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Alfhart Amberger bleibt Vorsitzender des DAV Traunstein

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Für 75 Jahre Mitgliedschaft ehrte Vorsitzender Alfhart Amberger (Mitte) Max Binder (links) und Albert Habl. (Foto: Buthke)

Traunstein – Alfhart Amberger steht weitere vier Jahre an der Spitze der Sektion Traunstein des Deutschen Alpenvereins (DAV).


Bei der Jahreshauptversammlung im Brauereiausschank Schnitzlbaumer wurde er einstimmig zum Vorsitzenden wiedergewählt. Das Amt des zweiten Vorsitzenden, das einige Jahre nicht besetzt war, übernimmt Hans Gfaller.

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Monika Waldner-Schlenz war bereits kommissarische Schriftführerin. Nun wurde sie offiziell gewählt. Zugleich wurde sie als Leiterin der Ortsgruppe Traunreut bestätigt. Schatzmeister bleibt wie bisher Bernhard Kraus. An die Stelle von Georg Hermannsdorfer tritt Shanna Ebert als Jugendreferentin. Rechnungsprüfer sind Ernst Berger und Hans Helmberger. Neben Hermannsdorfer wurde auch Roland Eisele verabschiedet, der sich um Rechtsangelegenheiten gekümmert hat.

Mitgliederbewegung geht stark nach oben

Amberger hob in seinem umfangreichen Jahresbericht die Arbeit der Tourenführer, Ausbilder, Kletterbetreuer, Hüttenwirtsleute, Kletterwandbetreuer, Wegsanierer und Jugendleiter hin. Sein Lob galt ebenso der Bergwacht, Freunden, Gönnern und Spendern. Besonders hob er die Einrichtung eine Alpinbibliothek in den ehemaligen Räumen des Haus- und Grundbesitzervereins hervor. Die Mitgliederbewegung gehe in den vergangenen Jahren nur aufwärts. Sie sei von 5048 Mitgliedern im Jahr 2009 auf 6645 Mitglieder im vergangenen Jahr angestiegen.

Auch 2017 erfordere es wieder einen hohen Einsatz an Mitteln und Organisation, fuhr er fort. Als Beispiele nannte er die Arbeiten an Hütten und Wegen, die Herstellung der Jahresschrift, das Almfest auf der Reiter Alm sowie die Mitgliederverwaltung. Bei der neuen Traunsteiner Hütte stünden der Umbau und die Wegsanierung an, damit die Versorgungssicherheit gewährleistet sei.

Der Vorsitzende nahm die Ehrung langjähriger Mitglieder vor. Für 75 Jahre Mitgliedschaft wurden Max Binder und Albert Habl geehrt. Seit 70 Jahren sind Annemarie Ranker und Josef Waritschlager beim DAV. Weitere Mitglieder wurden für 60, 50 und 40 Jahre Treue zum DAV ausgezeichnet (siehe Kasten).

Über die Aktivitäten der Jugendgruppe »Mankein« berichteten Christina Blain und Friede Viehhauser, die ihre Kinder zu Wort kommen ließen. Sie waren unter anderem auf den Bergen, im Moor, in einer Höhle und einem Klettergarten unterwegs, hatten ein Sommer- und ein Winterlager, waren beim Bouldern und besuchten ein Steinzeitmuseum. Nicht die Leistung habe dabei im Vordergrund gestanden, sondern der Zusammenhalt der Gruppe, betonten die Leiterinnen.

Die Tourengruppe war laut Richard Mühlbacher zu Fuß, auf Skiern und mit dem Fahrrad in den Bergen unterwegs. Die Dreitagestour führte sie von Weißbach zum Sonntagshorn und Dürnbachhorn zur Winkelmoosalm. Ein besonderer Höhepunkt war ein Lawinenkurs mit der Bergwacht.

Für Senioren sei es besonders wichtig, nie aufzuhören, weil sonst die Gefahr des körperlichen und geistigen Verfalls und der Vereinsamung bestehe, meinte Otto Steigelmann von der Seniorengruppe. Im Kreis Gleichgesinnter integriert zu sein und sich auszutauschen, sei dagegen gesundheitsfördernd. Im abgelaufenen Jahr habe die Seniorengruppe über 20 Touren mit mehr als 400 Teilnehmern unternommen. Eine Zweitagestour habe in den Pongau geführt.

