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Milde Temperaturen sorgen für Zeckenanstieg – Impfung wird empfohlen

»Aktives Zeckenjahr« befürchtet

Mit einem »aktiven Zeckenjahr« rechnet der Leiter des Gesundheitsamtes Traunstein, Franz Heigenhauser. Als Grund für den Zeckenanstieg sieht er den milden Winter.

Beim Stich kann die Zecke Krankheiten wie FSME oder Borreliose übertragen. (Foto: dpa)

Besonders gefährdet sind Personen, die sich beruflich oder in ihrer Freizeit besonders viel in Wäldern oder Wiesen aufhalten. In unserer Region werden durch Zecken zwei Krankheiten übertragen: Die FSME (Frühsommer-Meningoenzephalitis) und die Borreliose. Die FSME kann zu einer lebensbedrohlichen Entzündung des Gehirns, die Borreliose unbehandelt zu schwersten Herz-, Nerven-, Haut- und Gelenkerkrankungen führen. Gegen die FSME gibt es eine Impfung, jedoch keine Therapie, bei der Borreliose ist es genau umgekehrt: Es gibt eine wirksame Antibiotika-Therapie, jedoch keine Impfung.

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Entdeckt man an seinem Körper eine Zecke, so sollte man diese am besten mit einer Pinzette, ohne den Körper zu quetschen, rasch entfernen. Zwischen Zeckenstich und Übertragung des Krankheitserregers können bis zu 24 Stunden vergehen. Von der Anwendung von Klebstoffen oder Ähnlichem zur Abtötung der Zecken rät Heigenhauser dringen ab: Zecken können auch im »Todeskampf« noch zustechen. Er empfiehlt, nach einem Zeckenstich die Einstichstelle sorgfältig zu beobachten. Tritt eine schmerzlose, kreisförmige Hautrötung um die Einstichstelle auf – dies ist auch erst Monate später möglich, so sollte ein Arzt aufgesucht werden, da dies ein Frühzeichen für die Borreliose sein kann.

Im Jahr 2013 wurden dem Gesundheitsamt Traunstein sechs FSME- und 88 Borreliosefälle gemeldet. Die regionalen Schwerpunkte liegen im nördlichen Landkreis, vor allem entlang der Flussläufe von Alz und Salzach. Die bisherige Annahme, dass Lagen über 1000 Meter wegen der dort vorherrschenden Temperaturschwankungen zeckenfrei seien, ist nach Angaben von Heigenhauser aufgrund der Klimaerwärmung nicht mehr haltbar.

Zur FSME-Impfung rät er jedem, der sich beruflich oder in der Freizeit häufig im Freien aufhält. Da die Impfung nur gegen die FSME und nicht gegen die Borreliose schützt, sollte man trotz Impfung folgende Vorsichtsmaßnahmen einhalten: Bei Aufenthalten im hohen Gras, im Gebüsch oder im Unterholz sollte den Zecken wenig »Angriffsfläche« geboten werden, indem man lange Hosen, lange Ärmel und eine Kopfbedeckung trägt. Die Socken sollten über die Hosen gestülpt werden, damit die Zecken nicht an den Beinen hochkrabbeln können. Freie Hautflächen sprüht man mit mückenabweisenden Sprays ein. Außerdem sollte man seinen Körper nach einem Aufenthalt im Freien nach Zecken absuchen. Damit dürfte nach Einschätzung von Franz Heigenhauser gewährleistet sein, dass aus der »Wanderlust« kein »Zeckenfrust« entsteht.