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Algenwachstum durch erhöhten Phosphoreintrag

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Waging am See. Susanne Trautwein vom Wasserwirtschaftsamt informierte den Umweltausschuss der Marktgemeinde über die Gewässergüte des Waginger und Tachinger Sees. Interessant sei, dass sich der Waginger See mit einem Volumen von rund 90,4 Millionen Kubikmeter Wasser im Gegensatz zum Tachinger See (21,6 Millionen Kubikmeter) einmal pro Jahr erneuert, das Wasser im Tachinger See jedoch nur alle 1,8 Jahre.


Proben werden alle drei Jahre genommen

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Die Probenahmen würden alle drei Jahre mindestens sechsmal pro Jahr in verschiedenen Tiefenstufen durchgeführt. Gemessen werden Sauerstoffgehalt, pH-Wert und die elektrische Leitfähigkeit. Die Jahresdurchschnittskonzentration beim Phosphor habe sich seit den 1980-er Jahren fast halbiert, der Waginger See werde aber immer noch als eutrophes Gewässer eingestuft.

Erstaunlich sei auch, dass der Nitratgehalt im Tachinger See deutlich höher liege als im Waginger See. Susanne Trautwein erklärte dies mit den sehr unterschiedlichen Einzugsgebieten von Waginger und Tachinger See. Der Waginger See habe sehr viele Zuläufe, über die das Oberflächenwasser abgeleitet werde und schließlich in den See fließe, beim Tachinger See hingegen – mit nur wenigen Zuläufen – versickere das Wasser im Untergrund und werde überwiegend durch das Grundwasser dem See zugeleitet. Nachdem Phosphor relativ stark im Boden gebunden und Nitrat eher ausgeschwemmt werde, hätten diese geologischen Gegebenheiten die Auswirkung, dass in den Tachinger See mehr Nitrat und weniger Phosphor gelange. Beim Waginger See sei es genau umgekehrt. Für den Waginger See ergebe sich dadurch das Problem, dass der erhöhte Phosphoreintrag das Algenwachstum fördere, was wiederum zu einer Verringerung des Sauerstoffgehalts im See führe. Der erhöhte Nitrateintrag im Tachinger See hingegen wirke sich nicht in dem Maße nachteilig aus.

In der anschließenden Diskussion wurde von Gemeinderat Andreas Barmbichler das Thema Schilfmähen angesprochen. Dazu sagte Susanne Trautwein, dass diese Diskussion schon seit Jahren auch am Chiemsee geführt werde und nach geltender Fachmeinung das Schilf nicht für Nährstoffeinträge verantwortlich sei, »weil es beim Verfaulen keine Nährstoffe enthält und dieser Vorgang im Winter stattfindet, der Sauerstoffmangel im See aber im Sommer auftritt«.

Zu dem vorgebrachten Wunsch, dass mehr Untersuchungen gemacht werden sollten, konnte Susanne Trautwein keine Zusagen machen. Zur Frage der Nährstoffeinträge aus Mooren kündigte Bürgermeister Herbert Häusl an, dass es in der nächsten Umweltausschusssitzung einen Vortrag hierzu geben werde.

Franz Knogler von der BBV-Landsiedlung informierte über den aktuellen Planungsstand der verschiedenen Rückhaltesysteme, die im Rahmen der Flurneuordnung mit Förderung durch das Amt für ländliche Entwicklung durchgeführt werden. Geplant sind Maßnahmen zur Wasserrückhaltung in den Bereichen Ebing und Schuhegg. Hierzu wurde kürzlich die letzte Anhörung der Fachbehörden durchgeführt, somit kann in Kürze die Ausschreibung durchgeführt werden. In Ebing wird ein zu diesem Zweck erworbenes Grundstück zum Teil als Ausgleichsfläche und zum anderen Teil für eine Rückhaltemaßnahme genutzt. In Schuhegg wird ein umfangreiches Drainagesystem über eine breitflächige Versickerung in den Vorfluter eingeleitet und nicht wie bisher punktuell an einer Stelle. Gerade bei Starkregenereignissen habe diese Maßnahme, so Knogler, eine sehr nachhaltige Wirkung.

Anschließend berichtete er über den Planungsstand beim Rückhaltemaßnahmen am Gessenberg. Mit einer Umsetzung, so Franz Knogler, könne man unter Voraussetzung der Einwilligung der Grundbesitzer in etwa einem Jahr rechnen.

Bürgermeister Herbert Häusl ergänzte, dass bereits eine Nachberechnung des Kanalsystems in der Westendsiedlung durch das Büro Raunecker im Gange sei. Und Werkleiter Thaler fügte an, dass er bis April oder Mai mit den Ergebnissen rechne, die dann auch in einer Anliegerversammlung präsentiert werden können.

Unter dem Tagesordnungspunkt Sonstiges erkundigte sich Gemeinderatsmitglied Georg Huber nach der Errichtung einer Güllebiogasanlage. Bürgermeister Häusl erwiderte dazu, dass sich herausgestellt habe, dass Anlagen bis 75 Kilowatt kaum wirtschaftlich zu betreiben seien. Man habe deshalb Pläne diesbezüglich vorerst auf Eis gelegt.