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Alexander Reinmiedl ist nicht mehr Gemeinderat

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Aus persönlichen Gründen scheidet Alexander Reinmiedl aus dem Gemeinderat aus.

Wonneberg – Alexander Reinmiedl ist nicht mehr Mitglied des Wonneberger Gemeinderats. Seinen schriftlich geäußerten Wunsch, »aus persönlichen Gründen« aus dem Gremium auszuscheiden, stimmten die Gemeinderäte mit 7:4 Stimmen zu.


Die Gegenstimmen richteten sich nicht gegen sein Ausscheiden, sondern wollten die Abstimmung auf die nächste Sitzung verschieben, weil Reinmiedl aus beruflichen Gründen nicht an der Sitzung teilnehmen konnte und er laut 2. Bürgermeister Peter Wolff mündlich darum gebeten hatte, mit dem Beschluss bis zur Juni-Sitzung zu warten.

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Diese ungewöhnliche Situation führte zu einer regen Diskussion pro und kontra. Entschieden wurde sie letztlich durch die von Bürgermeister Martin Fenninger aufgerufene Abstimmung über Reinmiedls ursprünglichen Antrag, sein Mandat als Gemeinderat niederzulegen. Den von verschiedenen Seiten vorgebrachten Wortmeldungen, den Punkt doch tatsächlich zu verschieden, erteilte der Bürgermeister damit eine Abfuhr – nicht zuletzt, wie er deutlich und mehrfach betonte, weil Reinmiedl seinen Wunsch auf Verschiebung ihm nicht persönlich mitgeteilt hatte. Dabei habe er, Fenninger, in den vergangenen Tagen noch zwei Mal mit ihm ein Gespräch geführt.

Da half auch der Einwand nichts, es könnte doch auch reichen, dass sich Reinmiedl an den 2. Bürgermeister Peter Wolff gewandt habe. Davon aber wollte Fenninger nichts wissen: Er habe schließlich die Sitzung zu leiten, von daher seien derlei Anträge auch an ihn beziehungsweise schriftlich an die Gemeinde zu richten.

Hintergrund für Reinmiedls Wunsch, den Sitz im Gemeinderat niederzulegen, waren wohl – wie aus mehreren Wortbeiträgen in der Sitzung hervorging – mehr oder minder heftige Reaktionen von Bürgern auf seinen in der vergangenen Sitzung wiederholt gestellten Antrag, am Rande des Baugebiets »St. Leonhard Nord 2« einen Naturraum anzulegen, den Bach zu verbreitern, Sträucher zu pflanzen und etliches mehr. »Etwas pampig«, so formulierte es Bürgermeister Fenninger, könnten diese Reaktionen wohl gewesen sein. Er finde es zwar nicht in Ordnung, wenn die ehrenamtlich tätigen Gemeinderäte so »angegangen« würden, aber »man tritt deswegen auch nicht gleich zurück«: »Denn sonst hätte ich mein Bürgermeister-Amt schon nach zwei Tagen aufgeben müssen.«

Aufgrund dieser Situation und auch des Eindrucks, dass es sich bei Reinmiedls ursprünglichem Antrag um einen Schnellschuss handele, den dieser mittlerweile wohl schon »in gewisser Weise bereut«, wie Peter Wolff sagte, mehrten sich Stimmen im Gemeinderat, doch tatsächlich ihn selber noch Stellung nehmen zu lassen, bevor man abstimme. Diese Meinung vertraten unter anderem auch Stephan Eglseer, Bernhard Kriegenhofer, Michael Frumm-Mayer und Josef Helminger. Bei der Abstimmung aber fiel die Verschiebung dann doch durch, was Bürgermeister Fenninger in Richtung Reinmiedl so kommentierte: »Er muss einfach mit mir reden, wenn ihm das wichtig ist.« he