weather-image
14°

Aktionstag zum Thema »Bayern barrierefrei 2023«

0.0
0.0
Bildtext einblenden
Über das Thema »Bayern barrierefrei 2023 – Modellkommune Traunstein« sprachen Oberbürgermeister Christian Kegel, Christine Degenhart und Petra Schober bei einem Informationsabend im Traunsteiner Rathaus.

Traunstein. Einen Aktionstag »Bayern barrierefrei 2023 – Modellkommune Traunstein« veranstaltete die Stadt. An einem Informationsstand auf dem Stadtplatz konnte man tagsüber nicht nur über alles Wissenswerte über das Projekt erfahren, sondern auch eigene Gedanken und Ideen zum Thema Barrierefreiheit in Traunstein einbringen. Zusätzlich fand wegen der bedingt durch das Wetter geringen Resonanz nur ein begleiteter Spaziergang durch die Stadt statt, bei dem die Teilnehmer auf Barrieren im öffentlichen Raum aufmerksam machen konnten. Sie wurden aber auch gezielt auf Defizite hingewiesen wie zu schmale Durchgänge oder zu hohe Gehsteigkanten.


Im Rathaus fand dann ein Informationsabend für alle Bürger statt. Oberbürgermeister Christian Kegel erklärte, dass Traunstein eine Modellkommune für das ambitionierte Ziel der Staatsregierung sei, Bayern bis 2023 barrierefrei zu machen. Dabei stünden zunächst Orte mit hoher Frequenz im öffentlichen Raum im Fokus. Die Modellkommunen sollen dafür Schwachstellen erkennen und Lösungsansätze finden. Die Stadt Traunstein habe dafür 40 000 Euro zur Verfügung gestellt und erhalte 20 000 Euro Zuschuss vom Freistaat. »Bis Ende 2014 sollen Aktionspläne den Bedarf erfassen und die notwendigen Schritte darstellen«, so Kegel. Diese Bewertung und Gewichtung sei notwendig, um einen Leitfaden für alle bayerischen Städte und Gemeinden zu schaffen. Darin würden die Erfahrungen und Hilfestellungen zusammengefasst, aber auch der Finanzbedarf ermittelt. Das Architekturbüro Schober aus München habe bereits eine Betrachtung aller Straßen und Plätzen im innerstädtischen Bereich vorgenommen. Dennoch sei es auf die Erfahrungen der Bürger angewiesen, weil niemand die Stadt so gut kenne wie sie. »Barrierefreiheit betrifft die gesamte Gesellschaft von der Frau mit dem Kinderwagen bis hin zum behinderten Menschen«, sagte der Oberbürgermeister. Er machte jedoch deutlich, dass sich gerade im oft engen Innenstadtbereich nicht jede Barriere überwinden lasse. Alle Bürger seien aufgefordert, das eigene Umfeld auf Barrierefreiheit zu überprüfen. »Oft reichen schon kleine Schritte, um diese zu überwinden«, hob Kegel hervor.

Anzeige

Petra Schober von Schober Architekten und Stadtplaner, die gemeinsam mit ihren Mitarbeitern die nach ihren Worten »ganz schön aufwendige Bestandsaufnahme« in Traunstein vorgenommen hat, erklärte Herangehensweise und Durchführung. Sie machte deutlich, dass die barrierefreie Gestaltung einer Stadt eine umfassende und gesamtgesellschaftliche Aufgabe sei. Exemplarisch nannte sie den Bahnhof, der noch nicht ganz barrierefrei sei, das sanierungsbedürftige Pflaster des Stadtplatzes sowie oft zu schmale Gehwege in der Innenstadt wie an der Fuchsgrube oder am Taubenmarkt. Auch der Maxplatz sollte im nördlichen Teil umgestaltet werden und dabei die Bordsteinkante bei der Bushaltestelle abgesenkt werden. Sie monierte auch das öfter eingesetzte Großsteinpflaster, das für Rollator- und Rollstuhlbenutzer ungeeignet sei.

Architektin Christine Degenhart aus Rosenheim, bei der Bayerischen Architektenkammer zuständig für das Thema »Barrierefreiheit«, sprach anhand von Beispielen in anderen Städten über die verschiedenen Facetten der »Barrierefreiheit«. Untersuchungsbereich seien der öffentliche Raum mit seiner kommunalen Infrastruktur (Gebäude und Straßen) und besonders auch private Einrichtungen (zum Beispiel Kirchen, Seniorenheime, Nahversorger usw.). Bjr