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Aggressiver Alkoholiker

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Traunstein. Ein 48-jähriger Elektriker geriet durch Alkohol völlig aus der Bahn. Immer wenn er getrunken hatte, wurde er aggressiv und beging häufig Straftaten. Gestern musste er sich vor dem Schöffengericht Traunstein verantworten – wegen versuchter räuberischer Erpressung in Reit im Winkl sowie wegen zwei Körperverletzungen in einer Klinik in Schongau und in einer Obdachlosenunterkunft in Ebersberg. Das Gericht verhängte 14 Monate Freiheitsstrafe und ordnete die Unterbringung des Mannes in einer Entzugseinrichtung an.


Staatsanwalt Christopher Stehberger schilderte zunächst den Fall in Reit im Winkl: Der betrunkene 48-Jährige rief in der Nacht zum 16. November 2012 seinen Sozialpädagogen an und sprach auf den Anrufbeantworter: »Du schuldest mir einen Haufen Geld. Ich will meine Kohle und zwar zweieinhalbtausend. Sonst gibt’s richtig Ärger.« Alle Prozessbeteiligten werteten die Verbalattacke als »versuchte räuberische Erpressung.« Gemeint hatte der Angeklagte das Taschengeld in Höhe von 80 Euro, wie er vor Gericht aussagte.

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Am 8. März 2013 randalierte der Mann im Behandlungsraum einer Klinik in Schongau. Der alkoholisierte 48-Jährige riss Schubladen aus den Kästen und warf mit Spritzen um sich. Ein Beschäftigter wollte dem Toben ein Ende bereiten. Als er den Angeklagten zu Boden brachte, trug der Mitarbeiter Kratzwunden am Arm davon.

Schauplatz der dritten Tat war am 10. Juni 2013 gegen 2  Uhr nachts eine Obdachlosenunterkunft in Ebersberg. Im Streit mit einem Insassen schlug der 48-Jährige dem Opfer eine relativ schwere Taschenlampe auf den Kopf. Eine klaffende Platzwunde, die genäht werden musste, war die Folge, dazu noch eine Schädelprellung. Dies bedeutete gestern Verurteilung wegen »gefährlicher Körperverletzung«.

Das Schöffengericht sah aufgrund der Vorstrafen keine Möglichkeit für eine Bewährung. Denn mehrmals habe der 48-Jährige Bewährungen nicht durchgestanden, so Richter Wolfgang Ott. Mit den 14 Monaten Strafe und der Unterbringung habe der Angeklagte eine »vernünftige Zukunftsprognose«: »Wenn Sie die Therapie durchstehen, ist die Strafe erledigt.« Das Urteil wurde sofort rechtskräftig. kd