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Aktion »Orgelpate werden« gestartet

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Sie alle freuen sich auf die neue Orgel in der Stadtpfarrkirche St. Oswald (von links): Orgelbaumeister Philipp Klais, Stadtpfarrer Georg Lindl, Vereinsvorsitzender Fritz Stahl, Kirchenpfleger Hannes Huber und Zweiter Bürgermeister Hans Zillner.

Traunstein. »Seit Ostern des Jahres 2011 ist die Hauptorgel von St. Oswald verstummt, die Kirche braucht dringend eine neue« – mit diesen Worten wandte sich Stadtpfarrer Georg Lindl an die Teilnehmer einer Informationsveranstaltung im Rathaus. St. Oswald brauche die neue Hauptorgel für die Feier der Gottesdienste. Ferner verlange das überregional bedeutende Bauwerk, das internationale Beachtung als Primizkirche von Papst Benedikt XVI. erfahren habe, nach einem angemessenen, raumfüllenden Orgelklang. Aber auch die Musikfreunde warteten darauf. Er könne hocherfreut berichten, dass die Vertragsverhandlungen mit der Orgelbaufirma Klais aus Bonn abgeschlossen seien und man nun in die Phase der Verwirklichung treten könne.


In 130 Jahren fast 2000 Orgeln gebaut

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Orgelbaumeister Philipp Klais, der extra aus Bonn angereist war, stellte das Projekt vor. Die Firma Klais habe in über 130 Jahren Firmengeschichte fast 2000 Orgeln auf allen Kontinenten der Erde gebaut. Diesen reichen Erfahrungsschatz brächten die Orgelbauer um ihn und den Intonateur Andreas Saage in den Bau der neuen Orgel von St. Oswald ein. Entstehen wird ein dreimanualiges Instrument mit 43 Registern, das die Grundidee der ersten Orgel von St. Oswald nach dem Stadtbrand 1851 aufnimmt und erweitert. Im historischen Gehäuse von 1856 steht dann eine moderne Orgel, die in die Geschichte der Instrumente der Stadtpfarrkirche eingebettet ist und neue Akzente für die Kirchenmusik und die Kultur in Traunstein setzen wird.

Dass man aber bei allen guten Nachrichten nicht sofort mit dem Einbau der Orgel beginnen könne, machte Kirchenpfleger Hannes Huber deutlich. Orgelbauer Klais könne zwar in seiner Werkstatt mit dem Orgelbau beginnen, aber in der Stadtpfarrkirche müssten noch Vorarbeiten erfolgen. Dringend sei der Einbau einer neuen Heizung, denn die derzeitige Umlaufheizung arbeite nicht optimal und blase Staub durch den gesamten Kirchenraum, der sich an Wänden und Ausstattung sowie an der Orgel festsetze. Der Kirchenraum müsse zudem grundgereinigt und getüncht werden. Auch die Orgelempore sei statisch zu überprüfen, denn sie soll das Gewicht der 18 bis 20 Tonnen schweren Orgel für die nächsten 150 Jahre sicher tragen.

Ferner sei die Gestaltung des Innenraumes zu überdenken. Alle Arbeiten würden vom Baureferat der Erzdiözese mit dem Landesamt für Denkmalpflege abgestimmt. Die Finanzierung sei unabhängig vom Orgelbau zu sehen. Sobald die neue Heizung eingebaut und der Innenraum entstaubt und neu getüncht sei, könne die Orgel in St. Oswald aufgebaut werden.

Verein ist bereits seit zwölf Jahren aktiv

Zweiter Bürgermeister Hans Zillner hob in seinem Grußwort das nun schon zwölf Jahre bestehende, segensreiche Wirken des Vereins für die Traunsteiner Orgeln hervor. Er zeigte sich zuversichtlich, dass der großartige Bürgersinn, den die Traunsteiner unter anderem schon beim Wiederaufbau des Jacklturmes bewiesen hätten, auch die restliche Finanzierung sichern werde. Er freue sich, dass sich der Stadtrat einstimmig für eine »ansehnliche« Beteiligung der Stadt ausgesprochen habe.

Stadtpfarrer Georg Lindl bedankte sich bei der Stadt Traunstein für die großzügige Unterstützung. Die St.-Oswald-Kirche solle auch weiterhin als zentrales Gebäude im Zentrum der Stadt als echte Bürgerkirche Ort der Ruhe und Erbauung für alle Menschen sein.

Der Vorsitzende des Orgelvereins, Altoberbürgermeister Fritz Stahl, machte deutlich, dass zwar die Kirchenstiftung St. Oswald formell für die Finanzierung zuständig sei, diese große Aufgabe aber nicht alleine bewältigen könne. Zum Gelingen des Werkes bedürfe es der Sympathie und des finanziellen Engagements der Bürger und aller Denkmal- und Musikfreunde. Der Verein der Orgelfreunde starte daher im Einvernehmen mit der Kirchenstiftung die neue Aktion »Orgelpate werden«, die er anschließend vorstellte.

Einzelpersonen, Familien, Freundeskreise, Vereinigungen, Firmen und Institutionen könnten Orgelpaten werden. Eine Patenschaft könne man auch ansammeln oder verschenken, der Finanzrahmen für eine Pfeife reiche von 50 bis 5000 Euro. Ferner bestehe auch die Möglichkeit, Pate mehrerer Orgelpfeifen, bestimmter Töne oder Pfeifengruppen zu werden – oder sich nur für eine Preisgruppe zu entscheiden.

In größeren Pfeifen den Namen des Spenders eingravieren

Die Patenschaften würden mit Urkunden bestätigt und in ein Verzeichnis eingetragen, in Pfeifen ab 60 Zentimeter Höhe könnten Namen graviert werden, sodass man als Spender auch im Orgelwerk selbst genannt sei. Weitere Informationen seien dem neuen, in St. Oswald (Kirche und Pfarrbüro) aufliegenden Faltblatt oder dem Internet zu entnehmen. Gerne erteile man auch Auskunft unter Telefon 0861/9094900.

Unabhängig von der neuen Aktion würden alle bekannten Aktivitäten weiterverfolgt. Als Beispiele nannte er den neuen Kunstkalender für 2014, Flohmarkt, Adventsmarkt, Orgelbrotaktion und dergleichen. Zum Schluss bat er alle Kultur-, Musik- und Orgelfreunde um Unterstützung und betonte, dass jeder Betrag willkommen sei.

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