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Adventlicher Handwerkermarkt

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Michaela Pechmann aus Grassau präsentierte beim adventlichen Handwerkermarkt im Schusterhof in Bergen unter dem Motto »Boarisch gstrickt« traditionelle Strickwaren aus dem Chiemgau.

Bergen – Altes Handwerk stand am Wochenende im Mittelpunkt des sechsten adventlichen Handwerkermarktes im Schusterhof auf dem Schellenberg bei Bergen. Unter dem über 300 Jahre alten Gebälk der Tenne, in den Stuben und Ausstellungsräumen wurden alte Handwerkskunst und vieles mehr gezeigt: Schneidern, Stricken, Schnitzen, Hutmachen, Goldsticken, Edelweißschnitzen, Gamsbartbinden, Töpfern, Stoffdrucken, das Bemalen von Spanschachteln, Federkielsticken, Krippen- und Krippenfigurenbau, Drechseln, Ziachbauen, Klöppeln…


Am gestrigen Sonntag war ein Falkner mit seinen Vögeln und Hunden zu Gast und präsentierte unter anderem einen Wüstenbussard. Der Besucherandrang war an beiden Tagen groß und die ausstellenden Handwerker gaben den Gästen bereitwillig Auskunft. Sie informierten über ihre traditionellen Arbeitstechniken und gaben Einblick in ihren Arbeitsalltag.

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Dabei verblüffte vor allem, mit welch großem Zeitaufwand das Anfertigen bestimmter Gegenstände verbunden ist. Quirin Kaiser aus Niklasreuth zum Beispiel verriet, dass er für den Bau einer Ziach bzw. Harmonika bis zu 250 Arbeitsstunden aufwenden muss; Angelika Erler arbeitet an einem »normalen« Dirndlgewand 14 bis 20 Stunden und der Gamsbartbinder aus Ebersberg verbringt auch bis zu 100 Stunden damit, aus den Rückenhaaren von Gämsen aus dem Berchtesgadener Land einen prächtigen Hutschmuck herzustellen.

Geöffnet war an beiden Tagen im Schusterhof auch die Trachtenausstellung; außerdem die vor kurzem neu eröffnete Ausstellung über die Anfänge des Wintersports im Chiemgau und einer Sportschuhmanufaktur. Besonders großen Zulauf hatte die große Krippenausstellung. Einzigartig ist hier die mehr als zwölf Quadratmeter große Ettaler Schneekrippe mit mehr als 150 handgefertigten Figuren des Schnitzers Christian Wagner aus Oberammergau. Mit viel Liebe zum Detail ist diese Krippe in über 20 Jahren Arbeit entstanden. Auch mehrere Krippen des Traunsteiners Konrad Brunner werden im Schusterhof gezeigt.

Während des Marktes spielten Kinder und Jugendliche der Musikschule Bergen/Inzell auf. In den Stuben saßen viele Besucher beisammen und ließen sich von Mitgliedern des GTEV Bergen mit Christstollen, Lebkuchen, kleinen Brotzeiten und Getränken verwöhnen. »Es war ein wohltuend anderer Adventsmarkt«, fasste ein Besucher am Ende zusammen und sprach damit sicher den meisten, die gekommen waren, aus dem Herzen. -K.O.-