weather-image
32°

Aktionsbündnis stoppt Landesgartenschau in Traunstein

3.4
3.4
Bildtext einblenden
Oberbürgermeister Christian Kegel und viele Interessierte verfolgten im Traunsteiner Rathaus den Ausgang der beiden Bürgerentscheide. (Foto: Artes)
Bildtext einblenden
Fest steht nun, dass das Jugendzentrum nicht in die Güterhalle kommt. »Alles andere muss sich nun zeigen«, wie es Oberbürgermeister Christian Kegel formulierte. (Foto: Reiter)

Traunstein – Es war ein eindeutiges Ergebnis: Es wird 2022 keine Landesgartenschau in Traunstein geben. 63,3 Prozent stimmten gegen die Ausrichtung der Blumenschau in sechs Jahren. Ein Kopf-an-Kopf-Rennen gab es hingegen im Bürgerentscheid zur Güterhalle. Mit knapper Mehrheit entschieden sich die Traunsteiner letztendlich gegen die Sanierung und für den Neubau eines Jugendzentrums.


Unter großem Medien- und Bürgerinteresse wurde der Ausgang der beiden Bürgerentscheide im Rathaus verfolgt. Schon nach Auszählung des ersten Wahlbezirks wurde deutlich, dass die Mehrheit der Traunsteiner keine Landesgartenschau möchte. In keinem der Stimmbezirke konnten sich die Befürworter letztendlich durchsetzen. 15 951 Wähler durften ihre Stimme abgegeben, die Wahlbeteiligung in Sachen Landesgartenschau lag bei 51,6 Prozent.

Anzeige

Helga Mandl vom Aktionsbündnis gegen die Landesgartenschau hatte natürlich gehofft, dass das Ergebnis so ausfallen werde. »Die Stimmung war von Anfang an gut. Als Aktionsbündnis haben wie viel Kontakt zu den Bürgern gehabt und gemerkt, dass wir viel Zuspruch bekommen.« Überraschend war für Mandl vor allem die hohe Wahlbeteiligung: »Man sieht deutlich, dass die breite Mehrheit zu dem Ergebnis steht.«

Sichtlich enttäuscht war Oberbürgermeister Christian Kegel. »Die Sache ist eindeutig entschieden. Für mich ist es als Oberbürgermeister eine große Enttäuschung, aber das Votum der Bürger ist eindeutig«, so Kegel im Rathaus. Unter Beifall vieler Bürger gratulierte Kegel dem Aktionsbündnis gegen die Landesgartenschau.

Außerdem appellierte der Oberbürgermeister an die Einheit der Stadtgesellschaft, denn in den Tagen vor der Wahl seien »viele Verletzungen unterhalb der Gürtellinie« passiert. Er forderte alle Bürger auf, wieder mehr Toleranz walten zu lassen. »Zu einer Demokratie gehört auch, dass man nicht immer gewinnen kann.« Das müssten die Verlierer auch akzeptieren.

Ebenfalls nicht mit so einem klaren Ausgang gerechnet hat Wolfgang Fegg, Vorsitzender des Vereins »Freunde der Landesgartenschau«. »Ich bin natürlich sehr enttäuscht. Das ist ein klarer Erfolg der Gegner, den man auch anerkennen muss. Ich möchte mich noch einmal bei allen bedanken, die uns unterstützt haben.«

Große Freude hingegen herrschte bei den Initiatoren des zweiten Bürgerbegehrens an diesem Tag, Konrad Baur, Isabelle Thaler und Maximilian Röde, auch wenn die Entscheidung ziemlich knapp ausfiel. Gegen die Sanierung der Güterhalle sprachen sich 51,1 Prozent oder 4182 Bürger aus. Für die Sanierung waren 3961 (oder 48,9 Prozent). In beiden Fällen wurde das Quorum erreicht, sodass die Stichfrage entscheiden musste. Hier sprachen sich 4075 Bürger gegen und 3900 für eine Sanierung aus.

In der Stadt Traunstein gab es zuletzt in den Jahren 2013 (Bewerbung für Olympia 2022) und 2005 (Fachmarktzentrum an der Südspange) Bürgerentscheide. Hier lag die Wahlbeteiligung bei 30 Prozent. jar/KR