Kletteranlage soll erweitert werden

Durch das warme Wetter sei die Kletteranlage am Schwimmbad sehr lange geöffnet gewesen, sagte Tom Fröhlich. Durch den Schulsport am Annette-Kolb-Gymnasium und am Chiemgau-Gymnasium habe es einen Zuwachs bei den Kletterern gegeben. Nun sei die Erweiterung der Kletteranlage geplant. Der Bauantrag sei bei der Stadt Traunstein bereits gestellt worden. Da man dafür Grund von der Stadt benötige, brauche man deren Zustimmung. Neben einem neuen Kletterturm sollen Umkleiden für Frauen und Männer sowie ein Lagerraum entstehen. Laut Fröhlich soll 2018 mit dem Bau begonnen werden.

Über die Ausbildung berichtete Franz Mittermaier. Rund 160 Teilnehmer hatten 2016 die Kurse. Wobei auch neue Kurse angeboten worden seien. Die Anzahl der Kurse insgesamt sei jedoch zurückgegangen, weil es zu wenige Ausbilder gebe. Als Höhepunkte nannte er einen Bergrettungskurs mit der Bergwacht sowie ein Skitourencamp auf der alten Traunsteiner Hütte. In diesem Jahr soll es alpine Ausbildung in allen Disziplinen geben.

Mit der kulturellen Arbeit befasste sich der Bericht von Hans Helmberger. Im Oktober habe die Sektion ihre eigene Alpinbibliothek eröffnet. Möglich sei dies dadurch geworden, dass erstens die Räume des Haus- und Grundbesitzervereins frei geworden seien und zweitens Fritz Petermüller bei seinen Bekannten um Bücher zum Alpinismus nachgefragt habe. Dadurch seien rund 1200 Bergbücher zusammengekommen. Sie stünden nicht nur Mitgliedern, sondern auch Nichtmitgliedern zum Schmökern zur Verfügung. Die Alpenbibliothek sei ein Alleinstellungsmerkmal innerhalb der DAV-Sektionen.

In der DAV-Ortsgruppe Traunreut leitet Christian Bäuml die Familiengruppe »Bambini-Bande«. Wichtig sei vor allem das Miteinander. Man wolle den Jugendlichen zwischen sechs und zwölf Jahren die verschiedenen Facetten des Bergsports zeigen, so Bäuml. Er zählte unter anderem einen Besuch im Bergwalderlebniszentrum Ruhpolding, eine Silvesterwanderung zum Engelstein, einen Hüttenabend in der Trostberger Hütte, eine Schlittentour zur Priener Hütte sowie eine gemeinsame Lawinenübung mit der Suchhundestaffel und der Bergwacht Bergen auf.

Bauarbeiten an der Traunsteiner Hütte

Von einer Bilanzsumme von 1,11 Millionen Euro berichtete Schatzmeister Bernhard Kraus. Die Gewinn- und Verlustrechnung betrug 78 000 Euro. Aus der Rücklage wurden 28 000 Euro entnommen. Der Gewinn müsse zweckgebunden verwendet werden, so Kraus. In der nächsten Zeit stehen einige Investitionen bei der neuen Traunsteiner Hütte an: Erweiterung und Modernisierung (230 000 Euro), Austausch der Fensterelemente und Sanierung der Versorgungswege (147 000 Euro). Der neue Kletterturm mit Umkleiden, Toiletten und Lagerraum ist mit rund 215 000 Euro veranschlagt. Die Sektion werde ein Darlehen brauchen, aber dessen Tilgung sei problemlos möglich, stellte der Schatzmeister fest.

Als neue Bereitschaftsleiter der Bergwacht stellten sich Claudia Bork und Stefan Eisenreich vor. Sie sprachen von einem Geben und Nehmen, weil die Bergwacht auch Unterstützung vom Alpenverein bekomme. Sie betonten daher die gute Verbindung zwischen Bergwacht und Alpenverein, so zum Beispiel bei einer gemeinsamen Winterübung am Untersberg, bei der Ausbilder beider Organisationen die Suche nach einem Lawinenabgang geübt hätten. Bjr