geschafft. Damit stellten sie sich nachhaltig ins rechte Licht. Bei der Entlassfeier mutmaßten Klassenlehrerin Christina Stockhammer und Schulrektor Otto Manzenberger, ob das die gekonnte Umsetzung einer Taktik der sparsamen Mittel war oder das Glück einer Klasse, die zwar mit Charme überzeugte, es aber ansonsten gemütlich mochte.


Die Leistung ist unbestreitbar. Schulrektor Otto Manzenberger brachte zum Ausdruck, dass ein zu 100 Prozent bestandener »Quali« bei Weitem nicht die Regel im Landkreis Traunstein sei. Das Ergebnis spreche »für die Schule, den Standort, die Lehrer und vor allem für euch, die Schüler«, meinte er in seiner Eröffnungsrede in der Schulaula. Vorbereitung, Schweiß, Taktik und individuelle Trainingspläne hätten zu dem Ergebnis geführt. Mit dem Schulabschluss habe jeder seine persönliche Meisterschaft bestanden.

Anzeige

Die Neun sei eine besondere, aber auch sonderbare Klasse gewesen. Das habe er in den vergangenen fünf Jahre selbst erfahren. Besonders sei ihr Charme, die Zuverlässigkeit in schwierigen Situationen gewesen. Sonderbar sei gewesen, wie selektiv die Klasse aus dem Bildungsangebot gewählt habe. »An dieser Klasse kannst zerschellen«, meinte Manzenberger in Anlehnung an einen Ausspruch des Boandlkramers im Brandner Kaspar. Zurückgezogen in einer Komfortzone, habe sich die Klasse nur für etwas begeistern können, wenn es in gerechten Bildungshäppchen gereicht worden sei. Engagierte Mitwirkung sei verpönt gewesen.

Klassenlehrerin Christina Stockhammer tat sich mit der Verabschiedung »ihrer Klasse« sichtlich schwer. Als sie die Schüler übernommen hätte, wären sie noch Kinder gewesen, jetzt seien sie groß und stünden auf eigenen Beinen. 4420 gemeinsame Stunden lägen hinter ihnen, schöne Zeiten, aber auch frustrierende, verzweifelte Situationen. Der Schlüssel habe im Lachen gelegen, dem Lachen, das die Lehrerin und die Schüler über die Jahre verbunden habe. Stockhammer verabschiedete sich mit einem Geschenk und ein paar Worten von jedem der 13 Buben und fünf Mädchen. Die besten Wünsche und den Ausruf »Packt Euer Leben an!« gab sie ihnen mit auf den Weg.

»Ihr seid wahre Champions, ihr habt es in letzter Sekunde geschafft« – Unterwössens Bürgermeister Ludwig Entfellner spielte in seiner Rede schmunzelnd auf das Gehörte an. Das zeige, »das Leben ist spannend«. »Morgen gibt es ein neues Spiel«, machte Entfellner klar. Seine Empfehlung: »Haltet jeden Tag bewusst einen Moment inne, besinnt euch auf euch, auf euer Umfeld, überdenkt, wo ihr steht, wo ihr hin wollt.«

Die zwei Klassensprecher teilten sich die Aufgabe der Erwiderung. In einer humorvollen Rede überzeichnete Simon Aberger die Anstrengungen der Schüler auf dem Weg zum Abschluss. Der nette Kontrast zu den Zweifeln von Rektor und Klassenlehrerin gefiel den Zuhörern, zumeist Eltern und Verwandte. Maurice Kirsch zeigte mit seinen Klassenkameraden einmal mehr den Charme der Klasse, als er sich bei den Wegbegleitern – von den Lehrern bis zu den Schulhelfern – bedankte. Dazu verteilten die Klassenkameraden Rosen an die Angesprochenen.

Nach der Verteilung der Abschlusszeugnisse ehrte der Elternbeirat mit der Vorsitzenden Sandra Sonntag die besten Schüler der Klasse mit einem Geschenk. Daraus stach vor allem Thomas Steinbacher hervor, der mit einem Notendurchschnitt von 1,88 auch zu den besten Absolventen im Landkreis zählt.

Die Musik zur Entlassfeier kam von den Abschlussschülern Dennis Moses (Klavier) und Simon Aberger (Ziach). Vor der Feier hatten Pfarrer Martin Straßer und Religionslehrer Hans-Josef Schmitz mit den Schülern und ihren Familien einen Gottesdienst an der Antoniuskapelle gefeiert. lukk