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Änderungen am Standortübungsplatz Kammer geplant

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Mit dem gepanzerten Gefechtsfahrzeug Boxer will die Bundeswehr künftig auf dem Standortübungsplatz in Kammer üben. (Foto: Oberkandler)

Traunstein – Über die Arbeit der Gebirgsjägerbrigade 23 und über geplante Veränderungen auf dem Standortübungsplatz Kammer informierte der stellvertretende Brigadekommandeur und Standortälteste, Oberst Stefan Leonhard, im Gasthaus Jobst in Rettenbach.


Rund 50 Interessierte bekamen einen umfassenden Überblick über die Arbeit der Brigade, die allein in den Landkreisen Traunstein und Berchtesgadener Land 3500 Beschäftigte hat.

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Die Standorte der Brigade reichen von Füssen über Mittenwald bis nach Bad Reichenhall, wo sie ihren Sitz hat. »Mit 54 Haflingern, Mulis und Warmblütern sind wir die einzige tierführende Einheit des Heeres«, sagte Oberst Leonhard, ein gebürtiger Berchtesgadener. Seit 1993 seien 5400 Soldaten aus der Brigade im Auslandseinsatz gewesen; von Somalia bis Mali und Afghanistan, dazwischen im Balkan. In Mali sei auch in diesem Jahr der Schwerpunkt gewesen. Ab 2019, so die Planung, werde man für Mali komplett zuständig sein.

Auf acht Rädern durch schwieriges Gelände

Nachdem Leonhard das Ausbildungs- und Übungskonzept der Brigade vorgestellt hatte, präsentierte er Bilder von den Großgeräten, welche ihr zur Verfügung stehen. Das modernste von ihnen ist das Gefechtsfahrzeug Boxer, das den seit 40 Jahren genutzten »Fuchs« ersetzt. Mit dem achträdrigen, gepanzerten Fahrzeug übe man auch in Kammer. Geplant sei eine Ausweitung des Übungsgeländes. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben werde vom Staatsforst ein Waldstück, den Reichsberger Bogen, kaufen.

Vorgesehen sei unter anderem der Bau einer Kfz-Geländelehrbahn, auf der die Soldaten das Fahren in extremem Gelände üben können. Damit die Fahrzeuge bei der Rückfahrt in die Reichenhaller Kaserne die Straßen nicht verschmutzen, soll eine Waschanlage errichtet werden. Sie soll westlich der Hauptzufahrt entstehen, die ausgebaut werden soll. Gebaut werden soll auch eine sogenannte Dorfstelle aus Containern, damit man üben kann, wie man Angriffe auf Gebäude ansetzt.

Stabsfeldwebel Oswald Wagner, in dessen Zuständigkeitsbereich der Übungsplatz fällt, hatte im Vorfeld der Versammlung die Anlieger über die geplanten Neuerungen informiert. Dennoch gab es bei dem Informationsabend einige Fragen. Beate Rutkowski wollte wissen, wo Ausgleichsflächen geschaffen werden, da es sich beim Übungsplatz ja um ein Natura-2000-Gebiet handelt. Solche Ausgleichsflächen könne man bayernweit ausweisen, informierte Wagner.

Die Waschanlage, so beantwortete er eine weitere Frage, sei ein autarkes System, gespeist mit Regenwasser, das gereinigt und wiederverwendet werde. Die getrockneten Schmutzrückstände werde man fachgerecht entsorgen. Ein Anschluss an die Wasserversorgung sei nicht vorgesehen. Das neue Gefechtsfahrzeug habe überdies den Vorteil, dass ein Öleintrag ausgeschlossen sei.

Kein zusätzlicher Verkehr auf der Kreisstraße

Georg Niederbuchner äußerte die Besorgnis, dass das Verkehrsaufkommen in Kammer und Rettenbach steigen könnte. Das sei nicht der Fall, hieß es; die Zufahrtswege bleiben, wie sie sind, betonte Oberst Leonhard. Auf die Frage von Sepp Reischl, ob die Schranken an den Zufahrten bleiben, sagte Oswald Wagner, das werde der Fall sein. Verhindern wolle man damit unter anderem, dass das Gelände am Wochenende für private Autorennen genutzt werde.

Zwei Besucher erkundigten sich, ob der Fluglärm in der Region bei den Übungen steigen werde. Das sei nicht geplant und auch die Furt an der Traun werde geschlossen bleiben. Eine Ausweitung der nächtlichen Übungszeiten sei nicht geplant. Auch die städtische Langlaufloipe, die durch das Gelände führt, sei wieder genehmigt worden. -K.O.-

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