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AKV will erneut Fahrradstraße beantragen

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Reinhard Piehler und andere AKV-Mitglieder standen – gut zu sehen mit Warnwesten – an der Jahnstraße und zählten die Verkehrsteilnehmer. (Foto: Mix)

Traunreut – Der Arbeitskreis Verkehr (AKV) beschäftigt sich seit Jahren intensiv mit den Bedürfnissen der Radfahrer und hat im November 2016 ein Radwegekonzept für das Stadtgebiet Traunreut erstellt. Eine Verbesserung der Situation für Radfahrer wäre es nach Meinung der Arbeitskreismitglieder, wenn die Jahnstraße zur Fahrradstraße erklärt würde. Um diesen Antrag zu unterstreichen, nahm der AKV diese Woche eine Verkehrszählung vor und stellte fest, dass auf der Strecke erheblich mehr Radfahrer als Autofahrer unterwegs sind.


Der Antrag des AKV, die Jahnstraße in eine Fahrradstraße umzuwidmen, wurde im September im Hauptausschuss abgelehnt. Unter anderem wurde aufgeführt, dass vor so einer Anordnung erst zu prüfen sei, wie viele motorisierte Fahrzeuge in die Jahnstraße einfahren müssen. »Sollte absehbar sein, dass trotz entsprechender Beschilderung erheblicher motorisierter Verkehr stattfindet, so wird von einer Fahrradstraße abgeraten«, hieß es in der Stellungnahme der Unteren Verkehrsbehörde im Landratsamt.

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Diese Prüfung fand nun durch den AKV statt. An einem normalen Wochentag standen die Mitglieder, aufgeteilt in verschiedene Schichten, von frühmorgens 5.15 Uhr bis 23.30 Uhr nachts an der Jahnstraße und zählten die Verkehrsteilnehmer. Das Ergebnis überraschte sie selber. In dem genannten Zeitraum wurden 1178 Radfahrer gezählt, 191 Pkw, 36 Motorräder und zwei Lkw. Verkehrsreferent Roger Gorzel stellte dazu fest: »Das ist ein Hammer-Ergebnis und ich hätte nie gedacht, dass es so eindeutig ist.«

Der Arbeitskreis wird sich bei seinem nächsten Treffen nochmals ausführlich mit dem Thema befassen und aufgrund dieser Zählung erneut den Antrag stellen, dass die Jahnstraße Fahrradstraße wird. Mit Fahrradstraßen steht den Kommunen ein Instrument zur Verfügung, Radverkehr auf wichtigen Routen zu bündeln. Mit dem entsprechenden Verkehrszeichen 244 StVO wird die gesamte Fahrbahn als Sonderweg für Radfahrer ausgewiesen. Radfahrer dürfen auf dieser Straße nebeneinander fahren und es gilt eine zulässige Höchstgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometer. Eine Straße kann zur Fahrradstraße werden, wenn Radverkehr die vorherrschende Verkehrsart ist. Der Autoverkehr kann aber dennoch durch ein Zusatzzeichen zugelassen werden, sodass auf der Jahnstraße die Zufahrt für Anlieger, zur TuS-Halle, zum FC-Platz, Vereinsheim der Schäferhundefreunde und im Sommer zum Freibad trotzdem gewährleistet wäre. Durch Zusatzzeichen zugelassener KFZ-Verkehr muss allerdings auf die Radfahrer besondere Rücksicht nehmen.

Die Mitglieder des AKV stellten bei der Zählung fest, dass zahlreiche Beschäftigte von BSH mit dem Fahrrad kommen, immer bei Schichtwechsel war eine deutliche Zunahme festzustellen. Aber auch Schülerinnen und Schüler nutzen offenbar die Jahnstraße, um mit dem Rad nach Traunwalchen zu fahren. mix

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