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»Alkohol am Steuer ist keine Faschingsgaudi«

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Foto: dpa/Symbolbild

»Wir wollen Ihnen nicht den Spaß am Fasching verderben. Uns geht es darum, folgenschwere Verkehrsunfälle zu verhindern!« Für Martin Irrgang, Leiter für verkehrspolizeiliche Aufgaben im Polizeipräsidium Oberbayern Süd sind die verstärkten Kontrollen in der »heißen Phase« des Faschingstreibens unbedingt notwendig.


Zu viele Unfälle hatte es allein im letzten Jahr gegeben. Im Einzugsbezirk des Präsidiums, zu denen auch die Landkreise Traunstein und Berchtesgadener Land gehören, kam es im Faschingsendspurt zu 56 Alkoholunfällen. Dabei wurden 35 Menschen verletzt und einer getötet. »Jeder einzelne schwere Unfall bringt für die Betroffenen, deren Familien und Freunde viel Leid mit sich. Von den finanziellen Folgen ganz zu schweigen«, so Verkehrspolizist Irrgang.

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Wer feiert, sollte sich deshalb seiner Verantwortung bewusst sein und für eine sichere Heimfahrt sorgen. »Alkohol am Steuer ist keine Faschingsgaudi«, ergänzt Polizeisprecher Stefan Sonntag. 212 Fahrzeuglenker wurden bei den Kontrollen 2014 aus dem Verkehr gezogen, weil sie zu viel intus hatten und 31 Unbelehrbare standen unter Drogeneinfluss. 48 Mal konnte die Polizei eine Trunkenheitsfahrt vor Fahrtantritt noch verhindern.

Fahrten unter Alkohol und Drogen werden hart bestraft. Neben einem Fahrverbot von mindestens einem Monat und mehreren Punkten auf dem Flensburger Punktekonto, drohen den Alkohol- und Drogensündern empfindliche Geldstrafen, die nicht selten ein Monatseinkommen übersteigen. Durch den Verlust des Führerscheins kommen häufig auch noch berufliche Konsequenzen hinzu.

Der Bußgeldkatalog sieht bereits bei 0,5 Promille Alkohol oder einem nachweisbaren Drogenkonsum eine Geldbuße von wenigstens 500 Euro, zwei Punkte (nach dem neuen Punktesystem) in der Verkehrssünderkartei und mindestens einen Monat Fahrverbot vor. Die Sanktionen verdoppeln und verdreifachen sich entsprechend, wenn jemand bereits ein- oder mehrmals von der Polizei erwischt worden ist.

Noch teurer wird es für diejenigen Verkehrssünder, die 1,1 und mehr Promille Alkohol intus haben und damit »absolut fahruntüchtig« sind. Jedoch droht bereits ab einem Wert von mehr als 0,3 Promille der Führerscheinentzug, wenn man alkoholisiert oder im Drogenrausch einen Verkehrsunfall verursacht.

All diese Fahrer müssen sich für die begangene Straftat vor Gericht verantworten, das neben einer Eintragung in die Verkehrssünderkartei eine entsprechende Geldstrafe und regelmäßig einen längeren Führerscheinentzug anordnet. Für die ganz Unbelehrbaren schließt sich übrigens bei 1,6 und mehr Promille oder im Wiederholungsfall automatisch die medizinisch-psychologische Untersuchung (MPU) an.

Einen wichtigen Tipp hat die Polizei noch für den Morgen danach: »Unterschätzen Sie nicht den Restalkohol am nächsten Morgen!«, warnt Polizeisprecher Stefan Sonntag. Der Körper baue durchschnittlich etwa 0,1 Promille in der Stunde ab. »Reichlich Alkoholgenuss am Vortag kann deshalb zur Folge haben, dass Sie auch am nächsten Morgen noch nicht fahrtauglich sind.« fb

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